Überraschung bei der Stichwahl der neun Ortsvorsteher in Mainz: Die Grünen gewinnen zwei Stadtbezirke für sich, müssen aber die Neustadt wieder an die SPD abgeben. Die CDU kann drei Bezirke verteidigen, die SPD stellt ebenfalls in drei Bezirken den Ortstvorsteher. Und in Marienborn dreht ÖDP-Chef Claudius Moseler der SPD eine lange Nase – und wird Ortsvorsteher.

Mit die spannendste Frage des Tages war aber diese: wie viele Mainzer würden überhaupt an diesem Pfingstsonntag zur Wahl gehen? Die Antwort stand um 19.00 Uhr noch nicht komplett fest, die Beteiligung schwankte aber zwischen 19,9 Prozent in der Neustadt und 43,4 Prozent in Ebersheim. Notwendig waren die Stichwahlen, weil bei der Wahl vor zwei Wochen, am 25. Mai, sich keiner der Kandidaten mit der absoluten Mehrheit durchgesetzt hatte. In neun Bezirken musste deshalb noch einmal gewählt werden.

Und so wurde abgestimmt:

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In der Altstadt siegt der Grüne Brian Huck mit 58,9 Prozent deutlich vor der CDU-Frau Barbara Both, die au41,1 Prozent kam. 1.803 Wähler stimmten für Huck, 1.258 für Both. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 22,5 Prozent.

Bretzenheim bleibt nach dem Ende der Ära Wolfram Erdmann (CDU) in CDU-Hand: CDU-Kandidatin Claudia Siebner (CDU) mit 51,0 Prozent und 2.280 vor SPD-Kandidat Michael Wiegert, der auf 49,0 Prozent und 2.194 Stimmen kommt. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,6 Prozent.

Ebersheim kann überraschend der Grüne Matthias Gill für sich gewinnen, er lag mit 52,6 Prozent knapp vor CDU-Mann Torsten Schwarzer, der 47,7 Prozent erreichte. Für Gill stimmten 939 Ebersheimer, für Schwarzer 847, damit hatte Ebersheim mit 43,4 Prozent die höchste Wahlbeteiligung. Respekt!

Hartenberg-Münchfeld wird auch weiter von CDU-Frau Karin Trautwein vertreten. Die Amtsinhaberin kam auf 54,0 Prozent und 1.545 Stimmen, der junge SPD-Kandidat Arnim Kondakji kam auf respektabel 46,0 Prozent und 1.318 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 23,6 Prozent.

Hechtsheim bleibt auch künftig fest in CDU-Hand, wenn auch mit neuem Gesicht: Franz Jung wird mit 54,2 Prozent neuer Ortsvorsteher, für ihn stimmten 1.837 Hechtsheimer. SPD-Mann Reinhard Schwarz kam auf 45,8 Prozent und 1.553 Stimmen, die Wahlbeteiligung lag bei 29,2 Prozent.

In Marienborn stellt ÖDP-Chef Claudius Moseler seine Beliebtheit unter Beweis – und schnappt Horst Hof von der SPD im knappsten Rennen des Tages die Ortsvorsteher-Position weg. Für Moseler stimmten 50,9 Prozent und damit genau 516 Marienborner, für Hof votierten 49,1 Prozent und 497 Marienborner. Zur Wahl gingen 33,2 Prozent.

In Mombach gab es den klarsten Sieg des Tages: Amtsinhaberin Eleonore Lossen-Geisler von der SPD siegte mit 64,3 Prozent und 1.398 Stimmen klar vor CDU-Mann Joachim Lieber mit 35,7 Prozent bei 776 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 23,5 Prozent.

Die niedrigste Wahlbeteiligung gab es in der Neustadt mit 19,9 Prozent – wahrscheinlich waren alle auf dem Open Ohr… Vielleicht hätte man da ein Wahlbüro einrichten sollen 😉 Hier gab es auch die zweite große Überraschung: SPD-Kandidat Johannes Klomann schnappte mit 51,1 Prozent den Grünen die Neustadt wieder weg: Thorsten Lange kam „nur“ auf 48,9 Prozent. Das wird die Grünen schmerzen, war doch die Neustadt der große Überraschungscoup vor fünf Jahren. Für Kontinuität ist trotzdem gesorgt: Der neue Klomann ist der Bruder des alten (Nico) Klomann.

In der Oberstadt schließlich siegte SPD-Frau Ursula Beyer mit 58,6 Prozent und 2.144 Stimmen vor CDU-Mann Heinz-Gregor Kippert, der auf 41,1 Prozent und 1.515 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 23,9 Prozent.

Damit zeigt sich mal wieder: Die Wähler sind immer gewillter, auch mal eine ganz neue Wahl zu treffen, und sorgen auch gerne mal für eine Überraschung. Voraussetzung: man hat gute Argumente und bemüht sich auch um die Wähler. In der Neustadt könnte der SPD-Erfolg durch ein neues-altes SPD-Rezept entstanden sein: Hausbesuche. Damit gewann schon OB Peter Feldmann in Frankfurt die Wahl, danach OB Gehrig in Wiesbaden, Michael Ebling in Mainz – und nun Klomann in der Neustadt. Der wurde tatkräftig von Bundestagsabgeordnetem Michael Hartmann unterstützt, und stand wirklich vor jeder Tür 😉

Und noch ein Trend der Stadtratswahl verfestigte sich: Die Mainzer stimmtem ausgesprochen gern für Politiker mit eigenem Kopf und eigener Haltung: Mit Brian Huck, Johannes Klomann und Claudius Moseler sind drei der neuen Ortsvorsteher in den Stichwahlen ausgewiesene Kritiker des ECE-Einkaufszentrums… Mainz wird jedenfalls bunter – und das findet Mainz&: gut so! Und DANKE an alle, die heute wählen gegangen sind 😉

 

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