Wenn Ihr heute Nacht noch nichts vorhabt, und ein bisschen rausfahren könnt: Es lohnt sich. Heute Nacht bombardiert uns das Sternbild Perseus nämlich mit Sternenstaub aus dem All – es ist Sternschnuppennacht! Die Perseiden sind einige Nächte in der ersten Augusthälfte, an denen besonders viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen sind. Der Grund: die Erde bewegt sich gerade durch ein Staubfeld, das der Komet 109P/Swift-Tuttle hinterlassen hat. Höhepunkt der sogenannten Perseiden ist die Nacht vom 12. auf den 13. August, es regnet aber noch bis zum 24. August Sternenstaub.

Perseiden Symbolbild - Foto AAG Mainz
Perseiden Symbolbild – Foto AAG Mainz

Die Perseiden sind eigentlich ein Staubfeld des Kometen. Gerät der Staub in die Erdatmosphäre und verglüht, entstehen die markanten Leuchtstreifen am Himmel, erklärt die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz auf ihrer Internetseite. Von der Erde aus sieht es dann aus, als würden Sterne vom Himmel fallen. Die Magie dieses Ereignisses hat die Menschheit von jeher fasziniert.

Perseus und die Tränen des Laurentius

Die erste überlieferte Beobachtung der Perseiden soll es schon vor 2.000 Jahren in China gegeben haben, wenn man Wikipedia trauen darf. Im Mittelalter nannte man bei uns den Meteoritenschauer auch „Laurentiustränen“ – der Märtyrer Laurentius starb am 10. August 258 auf einem glühenden Rost, die Sternschnuppen deutete man als seine Tränen.

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Screenshot Sky Map App
Screenshot Sky Map App für Android Smartphones

Ihren eigentlichen Namen haben die Perseiden aber vom Sternbild Perseus, das in diesen Tagen hoch am Himmel steht, und aus dem die fallenden Sterne zu kommen scheinen. Das Sternbild ist nach dem antiken griechischen Helden Perseus benannt, der der Sage nach die Medusa besiegte, deren Blick einen Menschen zu Stein erstarren ließ. Das Haupt der Medusa war anstatt von Haaren von lebenden Schlangen umkränzt, Perseus schaffte es, mit abgewandtem Blick der Frauengestalt das Haupt abzuschlagen.

Bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde

Wie das Sternbild des Perseus aussieht, welche Sterne dazu gehören und wo genau am Himmel es zu finden ist, das könnt Ihr auf der Seite der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft nachlesen. Für die Sternschnuppen müsste Ihr dagegen heute Abend nur an den Himmel gucken, angeblich soll es bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde (!) geben. „Bei klarem Himmel lohnt sich eine Nacht im Freien – besonders auf einem Liegestuhl!“, raten die Astronomieexperten.

Und es gibt ja nichts mehr, wofür es noch keine App gibt, und deshalb gibt es auch Apps, die beim Sternegucken helfen. Für Android Smartphones gibt es die Google Sky Maps, die in Echtzeit Sternbilder, Planeten und Satelliten zeigen soll. Man soll das Smartphone einfach in den Himmel halten können, dann werden die Namen der Himmelskörper eingeblendet. Können wir leider nicht nachprüfen, wir gehören zur Iphone-Fraktion 😉

Screenshot App P.M. Planetarium
So zeigt die App P.M. Planetarium den Sternenhimmel – Screenshot

Planetarium fürs Ipad

Dafür haben wir mal gerade die App P.M. Planetarium aufs Ipad geladen – und die ist super! Rückt man einen Stern ins Zentrum, zeigt die App an, wie er heißt – und das funktioniert sogar auch, ohne im Netz zu sein! Die App zeigt den Nachthimmel, alle Sterne, die man gerne hätte und ein Fülle von Informationen zu allen möglichen und unmöglichen Phänomenen. Phänomenal 😉

Für Android und Iphones gibt es dann noch den Meteor Shower Calendar, der sämtliche Daten und Fakten zu den verschiedenen Sternschnuppen-Konzentrationen anzeigt. Die App ist auf Englisch, dafür aber kostenlos. Die App Milky Way: Sky Map für Iphones kostet nämlich 0,89 Euro, weswegen Ihr Euch davon selbst ein Bild machen müsst, wenn es Euch interessiert 😉

App zur Meteoriten-Dusche

Screenshot Meteor Shower Calender
Screenshot Meteor Shower Calender – Screenshot gik

Und es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Apps: eine zur Beobachtung der Raumstation ISS, einen Meteor Counter, mit dem man seine Entdeckungen der NASA melden kann, wenn wir das richtig verstanden haben. Ach, einfach schnappt Ihr Euch eine Decke und setzt Euch heute Nacht ins Dunkle – die Natur liefert immer noch das spektakulärste Erlebnis. Ihren Höhepunkt sollen die Perseiden zwischen 2.00 Uhr morgens und dem Sonnenaufgang haben. Wenn denn der Vollmond nicht zu hell ist…

Update: Und wer die große Nacht der Perseiden verpasst hat oder nix sehen konnte: keine Bange. Denn die Perseiden gehen noch bis zum 24. August weiter. So schnell resit die Erde dann doch nicht durch den Sternenstaub. Wir gucken bestimmt noch ein bisschen nach oben, allein in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben wir nämlich vier Sternschnuppen erhascht 😉 Also: Wünscht Euch was!

Info& auf Mainz&: Mehr zu den Perseiden findet Ihr auf der Homepage der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz, genau hier. Wenn Ihr mal wieder unter Anleitung und mit Teleskop gucken wollt: Am 15. August findet ab 21.30 Uhr ein Beobachtungsabend statt, und zwar in der Paul Baumann-Sternwarte am Ortsrand von Klein-Winternheim. Wie Ihr die findet, findet Ihr hier.

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