Der Kastanienallee auf der Maaraue droht noch immer die Fällung, solange das Verwaltungsgericht Wiesbaden noch nicht über die einstweilige Anordnung zum Stopp der Fällpläne geurteilt hat, ist noch Zeit für Aktionen. Und die nutzen jetzt auch die Mainzer: Gleich 19 Gruppen rufen für den kommenden Sonntag zu einem solidarischen Brücken-Spaziergang von Mainz auf die Maaraue auf. Los geht’s am Sonntag um 15.00 Uhr am Höfchen, dann geht es über die Theodor-Heuss-Brücke nach Kastel und weiter nach Kostheim zur Lesselallee.

Wunderschöne Lesselallee - Foto: gik
Wunderschöne Lesselallee – Foto: gik

Die Stadt Wiesbaden will ja bekanntlich die 74 uralten Kastanien auf einen Schlag fällen, weil einige Bäume krank sind. Die Schätzungen über die kranken Bäume liegen bei etwa 25, Baum-Experten raten, die kranken Bäume einfach zu fällen und in die Lücken neue Bäume zu setzen. So könnte eine behutsame Erneuerung der Allee stattfinden.

Der Wiesbadener Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) will hingegen die komplette Allee fällen und durch Flatterulmen ersetzen – wovon ein halbes Dutzend Baumexperten eindringlich abraten. „Die Bäume sind nicht nur landschaftsprägend, sie erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion“, heißt es deshalb in dem Aufruf zum Soli-Spaziergang. Die Bäume böten zahlreichen Tieren Lebensräume und müssten deshalb erhalten werden.

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Karte Maaraue - Foto: gik
Die Lesselallee liegt auf der Maaraue ganz unten entlang des Mainufers – Foto: gik

„Doch die Maaraue-Kastanien sind auch ein Stück Mainz“, heißt es in dem Aufruf weiter: „Sie gehören zum traditionellen Dreibrückenweg – ein Spaziergang, den alle Mainzerinnen und Mainzer links und rechts des Rheins seit Generationen kennen.“ Schon die Schriftstellerin Anna Seghers setzte der um das Jahr 1910 gepflanzten Allee ein literarisches Denkmal in ihrem Roman „Das 7. Kreuz“ über KZ-Flüchtlinge. Auch Carl Zuckmayer soll die Allee bedichtet haben.

Allee: Geschenk der Mainzer an die Kostheimer

Mehr noch: die 1913 eingeweihte Allee war ein Geschenk der Stadt Mainz an die frisch eingemeindeten Kostheimer. Wird also Zeit, dass sich die Mainzer mal um ihr Geschenk kümmern 😉

Plakat Soli-Spaziergang Lesselallee
Plakat Soli-Spaziergang Lesselallee

Zum Soli-Spaziergang am Sonntag rufen deshalb nicht nur Umweltverbände wie BUND, NABU und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald auf, sondern auch Grüne und Linke in Mainz und Wiesbaden, die ÖDP, die Piraten Rheinhessen – sondern auch die Altstadt-SPD in Mainz sowie die Mainzer Jusos.

Das Wetter soll übrigens wunderschön und spätsommerlich warm werden 😉 Also verlagert Euren Sonntagsspaziergang doch einfach nach Mainz und Kostheim! Nur ein wirklich großer Demonstrationszug würde genug Druck auf die Verantwortlichen in der Politik ausüben, um die Kompromissvorschläge attraktiv zu machen,

Info& auf Mainz&: Soli-Spaziergang am Sonntag, 19. Oktober, 15.00 Uhr, Höfchen. Route: Innenstadt – Theodor-Heuss-Brücke – Reduit Kastel, dort etwa Ankunft 15.45 Uhr, hier stoßen die Kasteler zum Zug. Weiter geht’s über die Maaraue zur Lesselallee, geschätzte Ankunft: 16.30 Uhr. Dort warten die Kostheimer Baumfreunde auf den Zug und kredenzen Weck, Worscht und Woi.

Mehr Infos unter www.facebook.com/lesselallee. Die BI „Rettet unsere Kastanien“ sammelt derzeit zudem Geld für die Anwaltskosten in Sachen Lesselallee. Am morgigen Samstag findet dazu auch ein Hofflohmarkt in Kostheim statt. Findet Ihr alles auf Facebook.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein