Mainz hat seinen ersten Christopher Street Day mit Bravour absolviert – die Innenstadt stand am Samstag ganz im Zeichen des Regenbogens. Friedlich, fröhlich und sehr, sehr bunt, so präsentierten etwa 500 Teilnehmer bei der ersten CSD-Parade in Mainz ihre Unterstützung für eine Gleichstellung von homosexuellen Menschen. Drag Queens waren auch dabei, aber eigentlich waren die Paradenteilnehmer vor allem eins: völlig normal.

CSD Regenbogenfahne groß am Schillerplatz - Foto gik
Mainz im Zeichend es Regenbogens – CSD am Schillerplatz – Foto: gik

Zum ersten Mal hatte der Mainzer Verein Schwuguntia zum traditionellen Sommerfest Sommerschwüle nicht ins KUZ geladen, sondern ins Herz der Stadt Mainz: Auf dem Gutenbergplatz vor dem Theater feierten Schwule, Lesben, Transsexuelle und Intersexuelle ihr Sommerfest 2014. Überall hingen Regenbogenfahnen, das Zeichen für eine bunte Gesellschaft. Ja, und auch Heterosexuelle wurden gesichtet 😉

„Wir sind stolz, schwul zu sein, es ist toll, einen anderen Menschen zu lieben“, rief Joachim Schulte, Sprecher des Queernets Rheinland-Pfalz den Menschen auf dem Gutenbergplatz zu. Da war gerade die erste CSD-Parade in der Mainzer Geschichte zu Ende gegangen. Pünktlich um 12.00 Uhr hatte sich der Zug am Theater in Bewegung gesetzt, zog mitten durch die Fußgängerzone in Richtung Römerpassage und dann über Münsterplatz und Schillerplatz auf die LU. Mehr „Mitten in Mainz“ geht nicht 😉

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CSD Schillerplatz mit Plakaten - Foto gik
Treffende Plakate bei der CSD Parade am Schillerplatz – Foto: gik

Große Wagen gab es bei der Parade keine, aber das kann ja noch werden 😉 Viele Teilnehmer hatten aber Plakate dabei, schwul-lesbische Vereinigungen zeigten Flagge – etwa der Chor „die Uferlosen“ oder der Fastnachtsverein  Rosa Käppscher. Die meisten Plakate waren aber politisch, forderten etwa die volle Gleichstellung in der Gesellschaft. „Wann hast Du Dich entschieden, hetero zu sein?“ fragte etwa ein Transparent süffisant.

„Homophobie ist heilbar“, lautete ein weiteres Transparent, das damit gleich auf zwei Dinge anspielte: Erstens die immer noch verbreitete Meinung, dass Homosexualität eine Krankheit ist und geheilt werden muss – wie krank! -, und darauf, dass Homophobie, also die Angst vor Homosexuellen tatsächlich geheilt werden kann 😉

Mit dem Transparent „Halbe Rechte machen halbe Menschen“ eröffneten die Organisatoren um Tommy Holstein und Martin Schneider die Parade.Und auch viele Mainzer reihten sich in den Zug ein – ob homosexuell oder heterosexuell. „Toll, dass Mainz endlich auch mal mit dabei ist“, freute sich ein Passant am Rande.

Drag Queen Grazia mit OB Michael Ebling - Foto: gik
Drag Queen Grazia mit OB Michael Ebling – Foto: gik

„Wir haben gezeigt, dass wir bunt sind, wir haben gezeigt, dass wir vielfältig sind“, rief nach dem Zug ein überglücklicher Joachim Schulte den Zuschauern auf dem Gutenbergplatz zu: „Wir sind in der Mitte der Gesellschaft, und wir wollen eine vielfältige Gesellschaft.“

Die politischen Forderungen lauteten denn auch: völlige Gleichstellung bei Ehe und gesellschaftlichen Rechten, mehr Unterstützung für homosexuelle Initiativen und bessere Aufklärung über Homosexualität in den Schulen. Mehr dazu findet Ihr in diesem Bericht auf Mainz&.

Für die Anerkennung in der Gesellschaft dürfte es auch helfen, dass der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) homosexuell ist 😉 Der rief jedenfalls den Feiernden „liebe Grüße!“ zu und versprach, eine Anti-Diskriminierungskampagne zu starten – für eine weltoffene, vielfältige, tolerante Stadt Mainz. Und wir dachten immer, das sind wir schon 😉 Wobei mehr davon auch nicht schadet.

Bleibt als Bilanz: der 1. Mainzer Christopher Street Day samt Parade ist absolut erfolgreich verlaufen. Wir freuen uns auf den 2. CSD 2015! Und weil es so schön war, kommen hier die schönsten Fotos von Mainz& vom 1. Mainzer CSD. Den Schlusspunkt setzten übrigens fünf Jungs aus Darmstadt, Limburg und Wiesbaden: Stefan, Christian, Jörg, Tom und Jimmi hatten zweieinhalb Stunden für ihre Bemalung gebraucht. Heraus kam ein absolut geniales Ergebnis – Danke Jungs!

 

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