Platzt das ECE-Einkaufszentrum auf der Ludwigsstraße in Mainz? „ECE packt’s nicht!“ sagt jedenfalls die Bürgerinitiative Ludwigsstraße, und möglicherweise ist da ja der Wunsch Vater des Gedankens 😉 Tatsache ist: In Sachen Shopping-Mall am Mainzer Boulevard tut sich herzlich wenig, und das seit Monaten. Die BI will deshalb nun eine „Bürgerfragestunde“ organisieren, in der Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) Antworten geben soll: „Wie reagiert die Stadt?“

Vor mehr als einem Jahr, im Dezember 2013, hatte der Stadtrat „mit wenigen Gegenstimmen wesentliche Rahmenbedingungen für eine Bebauung des Karstadt-Areals als gigantisches Shopping Center beschlossen“, erinnert die BI. Geschehen sei aber bisher nichts.

Pavillons auf der Ludwigstraße
Still ruht die LU, Shopping-Mall nicht in Sicht – Foto: gik

BI: Zweifel, dass da noch was passiert

„Ja, es gibt Zweifel, dass in absehbarer Zeit überhaupt etwas passieren wird“, meint die BI – und beruft sich dabei darauf, dass der Investor ECE Schweirigkeiten beim Grundstückskauf hat: Auch nach über vier Jahren verfüge ECE noch immer nicht über die außer dem Karstadt-Areal erforderlichen Grund­stücke.

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Und es gibt begründete Zweifel, dass ECE die notwendigen Grundstücke überhaupt bekommen kann: Der sogenannte China-Pavillion am Gutenbergplatz steht überhaupt nicht zum Verkauf, auch das Gebäude an der Großen Langgasse, in dem die Deutsche Bank sitzt, ist für die nächsten Jahre noch vermietet – der Vertrag mit der Deutschen Bank wurde 2014 gerade noch einmal verlängert.

ECE im November 2014 noch Interesse

Allerdings hatte ECE im November 2014 noch einmal unterstrichen, man wolle unbedingt weiter bauen, am „Interesse hat sich nichts geändert.“ Dafür legte ECE den städtischen Vertretern ein neues “Grobkonzept” ohne China-Pavillon vor, und die Stadt teilte mit, auch das neue Konzept erfülle “die städtebaulichen Vorgaben der Stadt vollständig.“ Könnt Ihr hier auf Mainz& noch einmal nachlesen.

Karstadt Kaufhaus mit China-Pavillon am Gutenbergplatz - Foto gik
Karstadt Ja, China-Pavillion Nein – und nun? – Foto: gik

Mainz& war schon im November skeptisch, ist doch die Zeit der großen Einkaufstempel offenbar vorbei: Gerade wieder gab es Berichte, nach denen die Mieter im Frankfurter Skyline Plaza, zunehmend verzweifelt, gerne die Flucht ergreifen würden. Und auch mit Blick aufs Loop 5 an der Autobahn bei Weiterstadt wurde schon orakelt, dass dessen Spitzenzeiten vorbei sein könnten.

Main-Taunus-Zentrum: Shoppen wie auf der Straße

Nun wollen wir niemandes Geschäft schädigen, fragen uns aber doch: Wenn Shopping-Malls in Frankfurt und Weiterstadt Schwierigkeiten haben, oder gar ganz floppen wie in Wiesbaden – warum braucht Mainz dann eine große Shopping-Mall? Wobei wir gegen eine Belebung der Einkaufslandschaft nun wirklich nichts hätten 😉

Und uns gibt zu denken, dass das beliebteste Einkaufszentrum der Region, das Main-Taunus-Zentrum aufgebaut ist – wie eine Reihe städtischer Gassen mit Geschäften dran. Von wegen großer Klotz, hier ist die ebenerdige Einkaufsstraße König. Und das Ding ist total beliebt, gerade auch bei den Teenies, wie wir aus eigener Erfahrung wissen 😉

Shoppen am Brandzentrum
Shoppen am Brand, das finden die Mainzer ja auch schön – Foto: gik

BI will wissen: wie geht es weiter?

Die BI sieht ebenfalls eine ganze Reihe offener Fragen wie: 1. Warum vergeht ein Jahr ohne öffentliche Informationen nach den vielen gelungenen Ludwigsstraßen-Foren? Das finden wir schon mal eine sehr interessante Frage. 2. Was wurde aus den offenen, noch mit ECE zu verhandelnden Änderungsanträgen der Mehrheitsfraktionen vom Dezember 2013? Noch eine gute Frage. 3. Wie geht es überhaupt weiter?

Tja, das scheint uns hier die Gretchenfrage zu sein….

Die BI möchte deshalb nun „den verantwortlichen Ersten Bürger der Stadt“ zu einer „Öffentlichen Bürger­fragestunde Ludwigsstraße“ einladen – gemeint ist natürlich Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Als Termin stellt sich die BI Ende Februar, Anfang März vor, dann habe der OB die Fastnacht hinter sich uind ja vielleicht mal Zeit, stichelt die BI.

Und die BI betont, sie wolle keineswegs nur destruktiv rummeckern (unsere Wortwahl ;-)), sondern auch erreichen, „dass nach dem Scheitern der bisherigen ECE-Planungen Stadtrat und Stadtverwaltung wieder in die Offensive gehen.“ Die Stadt, fordert die BI, müsse „ihr Planungsrecht und ihre Planungspflicht aktiv ausüben, und mit den Bürgern zusammen nach Alternativen zum gescheiterten ECE-Konzept suchen.“

Mainz& meint: Ob gescheitert oder nicht, Tatsache ist: In Sachen Einkaufen und Ludwigsstraße herrscht totaler Stillstand – und das ist nicht gut für Mainz. Die Stadt könnte ja mal einen völlig ungewöhnlichen Schritt wagen – und mit ihren Bürgern zusammen Alternativen entwickeln. Es könnte richtig spannend werden. Im Raum stehen etwa Vorschläge, wie eine Belebung der Pavillions und der Plätze dazwischen. Damit könnte man ja schon mal anfangen.

1 KOMMENTAR

  1. Belebung der Pavillons und der Plätze dazwischen …
    Für mich war das schon immer DIE einfache ideale Lösung.
    So feiert die Flaniermeile Wiederauferstehung.
    Und noch schöner, wenn auch der wunderbare Bschofsplatz erhalten bliebe.
    Unter diesen Prämissen bleibt immer noch gnügend Gestaltungsmöglichkeit
    für ein effekitves modernes Geschäftszentrum.
    Dann würden möglicherweise sogar die Besitzer des Chinapavillons begeistert mitmachen.

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