Die Kastanien-Alle am Kostheimer Mainufer ist ab heute gesperrt - Foto: Stadt Wiesbaden
Die Kastanien-Alle am Kostheimer Mainufer ist ab heute gesperrt – Foto: Stadt Wiesbaden

Offensichtlich wird derzeit nicht nur an Grabsteinen gerüttelt (Mainzer Hauptfriedhof im April) – sondern auch an Bäumen. Auf dem Lessingplatz in Mainz müssen zwei Robinien weichen, weil ihre Wurzeln geschädigt wurden. In Mainz-Kosteheim sperrt die Stadt Wiesbaden ab heute gleich eine ganze Allee, genauer: die Kastanien-Allee entlang des Mainufers auf der Maaraue.

Karte Lesselallee Kostheim
Da liegt die Lesselallee auf der Maaraue

Offiziell hört die Straße auf den Namen Lesselallee, und weil sicher nicht jeder weiß, welche Straße denn das nun bitte ist, zeigen wir Euch das Ganze auf einer Karte 😉

Tatsache scheint zu sein: die Kastanien sind von einem Wurzel-Pilz befallen, der wiederum Phytophtora-Pilz heißt. Dieser Pilz habe sich so stark im Boden ausgebreitet, dass die Kastanien inzwischen mangelhaft mit Närhstoffen in ihrem Baumkronen versorgt würden. Als Folge drohten Astbruch – und damit sei die Lesselallee einfach nicht mehr verkehrssicher. „Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, die Lesselallee komplett zu sperren. Die Sicherheit von Spaziergängern und Radfahrern ist aufgrund des Zustandes der Bäume nicht mehr zu gewährleisten“, teilte Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) mit.

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Befallene Kastanie Lesellallee Kostheim
So soll das aussehen, wenn der Phytophthorapilz einen Baum befällt – Foto: Stadt Wiesbaden

Die Stadt Wiesbaden argumentiert weiter mit mehreren Gutachten: Diese hätten in den vergangenen Jahren den Befall der Lesselallee mit Phytophthorapilzen nachgewiesen, nun habe sich der Pilz so flächendeckend ausgebreitet, dass bei der „überwiegenden Anzahl der Kastanien eine maßgebliche Astbruchwahrscheinlichkeit“ bestehe. Auf gut Deutsch: Die Äste können jederzeit abbrechen und runterkommen – das wäre nun auch schlecht, wenn jemand gerade darunter spazieren geht.

Flatter-Ulme
Das ist eine Flatter-Ulme, ein beeindruckendes Exemplar – Foto: Stadt Wiesbaden

Grünflächenamt und Umweltamt von Wiesbaden hätten bereits im April 2013 – also vor einem Jahr – dem Ortsbeirat ein Konzept zur Erneuerung der Lesselallee vorgestellt, und der habe auch zugestimmt. Die Kastanien in der Allee sollen nämlich durch Flatter-Ulmen ersetzt werden, lustiger Name 😉 Entscheidend scheint aber zu sein, dass die Ulmen besser an Hochwasser angepasst sind – die Allee wird nämlich regelmäßig bei Hochwasser überflutet, die Flatter-Ulmen sind aber ein Baum der heimischen Auenlandschaft. Liebe Biologen, hier ist Eure Expertise gefragt 😉

Na, dann hoffen wir mal, dass nicht winzig-spierige Bäumchen gepflanzt werden… sonst hat es sich mit der Allee erst einmal. Übrigens wurden seit 2008 bereits neun Kastanien der Allee gefällt, von denen acht nach Angaben der Stadt von dem Pilz befallen waren. Der jetzigen Bäume sollen im Herbst 2014 erneuert werden, die Fertigstellung sei für 2015 geplant. Ganz schön lange das Ganze….

Info& auf Mainz&: Immerhin: die Stadt Wiesbaden bemüht sich um größtmögliche Transparenz, und hat sämtliche Infos, und wirklich sämtliche auf ihrer Homepage unter www.wiesbaden.de/lesselallee veröffentlicht. Dort könnt Ihr auch die Gutachten einsehen, wenn Ihr mögt.

 

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