Große Aufregung am Mainzer Hauptbahnhof: Eine Terrorübung schlug unversehens in Ernst um. Rund 70 Beamte der Bundespolizei wollten eigentlich nur spielen, äh: üben 😉 Ein präparierter Koffer mit einer „Bombe“ war in einem Schließfach deponiert worden, er sollte von den übenden Polizisten gefunden und entschärft worden. Alles lief glatt – bis der Sprengstoffsuchhund auf einmal bei einem zweiten und dann noch bei einem dritten Schließfach anschlug. Prompt wurde aus der Übung ernst, der Bahnhof evakuiert, der verdächtige Koffer geöffnet – und Entwarnung gegeben.

„Das ist schon gut gelaufen“, zog Polizeisprecher Stefan Heina nach dem überraschenden Umschwung Bilanz. Eigentlich nämlich sei der Unterschied zwischen Übung und Ernstfall gar nicht so groß gewesen, denn auch bei der Übung seien die Beamten angespannt gewesen. Als der Sprengstoffhund zweimal  anschlug, riefen die Polizisten das gerade geübte Programm ab – und klärten binnen einer Stunde die Lage.

Verdächtiges Schließfach am Mainzer Hauptbahnhof Foto: gik
Hier wurde der verdächtige Koffer gesprengt – Foto: gik

Das eine der zwei verdächtigen Schließfächer entpuppte sich als leer – es lag direkt neben dem Fach mit dem präparierten Koffer aus der Übung. Ein zweites Schließfach jedoch war belegt, darin ein ganz normaler Koffertrolly. Die Sprengstoffexperten waren übrigens auch Teil der Übung und damit gleich vor Ort am Bahnhof. Die bestimmten dann den Radius der Evakuierung: Der komplette Bahnhofvorplatz, der Bahnhof selbst sowie die Gleise 1 bis 3 wurden komplett gesperrt.

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Dann setzten die Experten kleine Roboter ein, um den Koffer aus dem Schließfach zu holen – und dann schossen sie mit einer Wasserpistole auf den Koffer. Natürlich nicht, was Ihr jetzt denkt 😉 Die Polizei benutzt eine Hochdruck-Wasserpistole, die den Koffer richtig zum Bersten bringt, das Wasser solle natürlich alles Explosive ertränken. Das gelang auch – nur fand die Polizei in dem Koffer keinen Sprengstoff, sondern einen Laptop und einen Rasierapparat nebst Wäsche und Waschutensilien.

Der Besitzer soll übrigens ein ganz normaler Reisender gewesen sein, wie Mainz& läuten hörte… der Arme! Also, lasst bitte künftig nicht Euren Laptop einfach im Schließfach! Warum aber der Laptop den Alarm beim Hund auslöste, erklärte Sprecher Heina so: Laptops würden oft unter Beteiligung von Nitroverbindungen hergestellt, erklärte Heina, das könne auch lange nach dem Kauf noch ausdünsten. Gruselige Vorstellung… Der Laptop jedenfalls dürfte jetzt erst einmal Schrott sein, was für ein Alptraum!

Und dabei hatte alles ganz harmlos angefangen: Von 13,00 Uhr an hatte die Bundespolizei am Hauptbahnhof Mainz eine Großübung gestartet: ein verdächtiger Koffer mit einer „Bombe“ sollte aufgespürt, der Bahnhof evakuiert werden, so das Szenario… Rund 70 Beamten waren dabei in Mainz im Einsatz, sie spielten die Verdächtigen und die Passanten gleich selbst, ausgewiesen durch eine rote Armbinde. Der Bahnbetrieb lief dabei normal weiter, bis… siehe oben.

Der zweite Teil des Szenarios sollte sich dann nach Frankfurt verlagern: Der „Täter“ aus dem Szenario sollte nach Frankfurt „fliehen“, die Beamten dort die Verfolgung übernehmen. Nachdem die Lage in Mainz geklärt war, lief in Frankfurt das Szenario an. In Hessen sind rund 150 Beamte eingebunden, auch Trier und das Saarland üben mit: Dort sollten Beamte die grenzüberschreitende Fahndung üben.  Wer die Übung weiter verfolgen will: Die Kollegen von hr-online twittern live von der Übung unter #terrorübungffm – und ja: Das ist echt gestellt…

 

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