Seit Wochen steigt die Zahl der Menschen, die hier bei uns eine Zuflucht suchen, die Stadt hat immer größere Probleme, geeignete Unterkünfte zu finden. Gleichzeitig gehen seit Wochen immer mehr Menschen gegen eine vermeintliche Islamisierung auf die Straße. Vor diesem Hintergrund veröffentlichten die Stadt Mainz gemeinsam mit Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche in Mainz nun einen Appell an die Mainzer. Mainz& dokumentiert den Appell im Wortlaut:

„Zahlreiche Kriege und Konflikte in der Welt führen dazu, dass immer mehr Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Deutschland Zuflucht suchen. Wir brauchen ein differenziertes Bild, das einerseits Probleme nicht beschönigt, andererseits aber die Pflicht und Notwendigkeit der Hilfsbereitschaft berücksichtigt. Es darf nicht sein, dass unsere Gesellschaft Menschen auf der Flucht mit Misstrauen und Ablehnung begegnet.

Deutschland muss – nicht nur aufgrund seiner eigenen jüngeren Geschichte, die durch Krieg und Flucht geprägt ist – in hohem Maße Hilfe und Unterstützung leisten. Die Landeshauptstadt Mainz und die beiden großen Mainzer Kirchen stehen deshalb uneingeschränkt zur Verantwortung, Flüchtlinge  aus humanitären Gründen aufzunehmen.

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Die Menschen sollen menschenwürdig untergebracht, versorgt  und in unsere Gesellschaft integriert werden. Dies gehört für uns zum Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte und wir fühlen uns auch der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet.

Viele Mainzerinnen und Mainzer bringen sich hier ehrenamtlich ein und helfen auf vielfache Weise. Dafür gebührt ihnen der Dank der Solidargemeinschaft. Im hochattraktiven Mainz als Teil des Rhein-Main-Gebiets und als Universitätsstadt sind jedoch die notwendigen Kapazitäten, um Asylbewerberinnen und Asylbewerber  unterzubringen, schwierig zu erschließen.

Oberbürgermeister, Dezernenten und die Vertreter der Kirchen bitten daher die Mainzerinnen und Mainzer, sich weiterhin zu engagieren und wenn irgend möglich auch geeigneten Wohnraum preisgünstig zur Verfügung zu stellen und den Menschen damit eine Zuflucht zu geben.“

Den Appell verfassten Präses Birgit Pfeiffer und Dekan Pfarrer Andreas Klodt vom Evangelischen Dekanat sowie Dekan Markus Kölzer und Stv. Dekan Christoph Klock vom Katholischen Dekanat sowie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und der Stadtvorstand.

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