Es ist endlich soweit: am Montag, 13. April um 5.00 Uhr morgens ist die Schiersteiner Brücke für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen wieder geöffnet. Bei der Probebelastung am Freitag konnten laut dem zuständigen Ingenieur Markus Spengler „nur elastische Dehnungen gemessen werden, wie sie völlig normal sind. Auch sonst hat sich das Bauwerk wie ein normales Bauwerk dieser Art verhalten.“ Das heißt die mehr als hundert Risse sind dicht und sie halten.

Probebelastung am Freitag hervorragend verlaufen

Blick auf Schiersteiner Brücke vom Mainzer Sand näher

Bauleiter Bernd Hölzgen und Ingenieur Spengler sagten, sie seien heilfroh über das erwartet positive Ergebnis der Reparaturarbeiten. Am Freitag war das Epoxidharz, mit dem die Risse in der Schiersteiner Brücke aufgefüllt wurden, augehärtet. So konnte man endlich testen: hebt die Brücke wieder oder hebt sie nicht.

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Dieser Belastungstest wurde in sieben Phasen durchgeführt. In den ersten vier kam ein Lkw zum Einsatz, der sich erst langsam, dann schneller über die Brücke bewegte. Ab der fünften Phase wurde dann ein zweiter Lkw hinzugenommen. Während der Belastungsprobe der Brücke hat das Speziallistenteam um Spengler die Risse mit speziellen Messvorrichtungen die ganze Zeit im Auge behalten.

Was denn noch fehle, warum die Brücke nicht schon seit Freitag Abend offen sei, wollten die Journalisten am Samstag beim Pressetermin von Hölzgen wissen? „Im Moment wird noch die Ampelanlage installiert, die Verkehrsleitsysteme werden aufgestellt und die Messeinrichtungen kalibriert.“

Trotz der lang herbeigesehnten Wiedereröffnung der Brücke, rechnet Hölzgen nicht mit einem totalen Verkehrschaos am Montag. Es werde zwar mit dem üblichem Berufsverkehrschaos gerechnet, aber nicht viel mehr. „Das wird sich sicher im Laufe der Zeit einspielen“, ergänzte Hölzgen. Die Polizei wird auch unterstützt von einem Hubschrauber, der von Anfang an ein Auge auf die Situation auf der Brücke haben wird.

Die Sache mit den Lkw

Was ja auch schon einige von Euch wissen wollten: Was ist denn nun wenn ein Lkw trotz aller Schranken und Hürden einfach weiter auf die Brücke fährt? Da haben wir von Mainz& dann nochmal nachgebohrt: Bauleiter Hölzgen zeigte sich zuversichtlich, dass ein solcher Lkw mit nur wenigen Metern Zurücksetzen von der Spur geleitet werden kann, und so nur für wenig Chaos sorgt, ist man bei der Polizei weniger optimistisch.

„Wir wissen ja wie das ist mit den Lkw-Fahrern, man schreibt eine Breite und Höhe dran und die Rechnen einfach zwanzig Zentimeter dazu“, sagte der zuständige Polizist Mainz&. „Man darf da nicht blauäugig sein“, und so habe man sich zusammen mit der Autobahnmeisterei darauf vorbereitet, Lkw, die sich in den Fahrbahnverengungen festgefahren haben, zu befreien und die Begrenzungen schnellstmöglich wieder instand zu setzten, um den Verkehrsfluss wieder herzustellen. Schiersteiner Brücke - Kran und Arbeiter an Wendeltreppe - Foto gik

Festgefahrene Lkw müssten in einem solchen Fall, aus der Fahrbahnverengung befreit werden. Dazu müssten alle Autos hinter dem Lkw zum Zurücksetzen aufgefordert werden. Hölzgen sagte noch: „Die werden sich ja nicht freiwillig die Achse brechen und Spiegel abfahren, in dem sie da rein fahren“ – bei der Polizei befürchtet man aber eben dies. Das heißt: Abschleppen müsste man den Lkw dann auch noch…

Sollte ein Lkw mit über 3.5 Tonnen trotz allem irgendwie durch die Schranke kommen, kann der absolute Supergau eintreten: „Dann kann die Brücke so schwer beschädigt werden, dass sie nicht mehr befahrbar ist“, sagte Hölzgen. Bei der Polizei ist man aber auf diesen Ernstfall vorbereitet, und kann demnach im Notfall sofort eingreifen.

Unser Fazit daraus: Wenn es Euch möglich ist, am Montag vielleicht doch nochmal auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad zurückgreifen… wäre das vielleicht nicht schlecht. Oder zumindest nicht mit reibungslosem Verkehr auf der Brücke rechnen und viel Geduld mitbringen. Und BITTE, liebe Lkw-Fahrer – versucht NICHT, über die Schiersteiner Brücke zu fahren, so schwer es auch fallen mag 😉

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