Schön war’s unterm Lichterhimmel im Schatten des Doms, der 40. Mainzer Weihnachtsmarkt ist schon wieder Geschichte. Angefangen hatte alles im Jahr 1974, und „Vater des Weihnachtsmarktes“ kann sich mit Fug und Recht vor allem einer nennen: Georg Spreuer, Schausteller und damals Vorsitzender des Schaustellerverbandes. Sein Enkel gleichen Namens führt heute verschiedene Stände auf dem Weihnachtsmarkt, doch damals, 1974, da war das mit dem Weihnachtsmärkten noch gar nicht so üblich, geschweige denn beliebt. Kann man sich kaum noch vorstellen 😉

Weihnachtsmarkt - Eingang mit Pyramide und Dom - Foto: gik
Das Entree des Weihnachtsmarktes mit Pyramide und Dom – Foto: gik

„Ich hatte von Weihnachtsmärkten in anderen Städten gehört“, sagte Vater Georg Spreuer – und jetzt dürft Ihr staunen: Spreuer Senior sagte es nämlich niemand anderem als einer jungen Reporterin der Mainzer Rhein-Zeitung – und die hieß Gisela Kirschstein. 😉 1997 war das, Spreuer war da schon 75 Jahre alt, und erinnerte sich gerne zurück ans Jahr 1974.

Ein weiterer Anlass für die Idee mit dem Weihnachtsmarkt am Dom war nämlich die Umwandlung der Domplätze in echte Plätze, durch die Verlegung der Straßenbahn. Und Spreuer fand offene Ohren bei Oberbürgermeister Jockel Fuchs (SPD), gemeinsam heckten der Fuchs und der Schausteller den Plan aus. Mit 27 Ständen öffnete der Weihnachtsmarkt 1974 seine Türen – der erste nach dem Nikolose-Weihnachtsmarkt von 1788.

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Die Krippe auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt - Foto: gik
Die Krippe auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt – Foto: gik

In Mainz hat sich seither viel verändert: der Markt ist gewachsen, dehnte sich auf den Liebfrauenplatz aus. Die Pyramide kam und wurde zum Wahrzeichen des Marktes neben dem Dom, Lichterketten, der Lichterhimmel – die Schausteller investierten auch weiter in den Markt. „Kontinuierlich gut“, sei der in all den Jahren gewesen, erinnert sich Sohn Manfred, und dass viele Schausteller damals Angst vor einem Misserfolg hatten, ist heute gar nicht mehr zu glauben. Heute stehen hinter jedem Stand 20 andere, die den Platz gerne hätten…

Auch viele andere Schausteller sind seit 40 Jahren mit dabei, allen voran die Familie Barth und Sottile-Barth. Der große Glühweinstand an den Martkhäusern gehört dazu, der Reibekuchenstand, der Süßigkeitenstand von Tanja Levi vorne an der Pyramide. Oder der Schmuckstand von Julian Bonk aus Idar-Oberstein. „Mainz hatte inseriert, sie suchen Leute für den Weihnachtsmarkt“, erinnert sich Bonk im Gespräch mit Mainz& an die Anfänge.

Sein Stand mit Schmuck und Mineralien erzählt seither den Kunden kleine Geschichten zu ihren Einkäufen. „Wir verkaufen Steine, und jeder ist anders, man muss den Leuten dazu etwas erzählen“, sagt Bonk, und betont, die Stände müssten sich auch bemühen, „etwas besonderes zu bieten.“

Wir sehen uns 2015! - Foto: gik
Wir sehen uns 2015! – Foto: gik

Für uns gab’s in diesem Jahr eine Reihe neuer Highlights: die Essensauswahl mit Raclette, Flammlachs und Schweinebräterei, die neuen Stände mit Geschenken im Glas, den bunten Mosaiklampen, den handgemachten Seifen und den warmen Alpaka-Pullovern. Und Mainz& testete alle Glühweinstände auf dem Markt und fand eine tolle Vielfalt auf hohem Qualitätsniveau – mit einem Überraschungssieger aus Ingelheim.

Wir haben geshoppt, gelacht und getrunken, wir haben den Lichterhimmel bestaunt und andächtig zum Dom aufgesehen. Und wir haben mal wieder festgestellt: Auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt trifft sich die Stadt – und die Welt gleich mit. Und wir danken mal all den vielen stillen Helfern, auch von der Stadt!, die diesen Markt erst möglich gemacht haben. Toll war er, der Markt 2014 – wir sehen uns in 2015!

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