Die Fußball-WM in Brasilien steht ja schon beinahe vor der Tür, und wer sie als Fan erleben will, braucht Kondition: Brasilien liegt zeitlich gesehen vier Stunden hinter uns, für die WM hat das Folgen. Denn wenn in Brasilien ein Fußballspiel um 18.00 Uhr angestoßen wird, ist es hier bereits 22.00 Uhr. Noch schlimmer: Von den 64 WM-Spielen werden einige erst um Mitternacht unserer Zeit oder sogar um 3.00 Uhr morgens angestoßen! Das macht nicht nur den eigenen Schlafhaushalt schwierig zu managen – sondern auch das Public Viewing.

Das RLP Open Air 2013 auf der Großen Bleiche - Foto: gik
Da wurde auch nachts gejubelt: RLP Open Air 2013 auf der Großen Bleiche – Foto: gik

Die Gelegenheit, zusammen mit anderen Fans unter freiem Himmel ein Spiel zu genießen – und dabei lauthals zu Schreien oder zu Feiern – erfreut sich ja inzwischen riesengroßer Beliebtheit in Deutschland. Also soll es auch zu dieser WM Public Viewing geben, da ist man in Mainz wie auch in Wiesbaden wild entschlossen. Das Problem dabei: Die Lärmschutzverordnungen in Bund und Ländern erlauben nach 22.00 Uhr keinen lauten Lärm mehr in der Öffentlichkeit. Also kein Jubel vor der Fußball-Leinwand?

„Wir setzen auf die Bundesregierung, die das bundesweit regeln will“, heißt es optimistisch aus dem Mainzer Rathaus. Zu Recht: Gerade kündigte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine entsprechende Initiative im Bundeskabinett an. Undenkbar, dass WM ist, und Deutschland feiert nicht mit! In Mainz würden die Regelungen dann auch für Kneipiers gelten, die Public Viewing unter freiem Himmel anbieten wollen – also etwa das KUZ oder der Rheinstrand. Was allerdings mit den vielen Kneipen in Mainz passiert, wenn die Luft lau, und die Fenster offen stehen, das dürfte noch spannend werden. Zumindest bevorzugt diese WM endlich einmal die Nachteulen!

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Mainz: Public Viewing auf dem Ernst-Ludwig-Platz

Ein richtig offizielles Public Viewing soll es in Mainz auch geben: Die Fläche auf dem Ernst-Ludwig-Platz ist dafür vorgesehen, also jenes Areal zwischen Abgeordnetenhaus, Justizministerium und Schloss, wo auch das Rheinland-Pfalz Open-Air stattfindet. Ausrichten soll das Public Viewing dort aber ein Privatmann, die Stadt nimmt dafür noch Bewerbungen entgegen.

Wiesbaden: Public Viewing vor der Konzertmuschel

In Wiesbaden ist man da schon einen Schritt weiter: Das Public Viewing soll dieses Mal im Kurpark stattfinden, die Leinwand für die Spiele in der Konzertmuschel stehen. Das ist mal ein würdiger Rahmen für der Deutschen heiligstes Spiel 😉 Der Magistrat soll am 28. Februar einem Vorschlag von Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) und Wirtschaftsdezernent Detlef Bendel CDU) zustimmen.  Ausrichter soll in Wiesbaden die TriWiCon, der städtische Eigenbetrieb für Messe, Kongress und Tourismus sein.

Kalkuliert hat die Stadt das auch schon alles: Zwischen 70.000 Euro und 150.000 Euro soll der Spaß kosten, denn jedes Spiel kostet rund 20.000 Euro. Offenbar haben die Wiesbadener vor, die Dauer des Public Viewing vom deutschen Abschneiden abhängig zu machen: Die Kostenhöhe sei davon abhängig, „wie lange die deutsche Mannschaft im Turnier bleibt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Liebe Wiesbadener, das ist aber ganz schön unsportlich….

Frankfurt: Public Viewing in der Commerzbank-Arena

Aus Frankfurt verlautet, es solle eine Megaleinwand im guten alten Waldstadion, pardon: der Commerzbank-Arena geben. Dort rühmt man sich, die größte Leinwand der Welt zu haben, und fast alle Spiele zu zeigen. 45.000 Zuschauer können da gemeinsam Jubeln – und gestört werden höchstens die Flugzeuge…. Ob es die Fanmeile am Main wieder gibt? Ist wohl noch unklar. Wir bleiben dran 😉

 

1 KOMMENTAR

  1. Wer weiß eigentlich, was „public viewing“ urspünglich bedeutet?

    -> Eine öffentliche Aufbahrung eines Toten! Schon echt makaber, wenn dieser Begriff nun für ein Massenspektakel benutzt wird, oder?
    Wer hat es gewußt?
    Grüße Mara

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein