Einen Monat vor der entscheidenden Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Wiesbaden wächst die Front derer, die die Lesselallee auf der Maaraue erhalten wollen. Die SPD der Mainzer Altstadt solidarisierte sich jetzt mit den Baumrettern – und warf der Stadt Wiesbaden eine „absurde Kahlschlagspolitik“ vor. Hui, das wird die Genossen in Wiesbaden aber freuen 😉

„Die Maaraue ist auch für die linksrheinischen Mainzer ein wichtiges Erholungsgebiet“, betonte Jürgen Hoffmann, Sprecher der SPD im Ortsbeirat Altstadt, und fügte hinzu: „Wir müssen helfen, dass die historische Kastanienallee erhalten bleibt. Klimaschutz und Artenschutz enden nicht an Verwaltungsgrenzen.“ Na, das wurde aber auch mal Zeit, dass sich die Mainzer mal zu Wort melden! Schließlich joggt oder radelt halb Mainz abends über die Maaraue.

Grafik Architektursommer Maaraue Konflikt Mainz-Wiesbaden
Vision eines der Büros des Architektursommers 2015 von der Maaraue – nehmen wir, Danke! – Foto: gik

Ihr wisst ja, dass die Stadt Wiesbaden im Herbst die 74 Kastanien der über 100 Jahre alten Allee fällen will, und zwar komplett. Eine Bürgerinitative für die Rettung der Lesselallee bezweifelt jedoch, dass die Kastanien tatsächlich so krank sind, wie die Stadt behauptet.Und sie ist in guter Gesellschaft: Mainz& hat jetzt mit insgesamt fünf Experten gesprochen – und von denen hat jeder einzelne die Expertise des städtischen Gutachters Roland Dengler angezweifelt.

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Auch die SPD in der Mainzer Altstadt hat offenbar mit Experten gesprochen, oder einfach Mainz& gelesen 😉 SPD-Stadtrat Andreas Behringer sagte jedenfalls nun: Die Gutachter seien sich „einig, dass „ein Großteil der Kastanien kerngesund und verkehrssicher“ seien. „Umso absurder ist die Kahlschlagspolitik der Stadt Wiesbaden, die nun alle 74 Bäume fällen möchte“, betonte er.

Damit stellt sich die SPD hinter die Forderungen, die Lesselallee nicht zu fällen – als erste Sozialdemokraten in der bisherigen Debatte. Zuvor hatten nur die Mainzer Grünen den Erhalt der Allee gefordert, das ist aber schon einige Wochen her. Die SPD hatte sich bislang noch nicht zu Wort gemeldet – in Wiesbaden stehen die Sozialdemokraten nämlich fest hinter den Kettensäge-Plänen ihres Koalitionspartners CDU.

Behringer jedenfalls appellierte nun an die Wiesbadener: „Der Wunsch der Bürger ist so klar wie die Empfehlungen der Gutachter: kein Kahlschlag auf der Maaraue!“ Es werde Zeit, „dass die Verwaltung im fernen Wiesbaden
zuhört und lernt.“

Info& auf Mainz&: Alles rund um die Lesselallee könnt Ihr auf Mainz& nachlesen, wir haben ausführlich darüber berichtet. Einen guten Überblick über den Protest, die Ansicht von Ordnungsdezernent Oliver Franz und die Gutachter-Diskussion findet Ihr in dem Mainz&-Artikel über den Tag der Begehung der Lesselallee.

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