Die Stadt Mainz peilt ja einen Museumspass für Mainz an, Mainz& hat vergangene Woche darüber berichtet. Da gab Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) im Stadtrat Auskunft über den Stand des Projektes. Ergebnis: Mainz wolle sich dem Oberrheinischen Museumspass anschließen, im Mai soll der Stadtrat das beschließen. Nur: macht ein solcher Verbund überhaupt Sinn? Mainz& hat deshalb zwei Museumsdirektoren von Mainz befragt: Rhein-Main

Landesmuseum Mainz mit Pferd neu - Foto gik

oder Oberrhein – welchen Pass braucht Mainz? Zur Erinnerung: Der Oberrheinische Museumspass reicht von Basel über Freiburg bis hinauf nach Mannheim – das wäre die nächste Station von Mainz aus.

 Mainz soll mit Wiesbaden kooperieren

„Was haben wir mit Freiburg zu tun?“, fragte prompt Winfried Wilhelmy, Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums in Mainz. Ein Museumspass im Rhein-Main-Gebiet wäre doch wesentlich sinnvoller, findet der Herr über die Schätze von Dom und Diözese. Ein Museumspass sei eine sinnvolle Sache, findet er: „Wenn die Stadt agiler wäre, mehr Werbung machen, mehr netzwerken, das würde schon etwas bringen“, sagt Wilhelmy.

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Nachbau einer römischen Galeere im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz - Foto: gik
Mit seinen Römerschiffen könnte Mainz punkten – europaweit – Foto: gik

Da gebe es etwa den Rhein-Main-Kulturverband, doch Mainz mache da nicht mit, kritisiert er. Ein Museumspass bis hinunter nach Basel? „Sinnvoller wäre es doch, mit den beiden Städten Mainz und Wiesbaden anzufangen“, sagt Wilhelmy, und verweist darauf: Die Verkehrsströme im Rhein-Main-Gebiet reichten schließlich bis Offenbach – per S-Bahn und Autobahn.

Im Urlaub Pass für Museen nutzen

Michael Schmitz, Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, hält dagegen: Ein Verbund mit dem Oberrhein, „ich finde das gar nicht so schlecht“, sagte er. Der Oberrhein-Pass sei „ein sehr gut laufendes Unternehmen, das funktioniert sehr gut“, betonte Schmitz: „Man hätte einen schönen, starken Verbund.“ Damit könnten die Mainzer auch im Urlaub interessante Museen besichtigen, findet er. Ein Beitritt würde zudem „Kosten und Risiken“ für Mainz minimieren, betonte Schmitz. Mit beinahe den gleichen Worten hatte Grosse im Stadtrat den Beitritt zum Oberrhein-Pass begründet.

Anschubfinanzierung vom Land?

Mainz& findet das nicht wirklich logisch: Kauft man sich einen Museumspass, um am Wochenende oder im Urlaub die mehrere Hundert Kilometer entfernten Museen abzuklappern? Und was die Kosten angeht, da hatte Direktor Wilhelmy auch noch gleich einen Vorschlag parat: „Es müsste ein Anschub vom Land kommen“, sagte er Mainz&. Das finden wir eine gute Idee – und werden mal im Mainzer Kulturministerium nachfragen. Mal sehen, was man dort so zu dem Thema sagt.

Mainz& will’s wissen: Von Euch wollen wir auch weiter wissen: Braucht Mainz einen Museumspass? Soll sich Mainz dafür mit Wiesbaden zusammen tun? Oder sich dem Oberrheinischen Pass anschließen? Schreibt uns Eure Meinung – dann können wir die Diskussion in der Stadt beleben! Sonst beschließt der Stadtrat am Ende noch seltsame Dinge ;-)) Zu den genaueren Infos zum Oberrheinischen Museumspass geht es hier entlang.

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