Da warnen wir Euch seit Wochen davor im Rhein zu schwimmen – und dann das: Ein Mann, der den gesamten Rhein von der Quelle bis zur Mündung schwimmt! Nun gut, Professor Dr. Andreas Fath ist nicht irgendein Mann und nicht irgendein Schwimmer. Der Professor für analytische Chemie ist seit seinem 8. Lebensjahr Leistungsschwimmer, und seine Aktion nicht einfach ein Gag. Fath schwimmt für die Forschung – und er kommt heute Vormittag an Mainz vorbei.

Chemieprofessor Andreas Fath am befestigten Ufer - Foto Braxart Fotografie
Ein Mann im Wasser: Chemieprofessor Andreas Fath am befestigten Ufer – Foto Braxart Fotografie

Harter Arbeitstag durch Seitenströmung

Von Ilanz aus ging es dann richtig los: Jeden Tag von ungefähr 9.00 Uhr oder 10.00 Uhr an geht Fath ins Wasser und schwimmt bis etwa 18.00 Uhr oder 19.00 Uhr. „Er verbringt seinen Arbeitstag im Wasser“, sagte Jutta Neumann, Pressereferentin der Hochschule Furtwangen im Schwarzwald am Dienstagabend Mainz&. Fath ist, Ihr ahnt es schon, Professor an just dieser Hochschule, und Pressereferentin Neumann versorgt die neugierige Presse mit Infos 😉

Natürlich hätten wir viel lieber mit Professor Fath persönlich gesprochen, aber das war nicht so einfach: Die anvisierte Ankunft in Mainz am Dienstag gegen 20.00 Uhr fiel nämlich ins Wasser. Fath musste schon in Nierstein aus dem Wasser, denn er hatte einen seiner schwersten Tage hinter sich. „Heute hatte er unter heftigen Seitenströmungen zu leiden“, berichtete Neumann, dazu habe ihn ein Arzttermin am Morgen in Mannheim aufgehalten – eine wunde Stelle durch den Neoprenanzug am Hals. So stieg Fath schon in Nierstein aus dem Wasser, und das geplante Mainz&-Foto war Baden gegangen 😉

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Fath kommt Mittwochvormittag an Mainz vorbei

Aber für Euch ist das gut: Fath nämlich steigt morgen gegen 9.00 oder 10.00 Uhr auch in Nierstein wieder in den Rhein – und kommt damit so etwa zwei Stunden später an Mainz vorbei. Ihr habt also echte Chancen, den Rheinschwimmer persönlich zu sehen. Begleitet wird Fath übrigens von einem Motorboot und zwei Kajaks, das geschieht natürlich zu seinem Schutz vor großen Schiffen, zum Erkunden der Strecke und falls etwas schief gehen sollte.

Fath bei Verpflegungsstopp auf dem Bodensee - Foto Braxart Fotografie
Rheinschwimmer Fath bei Verpflegungsstopp auf dem Bodensee – Foto Braxart Fotografie

Mission: saubereres Abwasser

Warum tut Chemiker Fath das trotzdem? Nun, der Mann hat eine Mission: Fath sammelt Geld für ein Großgerät, einen Massenspektrometer, mit dem will er die Forschung über Abwässer deutlich voran treiben. „Sein großes Thema ist, wie wir gewährleisten können, dass unsere Abwässer unsere Flüsse weniger belasten“, erläuterte Neumann.

Es geht also um Filter- und Klärtechniken, und darum Methoden zu entwickeln, damit etwa weniger Medikamentenrückstände aus unseren Toiletten in das Abwasser und dann in die Flüsse gelangen. Ihr wisst ja, dass gerade Rückstände von Antibiotika ein echtes Problem im Wasser darstellen. Fath hat deshalb auch ein Analytikteam dabei, das jeden Tag Proben nimmt und sie analysiert. Allein das dürfte ja schone eine interessante Probenreihe geben…

Spenden für Spektrometer sprudeln nicht recht

Chemieprofessor Andreas Fath und seine Mission - Foto Braxart Fotografie
Ein Mann, eine Mission… äh: der mit dem Neoprenanzug ist Chemieprofessor Andreas Fath, den anderen Herrn kennen wir leider nicht – Foto Braxart Fotografie

Was die Spenden angeht, da scheint es aber noch Verbesserungspotenzial zu geben: „Nach und nach melden sich Privatleute bei uns, treffen ihn am Rhein“, sagte Neumann, und gibt zu, es dürften durchaus noch mehr Spenden fließen… Also, Mainzer! Gebt Euch einen Ruck, Eurem Konto einen Stoß, und unterstützt den Mann! Wäre doch genial, wenn wir sagen könnten: Von Mainz an hat die Sache so richtig Schwung bekommen 😉

Schwung jedenfalls hat Fath derzeit richtig viel: der hohe Wasserstand des Rheins befördert auf den Rheinschwimmer zügig den Fluss hinunter, wobei der sich allerdings auch schwimmend über Wasser halten muss. So richtig Zeit zum Sightseeing habe der kraulende Schwimmer dabei auch nicht, sagte Neumann. Die Loreley allerdings wird Fath ganz gemütlich vom Motorboot aus bestaunen können: Im Rhein gibt es nämlich an gefährlichen Stellen Schwimmverbotszonen, und eine davon ist an der Loreley.

1.231 Rheinkilometer von der Quelle bis zur Mündung

Auch im Binger Loch oder an Hafenanlagen muss Fath aus dem Wasser, danach geht’s aber gleich wieder ins Wasser. Dort wird er übrigens unterwegs auch mal vom Boot aus verpflegt, das nennen wir mal einen rasenden Rheinschwimmer 😉 Am Dienstag legte Fath übrigens in 6,5 Stunden 67 Kilometer zurück, 671 Kilometer hat er schon hinter sich, mehr als die Hälfte.

Geht der Plan auf, wird Fath am 24. August Hoek van Holland erreichen, dort. kurz hinter Rotterdam, mündet der Rhein in die Nordsee. Dann hätte Fath insgesamt 1.231 Rheinkilometer schwimmend zurück gelegt. Wahnsinn.

Info& auf Mainz&: Mehr über den Schwimmer und Professor Andreas Fath, über die einzelnen Etappen, die Analytik und das Team dahinter findet Ihr auf der sehr schön gemachten Webseite www.rheines-wasser.eu. Und wer genau verfolgen will, wo Fath gerade ist, hier geht’s zum GPS Live-Tracking. Damit Ihr den Rheinschwimmer morgen niciht verpasst 😉

 

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