Vor 70 Jahren wurden über Hiroshima und Nagasaki die ersten Atombomben abgeworfen. Die Folgen dieser nuklearen Katastrophe sind bis heute spürbar. Im Japanischen werden die Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki „Hibakuska“ genannt, das heißt „Explosionsopfer“, mit diesem Begriff werden auch die Betroffenen von der Atomkatastrophe in Fukushima 2011 bezeichnet. Eine Ausstellung im Mainzer Rathaus will über die Zusammenhänge der zivilen und militärischen Atomindustrie und über die Gesundheitsgefahren der Radioaktivität aufklären.

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Offizielles Warnzeichen welches auf gefährliche radioaktive Strahler hinweisen soll.

Die Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) hat es sich zum Ziel gemacht, über die Gefahren der Atomkraft auszuklären. Dabei informiert sie nicht nur über die Opfer von Atomkatastrophen selbst, sondern auch über den Uranabbau, die Urananreicherung und den entstandenen Atommüll. Die Ausstellung „Hibakusha weltweit“ will Zusammenhänge erklären, zwischen der zivilen und militärischen Atomindustrieund die Folgen der nuklearen Kette für Menschen und Umwelt darstellen.

Erläutert wird das an 52 exemplarisch ausgewählten Orten weltweit, darunter natürlich auch Fukushima. Das füllt zwar nicht mehr die Schlagzeilen, aber die Atomkatastrophe in dem dortigen AKW ist noch immer nicht unter Kontrolle. Große Mengen radioaktiv hoch belasteten Wassers fließen weiterhin Tag für Tag in den Pazifik. Auch das Gebiet um das AKW Fukushima bleibt für Jahrzehnte, vielleicht sogar für Jahrhunderte, unbewohnbar. Die Folgen für das Land und den Pazifik, das Ökosystem und somit auch für uns Menschen sind schlicht unkalkulierbar.

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Hibakusha
Überlebende Japanerin der Atombomben des Zweiten Weltkrieges – Foto: IPPNW

„Hibakusha weltweit“ – Atomare Katastrophen und die Folgen

Die Ausstellung beschreibt auch die Folgen  für die Menschen: verbrannte Haut, Strahlenkrankheit, Krebserkrankungen und Schäden am Erbgut als Folgen radioaktiver Verseuchung des Körpers. Letzteres betrifft die Opfer oft nicht einmal selbst, sondern bis zu Jahrzehnten später geborene Kinder und Enkel der Opfer. Diese sind oft auch noch betroffen von schweren Missbildungen, Krebs in jungen Jahren und einem zerstörten Immunsystem.

Und die Ausstellung zeigt diese Folgen für Umwelt und Gesundheit an den 52 ausgewählten Orten, an denen sich ihre katastrophalen Folgen besonders deutlich zeigen. Neben den vorgestellten Fallbeispielen existieren weltweit leider noch zahlreiche weitere Orte, die ebenso einen Platz in dieser Ausstellung verdient hätten, betont die Ärzteorganisation.

Info& auf Mainz&: Die Ausstellung „Hibakusha weltweit“ ist vom 20. März bis zum 1. Juni in der Rathausgalerie im Mainzer Rathaus zu sehen.Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, den 19. März um 18.00 Uhr im Rathaus. Dort gibt es dann auch einen Vortrag von Dr. Dörte Siedentopf, die im IPPNW-Vortsand ist und in das Thema einführen wird. Infos zur Veranstaltung findet Ihr hier. Mehr zur Ärzteorganisation IPPNW findet Ihr auf deren Website www.ippnw.de, weitere Informationen zur Nuklearen Kette gibt es hier.

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