Liebe Mainz&-Fans, es tut uns schrecklich leid, aber in die Berichterstattung über die Fällung der Lesselallee hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat am Montag wie berichtet Widerspruch gegen die Fällgenehmigung der Kastanien eingelegt. Allerdings ging dieser Widerspruch nicht an das Verwaltungsgericht Wiesbaden, sondern an die Stadtverwaltung Wiesbaden. Damit stimmt natürlich die Aussage, die Sache sei vor Gericht anhängig so nicht. Wir haben das gerade erst erfahren und wollten Euch sofort informieren.

Jetzt hat der Greifer den Stamm - Foto: gik
Als der Greifer in der Lesselallee zuschlug gab es noch ein Widerpruchsverfahren – Foto: gik

Allerdings ist die Sache mit dem Widerspruch so falsch nun auch wieder nicht: Der Widerspruch bei der Stadt ist tatsächlich der erste Schritt für den Gang vor Gericht. Ein Einspruch muss nämlich erst bei der Stadt eingelegt werden, diese muss ihn zurückweisen – und dann geht die Sache vor Gericht. „Wir waren in dem Widerspruchsverfahren und damit auf dem Weg zum Verwaltungsgericht“, betont Marion Mück-Raab von der Bürgerinitiative „Rettet unsere Kastanien“: „Wir haben uns mit der Stadt in einem Rechtsstreit befunden.“

Rechtsstreit noch anhägig, Fax nicht bearbeitet

Tatsächlich hätten wir uns bei Mainz& wohl beim Verwaltungsgericht Wiesbaden rückversichern müssen, ob dort ein Einspruch eingegangen sei. Das haben wir nicht getan, allerdings überstürzten sich die Ereignisse am Dienstagmorgen ja, weil seit 6.00 Uhr die Allee gefällt wurde. Daraufhin wäre auch ein Widerspruch bei Gericht ja obsolet gewesen – weswegen wir das nicht mehr nachrecherchiert haben.

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Tatsache ist aber, dass die Stadtverwaltung den um 16.52 Uhr per Email und gegen 17.00 Uhr per Fax eingegangenen Einspruch der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) angeblich erst Dienstagmorgen im Umweltamt sichtete – also als schon alles zu spät war. Was für uns weiter die Frage aufwirft, warum in einem Amt ein Schreiben um diese Uhrzeit nicht bearbeitet wurde.

Neues Verfahren „interessierte niemanden“

Christoph von Eisenhart Rothe in der Lesselallee - Foto: gik
Christoph von Eisenhart Rothe in der Lesselallee – Foto: gik

Es habe also bereits am 3. November – entgegen der Aussage von Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) – wieder ein schwebendes Verfahren in der gleichen Sache gegeben, betont von Eisenhart Rothe. „Dafür hat sich aber in der Stadt Wiesbaden erkennbar keiner mehr interessiert und interessieren wollen“ kritisiert er.

Fällgenehmigung lag seit dem 30.10. vor

Tatsache ist auch, dass aus dem Ordnungsdezernat von Oliver Franz (CDU) am Freitag Mainz& gegenüber behauptet wurde, die Fällgenehmigung habe noch nicht vorgelegen. Seit Dienstag sagt Franz aber, „die Fällgenehmigung wurde uns am Donnerstag zugestellt.“ Man beachte das „uns“, denn das bedeutet, dass die Genehmigung nicht Franz allein, sondern offenbar ihm und seinen Mitarbeitern vorlag. Was noch wichtig werden könnte. Und was Ihr hier nachlesen könnt.

Die SDW vermutet im Übrigen auch weiter die Nichteinhaltung vorgeschriebener Prüfungen in Sachen Artenschutz. In der Allee sei kein Hubsteiger beobachtet worden, der aber benötigt würde, um die noch offenen Höhlen der 72 Bäume zu untersuchen, hieß es von der SDW weiter. Auch am Vortrag sei ein derartiges Gerät „nicht beobachtet worden“, hier liege möglicherweise ein strafrechtlicher Verstoß gegen das Artenschutzrecht vor.
 

So stehts in meinem Block:

3 KOMMENTARE

  1. …zumal es ja auch in den frühen Morgenstunden noch stockdunkel war – wie soll da die Prüfung zuverlässig stattgefunden haben?

  2. ach das erklärt auch die Schilder: bitte heute Nacht nicht einnisten, morgen wird gesprengt ääh gefällt…

    warum muss ich jetzt gerade an die Scheibenform der Erde denken???

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