Jetzt kommt es für Flugreisende am Frankfurter Flughafen ganz dicke: Die Lufthansa stellt ihren Betrieb in dieser Woche komplett ein, und zwar für drei Tage! Mittwoch, Donnerstag und Freitag, also am 2. bis 4. April, werde der Flugbetrieb weitestgehend eingestellt. teilte die Lufthansa heute mit. Grund ist ein Vollstreik der Pilotengewerkschaft Cockpit. Die hatte in einer Urabstimmung am 20. März die Streikbereitschaft abgefragt, und 99,1 Prozent (!) der Mitglieder hatten für einen Streik votiert. Nun werden für die drei Streiktage rund 3.800 Flüge gestrichen, insgesamt 425.00 Paqssagiere werden betroffen sein.

Startender Flieger am Frankfurter Flughafen - Foto: gik
Startender Flieger am Frankfurter Flughafen – Foto: gik

Betroffen sind alle Flüge der Lufthansa, der Frachttochter Cargo sowie der Lufthansa-Tochter German Wings. Alle weiteren Fluglinien des Konzerns sind aber nicht vom Streik betroffen. Die Pilotenvereinigung Cockpit begründet den Schritt mit der notwendigen Durchsetzung eines neuen Tarifvertrages zur Übergangsversorgung. Auch zukünftig solle es Piloten, die über Jahrzehnte den hohen Belastungen ihres Berufes ausgesetzt seien, möglich sein, „vorzeitig und selbstbestimmt aus dem Berufsleben auszusteigen“, heißt es bei Cockpit.

Man sei bereit, eine „Deckelung der Kosten für die Übergangsversorgung“ zu vereinbaren, darauf sei die Lufthansa aber in mehreren Gesprächen nicht eingegangen. Auch habe Cockpit angekündigt, die Osterferien von Streiks frei zu halten, das sei aber „nicht als Zeichen unseres Verantwortungsbewusstseins“ verstanden worden. Man lasse sich aber von der Lufthansa „nicht hinhalten.“ Streikmaßnahmen seien immer nur „eine Ultima Ratio“, man bedaure die Beeinträchtigung für die Kunden der Lufthansa, heißt es weiter. Ob die Gewerkschaft damit bei den Flugreisenden Verständnis findet…

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Bei der Lufthansa heißt es, man werde alles tun, um die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. Man „bedaure zutiefst“, dass Cockpit nicht bereit sei, ohne Arbeitskampf und auf dem Verhandlungswege zu einer Lösung zu kommen. „Wir haben sowohl für eine verbesserte Vergütung als auch für eine künftige Regelung zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Flugdienst gute Angebote gemacht“, sagte Personalvorstand Bettina Volkens.  Der Streikaufruf sei schwer nachzuvollziehen.

Die Lufthansa kündigte an, dass nur knapp 500 Flüge von Lufthansa und Germanwings stattfinden könnten. Eine Übersicht der gestrichenen Flüge sei ab Montag auf www.LH.com und bei www.germanwings.com aufgelistet. Zudem werde man Informationen über Flugänderungen per SMS und E-Mail an alle Passagiere schicken, die ihre Kontaktdaten in der Buchung oder in ihrem Miles & More-Profil hinterlegt hätten. „Die meisten der verbleibenden innerdeutschen und europäischen Flüge werden an den Streiktagen von den Tochtergesellschaften Eurowings, Lufthansa CityLine und Air Dolomiti geflogen, deren Piloten sich nicht am Ausstand beteiligen“, heißt es weiter.

Darüber hinaus will die Lufthansa betroffene Fluggäste auch auf andere Fluggesellschaften umbuchen und bietet in Kooperation mit der Deutschen Bahn bei innerdeutschen Flügen die Nutzung von Flugtickets als Bahnfahrkarten an. Flugscheine können dazu am Check-in Automaten oder im Internet gegen eine Bahnfahrkarte umgetauscht werden. Informationen zur Umwandlung von Germanwings Flugtickets in Bahntickets sollen auf www.germanwings.com/aktuell zu finden sein.

Info& auf Mainz&: Für weitere Fragen steht Kunden von Lufthansa in Deutschland zusätzlich die kostenfreie Service-Telefonnummer 0800 850 60 70 zur Verfügung. Kostenlose Rufnummern für andere Länder finden Fluggäste unter http://www.lufthansa.com/de/de/Fluginformationen. Germanwings Kunden können sich an die Germanwings Hotline 01806 320320 wenden. Bereits seit vergangenem Freitag können Fluggäste Tickets für den Zeitraum vom 2. bis 4. April kostenfrei umbuchen oder stornieren.

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