Das Großprojekt Mainzelbahn schreitet voran: Am Montag wurden die ersten Gleise verlegt. Das Event ließen sich natürlich alle möglichen VIPs nicht entgehen -denkt Euch einfach die komplette Spitze der Mainzer Verkehrsbetriebe plus die üblichen Verdächtigen von der Stadtspitze. 😉 Damit werden nun für die Straßenbahn hinauf zum Lerchenberg tatsächlich greifbare Grundlagen gelegt. MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof warnte trotzdem vor zu viel Euphorie: Die schwierigen Teile des Baus und knapp zwei Jahre Bauzeit liegen noch vor uns.

Schwierig wird der Bau der Trasse vor allem im Bereich Marienborn, wo die Mainzelbahn die Regionalbahn kreuzt – am Bahnhof Marienborn. Seit Wochen wird ja bereits im ganzen Stadtgebiet gerodet und gefällt, insgesamt 9,2 Kilometer wird die Trasse einmal lang sein – ein Megaprojekt. 15 neue Haltestellen wird es auf der Strecke hinauf zum Lerchenberg geben, es müssen drei Wendeschleifen, vier Überführungsbauwerke und eine Eisenbahnüberführung gebaut werden, dazu fünf Gleichrichterunterwerke – was immer das ist 😉

Erstes Gleis für die Mainzelbahn - Foto: MVG
Alles anpacken zum Heben: Erstes Gleis für die Mainzelbahn – Foto: MVG

Beim Start wollten deshalb auch alle dabei sein, die irgendwie damit zu tun haben: diverse Größen der MVG, dazu Oberbürgermeister Michel Ebling (SPD) und Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne). Weil das Ganze auf dem Gelände der Uni stattfand, war auch Unipräsident Georg Krausch dabei – für seine Uni bedeutet die Straßenbahn einen deutlichen Schub in Sachen ÖPNV-Anbindung. Die Lerchenberger bauen bestimmt schon an ihren Studibuden zwecks Vermietung 😉

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Blicken ließ sich auch der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD), immerhin fördert das Land den Bau mit rund neun Millionen Euro. Insgesamt sind für das Projekt übrigens 83,6 Millionen Euro veranschlagt. Eine wachsende Stadt wie Mainz brauche ein mitwachsendes Verkehrssystem, sprach der Verkehrsminister, und tatsächlich wächst Mainz ja derzeit um mindestens 2.000 Einwohner pro Jahr, wie OB Ebling jüngst sagte. Der Ausbau der Bahn sei deshalb „eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Landeshauptstadt und ihrer Menschen“, sagte Lewentz.

OB Ebling sprach dann noch von „Weitsicht und Vernunft“, Eder von einer Entlastung der Stadt vom Autoverkehr. Der Vorstand der Stadtwerke Mainz, Detlev Höhne wiederum betonte, mit der Bahn rechneten die Stadtwerke mit einer Million (!) zusätzlichen Fahrgästen auf der Schiene, wir nehmen mal an, das ist pro Jahr – was immer noch viel wäre. Aber gut, mit der Mainzelbahn steigert sich das Streckennetz der Straßenbahn um ein Drittel auf künftig knapp 30 Kilometer.

Ende 2016 soll die Mainzelbahn über ihre Trasse rollen, wir sind gespannt und halten Euch auf dem Laufenden 😉

Info& auf Mainz&: Einen ausführlichen Bericht über die Planungen, den Streckenverlauf und die Ausbauschritte findet Ihr bei Mainz&, genau hier.

2 KOMMENTARE

  1. Gleichrichterunterwerke :

    Bei dem Strom, der von irgendeinem Energieversorger angeliefert wird,
    handelt es sich um sog. Wechselstrom.
    (Die Elektronen flitzen in den Leitungen immer hin und her.
    bei dem normalen Haushaltsstrom tun sie das 50 mal pro Sekunde).

    Die Straßenbahn braucht aber Gleichstrom
    (bei ihm bewegen sich diese winzigen Elementarteilchen immer in einer Richtung).
    D.h. der angelieferte Wechselstrom muß in Gleichsstrom umgewandelt werden;
    und das machen die erwähnten Gleichrichter.
    (Zu erklären wie, würde hier zu weit führen)

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