Die neue Rechts-Links-Allianz über den Rhein hinweg funktioniert ja bestens – neuestes Kind: Eine Demo gegen den anhaltenden Bahnlärm im Mittelrheintal. Wiesbaden, der Rheingau-Taunus-Kreis, die Bürgerinitiative gegen Bahnlärm im Mittelrheintal und die rheinland-pfälzische Landesregierung starteten am Mittwoch einen Aufruf zu einer Anti-Bahnlärm-Demonstration am 10. Mai in Rüdesheim am Rhein. „Wir müssen den Druck auf dem Kessel halten, um auf unsere berechtigten Anliegen aufmerksam zu machen, und damit schlussendlich unser Ziel, eine deutliche Reduzierung des Güterbahnlärmes in der Region, zu erreichen“, heißt es in der am Mittwoch verschickten Resolution.

Schild Vorsicht Bahn
Vorsicht Bahn! – Foto: gik

Damit verstärkt die Allianz den Druck auf den neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) – pikanterweise aber auch auf den neuen hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen. Die Lärmsituation solle beiden neuen Ministern „vermittelt werden“, heißt es ausdrücklich. Das wird den neuen Mann in Hessen ja freuen… Zumal die Vermittelung „in lautstarker Form“ erfolgen soll, beschlossen die Vertreter im Rüdesheimer Rathaus. Also geht es um Trillerpfeifen und andere lautstarken Mittel der Meinungskundgebung.

Dass in Wiesbaden unter dem neuen SPD-OB ein anderer Wind weht, bewies sich auch dieses Mal: Die hessische Landeshauptstadt saß erstmals mit am Tisch der Bahnlärm-Gegner. Und Bürgermeister und Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD) betonte, gerade auch die Anwohner in AKK seien „stark belastet“, zudem wolle man „Solidarität zu den benachbarten Kommunen und Landkreisen zeigen.“ Geht doch 😉

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Gleise mit Stellwerk Hauptbahnhof Mainz
Wohin fährt die Bahn? – Foto: gik

Hintergrund der Proteste sind der anhaltende Bahnlärm sowie Prognosen, dass dieser noch zunehmen wird. Mit dem neuen Gotthard-Tunnel in der Schweiz entsteht nämlich gerade eine neue europäische Güterzug-Linie, die vom italinienischen Genua ins holländische Rotterdam reicht – und die führt ausgerechnet durchs Mittelrheintal. Andere Länder hätten ihre Strecken entlang des neuen Korridors längst erneuert, „nur Deutschland hinkt nach“, kritisiert die Allianz.

Recht hat sie: Über eine Alternativstrecke außerhalb des Mittelrheintals wird schon seit Jahrzehnten debattiert – gekommen ist sie bis heute nicht. Und auch wenn sich inzwischen auch das Land Rheinland-Pfalz dahinter klemmen wird, eine neue Zugtrasse etwa über den Hunsrück würde mindestens ein weiteres Jahrzehnt dauern. Und das, wo jetzt schon den Bewohnern im Mittelrheintal die Gläser aus den Schränken hüpfen und ihre Häuser Risse von den Erschütterungen bekommen. Das Mittelrheintal als lieblicher und romantischer Ort – das funktioniert genau so lange, bis der nächste Zug kommt…

Am 10. Mai wollen die Lärmgegner nun noch einmal eindeutliches Zeichen setzen, dass sich etwas ändern muss. Es ist übrigens schon die dritte Anti-Bahnlärm-Demo in Rüdesheim. Und vielleicht kommt ja auch Tarek Al-Wazir 😉

Infos auf Mainz&: Die Bahnlärm-Demonstration soll am 10. Mai „in den Nachmittagsstunden“ stattfinden, heißt es bislang. Wenn die genaue Uhrzeit und weitere Details feststehen, erfahrt Ihr das natürlich auf Mainz&.

 

 

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