Der Investor ECE will weiter eine Shoppingmall an der Ludwigstraße, der LU, bauen. ECE habe bei einem Treffen am Mittwochabend den städtischen Vertretern ein „Grobkonzept“ ohne Einbeziehung des China-Pavillons vorgestellt, teilte die Stadt mit. Auch das neue Konzept erfülle „die städtebaulichen Vorgaben der Stadt vollständig“, hieß es weiter. Da sind wir aber gespannt, kann ECE doch nicht wie vorgesehen das komplette Einkaufszentrum bauen, weil Grundstücke fehlen.

China-Pavillon an der Ludwigstraße - Foto: gik
Genau diesen Pavillon, den China-Pavillon, an der Ludwigstraße kann ECE nicht kaufen – Foto: gik

Die Eigentümer des sogenannten China-Pavillons, das ist der Pavillon direkt am Gutenbergplatz, wollen bekanntlich die Baupläne nicht mitmachen. Allerdings konnte ECE bislang auch nicht das Haus der Deutschen Bank erwerben, deren Mietvertrag gerade auf mehrere Jahre verlängert wurde.

Auch wurde schon über einen Rückzug von ECE spekuliert, weil große Einkaufszentren derzeit eher auf dem Rückzug sind. Dies hatte das Branchenblatt Immobilien-Zeitung berichtet.

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ECE: „an Interesse hat sich nichts geändert“

Dem trat ECE nun entgegen: „Wir haben in den vergangenen Monaten stets betont, dass wir das vom Stadtrat beschlossene städtebauliche Konzept weiterhin umsetzen wollen“, zitiert die Stadt in ihrer Pressemitteilung ECE-Projektleiter Arne Nachtigahl. An den Stadtratsbeschlüssen und dem begonnenen Bebauungsplan-Verfahren müsse deshalb festgehalten werden, weil „Investoren Planungssicherheit brauchen.“

Um diesen Gebäudekomplex an der LU geht es ECE - Foto: gik
Um diesen Gebäudekomplex an der LU geht es ECE – Foto: gik

ECE arbeite „intensiv weiter daran, die erforderlichen Grundstücke zu erwerben“, lässt sich Nachtigahl weiter zitieren. Man gehe davon aus, dass Anfang 2015 nach Abschluss der Grundstückssicherung mit dem Bebauungsplan-Verfahren fortgefahren werden könne. „Es ist normal, dass es bei komplexen Projekten dieser Größenordnung zu Verzögerungen kommen kann“, sagt Nachtigahl weiter. An dem „großen Interesse, das Projekt umzusetzen, hat sich deshalb überhaupt nichts geändert.“

Ebling: „sehr gutes städtebauliches Konzept umsetzen“

An dem Gespräch mit ECE nahmen neben Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) die Fraktionsspitzen aus dem Mainzer Stadtrat sowie der Altstadt-Ortsvorsteher Brian Huck (Grüne) teil. Ebling betonte, Stadtrat und Verwaltung hätten „auf der soliden Basis einer umfangreichen Bürgerbeteiligung“ ein „sehr gutes“ städtebauliches Konzept auf den Weg gebracht, dessen Umsetzung Stadt und ECE gemeinsam anstrebten.

Der Hamburger Investor will an der LU ein Einkaufscenter mit 100 Shops und etwa 26.500 Quadratmeter Verkaufsfläche bauen. Dazu hatte der Stadtrat 2012 ein Papier mit 89 Leitlinien verabschiedet, die unter anderem Kleinteiligkeit, Wohnbebauung, Begrenzung der Verkaufsfläche und der Gastronomieangebote vorsahen.

BI: Stadtrat muss neu beschließen

Plakat der BI Ludwigstraße mit Projektion des geplanten ECE-Blocks - Foto: gik
Plakat der BI Ludwigstraße mit Projektion des geplanten ECE-Blocks – Foto: gik

Die Bürgerinitiative Mainzer Ludwigstraße klagt, dass von diesen Leitlinien nach Verhandlungen zwischen Stadtspitze und ECE „nichts mehr übrig ist.“ Der Stadtratsbeschluss Ende 2013 habe im Eilverfahren einen zu einseitig ECE-freundlichen Beschluss gefällt. Genau auf diesen Beschluss beruft sich nun aber die Stadtspitze. Seit diesem Stadtratsbeschluss vor knapp einem Jahr war es um die Verhandlungen ruhig geworden, das Thema sollte aus der Kommunalwahl heraus gehalten werden.

Die BI LU fordert seit der Wahl, der Stadtrat müsse neu über das Einkaufszentrum beschließen, weil sich mit den neuen Gegebenheiten die Geschäftsgrundlage geändert habe. Zudem hat sie die Stadt aufgefordert, das Karstadt-Areal von ECE zurück zu kaufen. Die BI will ebenfalls eine städtebauliche Aufwertung des Karstadt-Areals, nicht aber einen „monolithischen Block“ an der LU.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den ECE-Plänen für Mainz findet Ihr hier, die Gegenmeinung der BI gibt es hier nachzulesen.

1 KOMMENTAR

  1. Sehr guter Bericht und ich sehe eine große Gefahr mit der Berichterstattung der AZ 14.11. 2014, denn auf einmal haben wir einzelne Gebäude, Durchgängigkeit… all das was die BI gefordert hat…. aber bis jetzt noch nicht öffentlich bestätigt wurde.

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