Die Mainzer kennen ihn als „Hollebutz“, nun kennt ihn auch die restliche Republik: Der Mainzer Marvin Hollederer hatte am Freitagabend seinen mit Spannung erwarteten Auftritt in der Gesangsshow „Voice of Germany“. Und wie es zu dem Wirbelwind aus Mainz passt – es wurde ein Drama. Hollederer war der Gesangs-Shooting Star der Fastnachtskampagne 2026 gewesen, mit seinem Hit „Helga“ schaffte er es sogar zu „Mainz bleibt Mainz“ – nun geht seine Reise noch weiter.

Es war im Januar 2026, als ein Phänomen die Fastnachtsbühnen in Mainz eroberte: Marvin Hollederer, damals gerade 33 Jahre alt und von Beruf Foto- und Videograf. Der gebürtige Treburer lebt seit Jahren in Mainz-Kostheim, erste Erfahrungen auf den Fastnachtsbühnen sammelte er mit der Band „Handkäs und sei Mussigg“ und beim Mainzer Carneval-Club MCC. Dann bildete sich der Männerchor „Goldisch Meenzer Bube“, Hollederer bekam Lust auf mehr – und legte alleine los.
Was dann folgte, war ein ziemlich einmaliger Durchmarsch: Mit seiner selbst geschriebenen Hymne auf die Mainzer Kultwirtin „Helga“ nahm Marvin als „Hollebutz“ erst den SSC Song Contest des Gonsenheimer Carneval Verein (GCV) im Sturm, und danach die gesamte Fastnachtsszene. Die „Helga“ wurde der Kulthit der Kampagne 2026 und katapultierte Hollederer unversehens sogar bis auf die große Fernsehbühne bei „Mainz bleibt Mainz“.
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Smudo: „Es hat sich wie zwei Leute angehört – mindestens“
Was zu dem Zeitpunkt noch niemand wusste: Marvin Hollederer hatte sich im Herbst 2025 auch bei der Castingshow „Voice of Germany“ beworben – und wurde zu den „Blind Auditions“ eingeladen. Dabei treten die Gesangstalente vor den Juroren auf, die aber mit dem Rücken zur Bühne sitzen, und deshalb zunächst nur den Gesang hören – bis einer der Coaches den Buzzer betätigt, woraufhin sich der Stuhl dreht und den Blick auf die Bühne freigibt. Passiert das, ist der Sänger eine Runde weiter und Teil eines Teams, bei mehreren Coaches hat er die Wahl, in welches Team er möchte.

Dass Marvin bei den Blind Auditions dabei sein würde, hatte er selbst zum Start der Staffel auf Instagram Preis gegeben, bis zur 7. Audition mussten die Mainzer aber warten, bis sie erfahren konnten, wie der Auftritt ausgehen würde – am Freitagabend war es endlich so weit. Und irgendwie passte es zu dem Mainzer Wirbelwind, dass aus dem Auftritt ein echtes Drama wurde. Denn Hollederer begann zwar verhalten, dann aber machte er aus dem Juli-Hit „Regen und Meer“ ein echtes Erlebnis.
Marvin arbeitete sich mit seiner Stimme nämlich durch alle Register, von weich und soft am Anfang bis hin zur starken Rockballade im Verlaufe des Liedes, und variierte dabei nicht nur Stimme und Höhen ganz extrem, sondern auch seine Aussprache. Die Jury: irritiert. Mit großen Augen verfolgten die fünf Coaches die Performance hinter ihrem Rücken, und weil sie ja nicht sehen konnten, wer auf der Bühne stand, rätselten sie erst einmal: Das müssten mehr als eine Person sein. „Wir haben immer darauf gewartet, wann die zwei auf der Bühne miteinander zu singen anfangen“, sagte Michi Beck von den „Fantastischen Vier“ danach: „Es hat sich wirklich wie zwei Leute angehört“, bestätigte Smudo.
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Hatte Smudo gebuzzert, oder doch nicht? – Marvin rastet aus
Die Verwirrung der Coaches hatte indes Folgen, denn zunächst drehte sich kein einziger Stuhl zum Sänger um – für Marvin eine echte Enttäuschung, die er aber gekonnt weglächelte. Doch dann die große Überraschung: Michi Beck und sein Partner Smudo zeigten sich von dem Ein-Mann-Chor so fasziniert, dass Beck fragte: „Okay, das ist jetzt ein Sonderfall – können wir Marvin trotzdem mitnehmen?“ Möglich machte es eine kleine „Panne“, denn Smudo hatte tatsächlich versucht, den Buzzer zu betätigen, erwischte ihn aber nicht richtig – und wurde von Michi Beck gestoppt.

Nach dem Drehen war aber schnell klar: Die legendäre Hip Hopper wollten den ungewöhnlichen Sänger unbedingt haben, die restlichen Coaches gaben ihr okay – und das Publikum tobte: „Herzlich Willkommen, D bist der erste No-Buzzer in der Geschichte von Voice of Germany.“ Hollederer wiederum war völlig überrascht: „Ich hab denen das zuerst gar nicht abgekauft“, sagte der heute 34-Jährige total verblüfft: „Als sich niemand umgedreht hat, habe ich gedacht, alles klar, war wunderschön, hier gewesen zu sein.“
Dass er dann doch noch eine Runde weiter kam, ließ ihn haltlos jubeln und seinen neuen Coaches um den Hals fallen. Die staunten nicht schlecht über die Energie der „dreistimmigen Shizonummer“ (O-Ton Smudo) – sie kannten ja auch die „Hollebutz“-Version nicht… Seine Fastnachtskarriere hatte Hollederer nämlich tunlichst nicht erwähnt, womöglich wäre das bei Publikum und Jury auch eher weniger gut angekommen. Stattdessen hatte Marvin eine Abordnung der „Goldisch Meenzer Bube“ dabei, und schwärmte von dem Männerchor und seinem Zusammenhalt.
„Vielleicht glaubt er nur, dass er in einem Chor singt“, lästerten die Coaches noch, sichtlich beeindruckt von Marvins Gesangstalent. Der steht nun in der nächsten Runde der Castingshow, und muss als nächstes seine Qualitäten bei den Gesangs-„Battles“ beweisen.
Info& auf Mainz&: Mehr zum „Hollebutz“, der „Helga“ und dem Fastnachtsfrühjahr 2026 lest Ihr auch noch einmal hier bei Mainz&.






