Kloster Eberbach kennt Ihr ja sicher, jene ehemalige Zisterzienserabtei auf der anderen Seite im Rheingau. Mönche aus Clairveaux im Burgund gründeten hier einst einen Ableger, in einem Tal des Rheingaus, wo der Legende nach der Eber über den Bach sprang. Nun könnt Ihr die beeindruckende Basilika in ganz neuem Licht erleben, buchstäblich: Zum dritten Mal findet am 10. und 11. Oktober die LUMOstory statt, eine grandiose Lichtshow, in der die Geschichte von Kloster Eberbach erzählt wird.

Der Eber und der Bach - das Wappen von Kloster Eberbach - Foto: gik
Der Eber und der Bach – das Wappen von Kloster Eberbach – Foto: gik

Die Zisterzienser lebten nach harten Regeln: Sprechverbote, kärgliche Nahrung, das Leben in ungeheizten Räumen, Arbeit und sieben Gottesdienste am Tag. Doch mit den Mönchen kamen Wirtschaft und Aufschwung in den Rheingau: Viehzucht und Ackerbau, eine Schmiede, ein Brau- und ein Backhaus, das Kloster war ein enormer Wirtschaftsbetrieb.

Die Franzosen aber hatten aus dem Burgund Reben der Sorte Pinot Noir mitgebracht, so kam der Spätburgunder an den Rhein und wurde zum ersten Exportschlager der Rheingauer Weinkultur. Ihr Erbe gehört heute dem Staatsweingut Kloster Eberbach, darunter die alten Weinkeller und der Steinberg, ein von einer Mauer umgebener Weinberg unterhalb von Kloster Eberbach, der bis heute Dank der Mauer ein besonderes Mikroklima hat.

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Oh ja, die Mönche, sie waren auch große Bauherren: Keller, Nebengebäude, Wohngebäude – und sie bauten die imposante romanische Basilika, vollendet gut 50 Jahre nach der Klostergründung. Bis heute ist die Basilika ein Anziehungspunkt des Tourismus, und sie ist Heimat des Rheingau Musik Festivals, das in der Basilika jedes Jahr seinen Anfang und Ende nimmt. Solltet Ihr noch nie ein Konzert in der Basilika von Kloster Eberbach erlebt haben – holt das unbedingt nach!

Kloster Eberbach Mittelgang - Foto: gik
Wunderschönes Kloster Eberbach – Foto: gik

Im Oktober aber habt Ihr nun die Chance, das romanische Bauwerk mit seinem hohen Innengewölbe in einer ganz neuen Form zu erleben: Bei der LUMOstory tauchen 12 Movinglights und 44 LED Floorlights die ehrwürdige Basilika in leuchtendes Blau, Rot oder Grün. Die Lichter wandern durch das Kirchenschiff, erleuchten Arkaden und Fenster, heben hervor, setzen neue Akzente. Und sie erzählen Geschichten aus der wechselvollen Geschichte des Klosters.

„Das beginnt mit dem Einzug der Mönche und geht dann durch die Irrungen und Wirrungen der europäischen Geschichte“, sagte der Geschäftsführer der Stiftung Kloster Eberbach, Martin Blach, Mainz&. Der 30-jährige Krieg etwa wird mit dramatischer Musik und Lichtblitzen in Szene gesetzt. Kombiniert werden dabei modernste Lichttechnik mit einem alten Gemäuer, und mit historisch belegten Inhalten. Der Rheingauer Journalist Ingo Svoboda recherchierte und schrieb die Texte, die von einem Sprecher vorgetragen werden.

Fässer des alten "Steinberger" in Kloster Eberbach - Foto: gik
Alte Steinberg-Fässer im alten Weinkeller von Kloster Eberbach – Foto: gik

Die Lightshow setze die Veranstaltungstechnikfirma Jakob um, deren Chef auch das Weinbergsleuchten in der Pfalz erfand – sagt jedenfalls seine Tochter Julia, die wiederum am Freitag im Finale zur Wahl der Deutschen Weinkönigin steht 😉 Die Lightshow für Kloster Eberbach jedenfalls wurde 2012 uraufgeführt, in diesem Jahr steigt das Event also zum dritten Mal. Auslöser für die Idee sei die Luminale in Frankfurt gewesen, vor allem eine Lichtinszenierung am Niederwalddenkmal, verriet Blach Mainz&.

Mit der Lightshow für Kloster Eberbach „wollen wir auch mal jungen Menschen und Leuten, die nicht zu den Konzerten kommen, die Historie dieses Ortes präsentieren“, sagt Blach. Entstanden sei ein Produkt, „dass von den Kunden sehr gut angenommen wird und uns Einnahmen zu generieren hilft.“ Denn die Einnahmen aus Konzerten und solchen Events werden dringend für den Erhalt „dieses wunderbaren Ortes“, wie Blach seine Arbeitsstätte gerne nennt, verwendet.

Lightshow Lumostory in Kloster Eberbach - Foto: Michael Horaczek
Lightshow Lumostory in Kloster Eberbach – Foto: Michael Horaczek

„Diese Anlage zu erhalten, das kostet 7.000 Euro am Tag“, sagt Blach, auch deshalb stemmt die Stiftung Kloster Eberbach pro Jahr rund 3.700 Veranstaltungen mit 26 Mitarbeitern. „Jeder, der zu uns kommt, weiß, dass er am Ende mit seinen Eintrittsgeldern etwas Gutes tut“, wirbt Blach, und dafür werben wir gerne mit!

Zumal ab 2015 eine Grundsanierung der Basilika ansteht: „Der gesamte Innenraum muss saniert werden, der Boden aufbereitet werden, und wir wollen historische Putze an der Decke sichern“, sagt Blach: „Das ist noch einmal ein gigantischer Schritt.“ Unter dem Putz von heute liegen nämlich zum Teil Wandmalereien früherer Zeiten, insbesondere aus der verschwenderisch-kitschigen Barockzeit.

Lumostory Kloster Eberbach 2012 rot-gelb - Foto: Michael Horaczek
Lumostory Kloster Eberbach 2012 – Foto: Michael Horaczek

Das Event LUMOstory wird denn auch mit einem kulturell-musikalischen Rahmenprogramm flankiert: Ab 19.00 Uhr könnt Ihr schon durch den Kreuzgang und die angrenzenden Räume des Klosters wandeln, oder auch an einer geführten Runde teilnehmen. Führung und ein Begrüßungswein sind im Preis schon inbegriffen, auch Köstlichkeiten aus der Küche soll es geben. Ab 19.30 Uhr spielt Jazz- und Bluespianist Alexander von Wangenheim im Kreuzgang, es lohnt sich also, früh zu kommen und das alte Bauwerk zu genießen.

Info& auf Mainz&: 3. LUMOstory – Highlights der Geschichte, Freitag, der 10. Oktober und Samstag, der 11. Oktober 2014. Einlass in Kreuzgang und angrenzende Räume ab 19.00 Uhr, Einlass in die Basilika ab 20.45 Uhr, Lightshow ab 21.00 Uhr. Dauer der Lichtshow: etwa eine Stunde. Die Plätze in der Basilika sind nummeriert. Preis: 28,70 Euro oder 29,80 Euro. Eine eigene English Edition der Lightshow gibt es am Sonntag, den 12. Oktober.

Wie Ihr an die Tickets kommt? Ganz einfach: Ganz oben auf Mainz& die Werbefläche anklicken – und schon seid Ihr auf der Veranstaltungsseite von Kloster Eberbach. Mehr grandiose Bilder zu dem Event findet Ihr auf www.lumostory.de.

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