Man sollte ja meinen, dass die Städte im Rhein-Mainz-Gebiet miteinander kooperieren, oder mindestens miteinander reden – aber nix da. Der Rhein erweist sich im 21. Jahrhundert zuweilen noch ebenso schier unüberwindbar, wie etwa zuzeiten der Römer: Eine Brücke gab’s zwar, aber drüben, da lag das Feindesland. Umso mehr ist es dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) anzurechnen, dass er nun den Gang über den Rhein hinweg wagte. Frankfurt und Mainz wollen nämlich künftig viel enger als bisher kooperieren.

Natürlich hilft bei diesem Schritt, dass beide Städte inzwischen Oberbürgermeister der SPD haben – kurioserweise wurden beide am gleichen Tag, dem 25,. März 2012, in ihre Ämter gewählt. Seitdem traf man sich zwar gelegentlich, aber nach Mainz war Feldmann noch nie gekommen. „Es ist zwölf Jahre her, dass ein OB Frankfurt verlässt, um seine Aufwartung in der Nachbarstadt Mainz zu machen“, staunte der Frankfurter OB nicht schlecht, und versprach: noch einmal werde es keine 12 Jahre bis zu einer Wiederholung dauern.

Treffen in Mainz: der Frankfurter OB Peter Feldmann beim Treffen mit dem Mainzer OB Michael Ebling im Mainzer Rathaus mit Fluglärmgegnern
Treffen in Mainz: der Frankfurter OB Peter Feldmann (3. v.r.) beim Treffen mit dem Mainzer OB Michael Ebling (1. von links) im Mainzer Rathaus mit Fluglärmgegnern

Anlass des Treffens war übrigens der Fluglärm: Feldmann und OB setzten sich an einen Tisch mit dem Kardiologen Thomas Münzel von der Mainzer Uniklinik – Initiator einer Gesundheitsstudie zu Fluglärm an Herzpatienten – sowie mit Fluglärmgegnern aus Frankfurt UND aus Mainz, auch das ein Novum. „Vom Frankfurter Rathaus aus weht ein neuer Geist in die Region“, schwärmte da der Mainzer OB Michael Ebling (SPD).

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Gearbeitet wurde bei dem Treffen aber auch: Mainz und Frankfurt wollen bei Immobilienvermarktung enger zusammenarbeiten, eine Umfrage soll Freiflächen in beiden Städten aufspüren. Denn noch ein Problem haben Frankfurt und Mainz gemeinsam: das Problem explodierender Mieten. Außerdem will man beim Thema Verkehr enger zusammenarbeiten und den Austausch zwischen den Universitäten stärken.

Auch in der Kultur soll einiges gehen: Das Mainzer Gutenberg Museum und das Frankfurter Museumsufer müssten gemeinsam vermarktet werden, sagte Feldmann. Denkbar sei auch eine Kulturroute entlang des Mains von Mainz nach Aschaffenburg, sagte Ebling.

Man redet also endlich mal miteinander, und Feldmann versprach, es werde eine Partnerschaft „auf Augenhöhe und mit Respekt“ sein. Mainz, sagte Feldmann noch, sei „eben nicht das Umland von Frankfurt.“ Von einer Kooperation könnten alle profitieren. Na denn.

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