Die Entschärfung einer Weltkriegsbombe am Sonntag in Mainz-Weisenau wird eine echte Großaktion. Rund 8.500 Menschen sind aufgefordert, Ihre Wohnungen bis 9.00 Uhr zu verlassen, ein Gebiet im Umkreis von einem Kilometer rund um den Blindgänger wird abgeriegelt. Und nicht nur Stadtbewohner sind betroffen: Um die Mittagszeit werden Schiffe auf dem Rhein gestoppt, Züge auf der Bahnstrecke entlang des Rheins, sogar Flugzeuge im Anflug auf Frankfurt müssen weichen, hieß es am Donnerstag. Wahnsinn.

Im Mainzer Stadtteil Weisenau war am Mittwoch bei Bauarbeiten eine 1000 Pfund schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Blindgänger liegt inzwischen gut sichtbar auf der Erde, wie Euch das Bild der Stadt Mainz zeigt – wir haben uns da lieber fern gehalten 😉

Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Mainz-Weisenau - Foto: Stadt Mainz
Da ist der Brocken: Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Weisenau – Foto: Stadt Mainz

Tatsächlich liegen solche Überreste des Kriegs noch zu Tausenden in der Erde und tauchen immer wieder bei Bauarbeiten auf. Meist sind die Entschärfungen problemlos möglich, in seltenen Fällen allerdings geht etwas schief – wie bei einer Bombe in Euskirchen, die Anfang 2014 einen Baggerfahrer in den Tod riss. Das Problem bei so alten Blindgängern: Bei manchen Exemplaren werden die Zünder mit der Zeit immer empfindlicher, weshalb eine solche Bombe auch ohne Bewegung in die Luft fliegen kann. Was wir ja nicht hoffen wollen…

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Damit aber wenigstens die Menschen im Umkreis der Bombe in Sicherheit sind, wird großräumig evakuiert. Im Umkreis von einem Kilometer liegen zahlreiche Wohnungen, die Jugendherberge im Volkspark, der Park selbst sowie Schulen und ein Altenheim. Bis Sonntagmorgen 9.00 Uhr müssen nun alle ihre Wohnungen verlassen haben – also schlaft vielleicht mal woanders, wenn Ihr ausschlafen wollt 😉

Ob Ihr betroffen seid oder nicht, müsst Ihr nicht lange rätseln: Ein Blick auf die Karte hilft schon weiter, außerdem werden alle betroffenen Bewohner von heute, Freitag 9.00 Uhr an mit einem Handwurf-Flugblatt informiert, wenn sie ihre Wohnungen verlassen müssen. Habt Ihr kein Flugblatt und seid unsicher – fragt lieber mal den Nachbarn 😉

Innerhalb des roten Kreises wird am Sonntag in Mainz evakuiert - Grafik: Stadt Mainz
Innerhalb des roten Kreises wird am Sonntag in Mainz evakuiert – Grafik: Stadt Mainz

Am Sonntagmorgen werden dann Mitarbeiter von Polizei, Ordnungsamt, Bevölkerungsschutz und Feuerwehr an den Wohnungstüren läuten, um eventuell Säumige noch rauszuklingeln. Also seid doch so gut, und geht vorher. Ist immer so peinlich, wenn man halb angezogen und verschlafen im Fernsehen zu sehen ist 😉 Außerdem weist der Bevölkerungsschutz über Lautsprecher-Durchsagen auf die Evakuierung hin.

Im Einsatz werden dann rund 150 bis 170  Polizeikräfte sein, 70 von der Feuerwehr, 40 des Technischen Hilfswerks sowie 120 Kollegen der Sanitätsdienste. Ihr könnt nicht selbst gehen oder wisst nicht wohin? Auch kein Problem: Zwei Sonderlinien Busse bieten Fahrten zu Sammelunterkünften an – genau Details findet Ihr am Ende dieses Artikels. Die Busse fahren im 10-Minuten-Takt und sorgen auch für den Rücktransport. Als Aufenthaltsort steht die Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule in der Hechtsheimer Straße 31 zur Verfügung.

Ihr braucht ein Behindertentransportfahrzeug oder einen Krankenwagen? Dann meldet Euch bitte am heutigen Freitag, den 28. November, und spätestens am Samstag, den 29.November zwischen 9.00 Uhr und 19.00 Uhr unter der Telefon-Nummer 06131 – 99 34 34 an.

Geht alles nach Plan, werden die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst gegen 12.00 Uhr mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Geht alles gut, ist der ganze Spuk gegen 12.30 Uhr, 13.00 Uhr wieder vorbei.

Info& auf Mainz&: Die Stadt Mainz hat umfangreiches Informationsmaterial zur Evakuierung zusammengestellt, alle Informationen dazu findet Ihr auf der Homepage der Stadt Mainz, genau hier. Bitte haltet Euch an die Vorgaben und passt auch auf Eure Nachbarn auf.

Der Gefahrenbereich liegt innerhalb folgender Grenzen:

  • nord-westlich: Weisenauer Straße/ Höhe Bootshaus Mainzer Ruderverein; Am Stiftswingert/ Ecke Am Rosengarten
  • westlich: Oberer Laubenheimer Weg/Ecke Naumannstr.; Dietrich-Bonhoeffer-Str.
  • südlich: Heilig-Kreuz-Weg/ Ecke Max-Hufschmidt-Straße, Bezirkssportanlage; Bleichstraße / Ecke Heinrich-Schrohe-Straße; Altenwohnheim Keltenstraße / Schwester-Mathilde-Weg
  • süd-westlich: Am Steinbruch, Wormser Straße / Einfahrt Dr.-Friedrich-Kirchhoff-Straße

Folgende Buslinien bedienen an dem Tag den Evakuierungsbereich:

  • Die Linie 1 bedient folgende Haltestellen: Weisenauer Synagoge, Wormser Straße und Zur Alten Portland.
  • Die Linie 2 bedient die Haltestellen: Volkspark, Am Viktorstift/Jugendherberge, Alter Friedhof, Schillerschule, Bleichstraße, Paul Gerhardt Weg, Laubenheimer Straße, Friedrich-Ebert-Straße und Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße.

Die Buslinien fahren im 10-Minuten-Takt und sorgen auch für den Rücktransport. Als Aufenthaltsort steht die „Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule“ (Hechtsheimer Straße 31) zur Verfügung.

Die Stadt hat unter der Rufnummer 993434 ab Freitag, 28. November, 9.00 Uhr ein Bürgertelefon geschaltet, das alle Fragen beantwortet und Hilfestellung gibt. Hier könnt Ihr auch Krankenwagen oder Behindertentransporte für Sonntag bestellen.

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