Mainz und Wiesbaden sind sich überraschend schnell einig: Erwachsene mit Jahres- oder Monatskarten für Busse und Bahnen dürfen nun wieder alle eigenen und bis zu drei fremde Kinder auf ihre Karte mitnehmen. Eigentlich war diese Regelung beim Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 gestrichen worden, die Stadt Wiesbaden wollte das nicht einfach so hinnehmen: Am 29. Januar beschloss der Magistrat, zur alten Regelung zurückzukehren, um Familien zu fördern – Mainz& berichtete. In Mainz war daraufhin die Skepsis groß, nun aber einigte man sich plötzlich und schnell auf den Wiesbadener Vorschlag.

ESWE Bus der Linie 45 - Foto: ESWE-Verkehr
Mainz und Wiesbaden verbindet eben doch mehr als die Buslinie 45…- Foto: gik

Möglich wird das durch eine Ausnahmeregel namens Kulanz: Im Bereich der Mainzer Verkehrsbetriebe der MVG und der Wiesbadener Verkehrsbetriebe der ESWE soll nun eine Kulanzregel gelten, die den ganzen Tag über die Mitnahme von Kindern erlaubt. Zur Erinnerung: betroffen waren Kinder zwischen 7 und 14 Jahren – die jüngeren dürfen ohnehin kostenlos fahren, die älteren gelten nicht mehr als Kinder 😉

Kulanzregel bis Dezember 2014 ausgedehnt

Die Kulanzregel gab es jetzt schon, sie gilt für Inhaber von Jahreskarten und für Abo-Kunden. Nun wurde die Kulanzregel einfach auf Inhaber für Monatskarten erweitert, und man fragt sich, warum das nicht gleich ging… Nun gilt eine Übergangsregel bis zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Damit werde sicher gestellt, dass “keine Irritationen” bei den Fahrgästen entstünden. Das ist schon eine komische Argumentation, wurde doch vorher verkündet, die Neuregelung sei nötig, um Fahrgäste im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nicht zu irritieren und gleiches Recht für alle  geltend zu machen. Nun sollen als Irritationen durch die Wiedereinführung der Regel vermieden werden – das versteht so langsam kein Mensch mehr, findet Mainz&.

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Tatsache ist: In Mainz und Wiesbaden dürfen wieder Kinder mit Zeitkarten kostenlos mitgenommen werden, im RMV-Gebiet hingegen nicht. Ist doch gar nicht so schwer 😉 Zudem gewinnen die beiden Städte Zeit: Man wolle nämlich versuchen, die Kollegen vom RMV “von den Vorteilen der langjährigen Regelung zu überzeugen”, sagten die beiden Oberbürgermeister Michael Ebling (Mainz, SPD) und Sven Gerich (Wiesbaden, auch SPD).

Brief an Feldmann und den RMV

Die beiden SPD-OBs schrieben nämlich gemeinsam einen entsprechenden Brief an den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der ebenfalls SPD-Mann ist, und dazu noch der Aufsichtsratsvorsitzende der RMV. Gemeinsames Ziel “ist und bleibt eine familienfreundliche und im Rhein-Main-Verkehrsverbund einheitliche Kindermitnahmeregelung”, hieß es da. Da kann man ja gespannt sein, ob das neue Triumvirat der SPD-OBs sich hier gleich mal bewährt – nachdem Feldmann ja kürzlich in Mainz und ganz begeistert von der linsrheinischen Gastfreundschaft war. Tatsache ist auch: Wiesbaden hat sich hier geschickt durchgesetzt – und trägt die Lorbeeren davon. Mainz& ist das eigentlich egal – Hauptsache , es hilft den Familien!

 

 

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