Aus aktuellem Anlass wiederholen wir uns mal bei Mainz& 😉 Den Winter hatten wir ja schon fast aufgegeben, aber das rächt sich: Er kommt nämlich zurück. An diesem Sonntag soll es losgehen und endlich auch mal bis in die Niederungen schneien. Das wäre noch genau rechtzeitig – für den Tag des Schneemanns. Den gibt es wirklich, und zwar am 18. Januar. Ausgerufen hat ihn ein Schneemann-Sammler im Jahr 2010 – für lauter gute Zwecke.

Grafik Schneemann mit Karottennase
Klassischer Schneemann mit Hut und Karotten-Nase

Für die Autofahrer ist der angekündigte Wintereinbruch natürlich weniger lustig, aber hey, wir haben WINTER! Muss man bei den seltsamen Temperaturen der vergangenen Tage echt dazu sagen. 😉 Also am Sonntag nix wie raus, das weiße Nass genießen – wenn’s denn fällt – und einen Schneemann bauen.

„Schneemanologe“ sammelt 3000 Exemplare

Das wäre ganz im Sinne des Sammlers Cornelius Grätz: Der „Schneemanologe“ sammelt seit mehr als 25 Jahren alles zum Thema „Schneemann“, wie es auf der Internetseite www.welttagdesschneemanns.de heißt. Grätz‘ Sammlung soll weit über 3.000 Schneemänner aus aller Welt und in allen Variationen umfassen, der Mann steht wohl auch im Guiness Buch der Rekorde.

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Der Schneemann, sagte Grätz in einem Interview mit dem Reisemagazin Stepin einmal, sei eine einfache, aber vielschichtige Figur, die bei Kindern und Erwachsenen den Spieltrieb weckt – und Erinnerungen an die Kindheit. Das ist Generationen übergreifend, aber auch Kultur-übergreifend – der Schneemann kennt keine Grenzen, sagt Grätz.

Mini-Schneemann Mürren 2013 breit
Handgemacht sind sie einfach am Schönsten 😉 – Foto: gik

Schnee-Kamele verboten

Obwohl: In Saudi-Arabien hat ein Geistlicher angeblich gerade das Schneemann-Bauen verboten, behauptet zumindest SWR3 auf der Homepage des Senders, was sie wiederum von der Nachrichtenagentur Reuters haben. Haben wir jetzt aber mal nicht nachgeprüft 😉 Dabei sind da echt nette Bilder von Schneekamelen und Islam-Hardliner-Puppen zu sehen…

Der Schneeman habe aber keinen religiösen Hintergrund und sei politisch nie instrumentalisiert worden, betont Grätz, und so erfreue sich der Schneemann „in großen Teilen der Welt sehr großer Popularität.“ Und genau die, findet Grätz solle man nutzen – um an dem Aktionstag auf und soziale oder ökologische Projekte aufmerksam zu machen. Der Schneemann könne für Trinkwasserprojekte in Afrika stehen – oder einfach für Charity-Projekte werben.

Schneemann schon bei Shakespeare

Die Wahl des 18. Januars erklärt sich übrigens auch ganz leicht: Die 8 steht für die Figur des Schneemanns, die 1 für einen Stock oder den Besen, der oft dem Mann aus Eis zur Seite gestellt wird. Und nicht ganz unwesentlich ist auch, dass der 18. Januar im Winter liegt… jedenfalls meistens.

Kinderbuch-Darstellung Schneemann von 1867
Kinderbuch-Darstellung: Schneemann von 1867

Den Schneemann als lustige Figur gibt es – wen wundert’s – erst seit dem 19. Jahrhundert, also ab der Zeit, in der Freizeit etwas Begehrenswertes und der Winter nicht mehr nur hart und entbehrungsreich daher kam. Die ältesten literarischen Nachweise für Schneeskulpturen gibt es laut Wikipedia aus dem 16. Jahrhundert – zum Beispiel bei Shakespeare. Der soll in seinem Drama Richard II. mit der Zeile „Oh that I were a mockery king of snow, …“ einen Schneemann  gemeint haben. Glauben wir sofort.

1770 tauchte der Schneemann in einem Leipziger Kinderliederbuch zum ersten Mal als Begriff auf, alte Darstellungen zeigten ihn noch als „personifizierten Winter in Übergröße, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen“, heißt es bei Wikipedia. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Postkartenverlage das Motiv.

Und so passt es auch wunderschön, dass der Romantik-Dichter Robert Reinick dem Schneemann ein ganzes Gedicht gewidmet hat:

Steh, Schneemann, steh!
Und bist du auch von Schnee,
So bist du doch ein ganzer Mann,
Hast Kopf und Leib und Arme dran,
Und hast ein Kleid, so weiß und rein,
Kein Seidenzeug kann weißer sein:
Du stehst so stolz und fest und breit
Als wär‘ es für die Ewigkeit. –
Steh, Schneemann, steh!

Das ganze Gedicht – auch wie es mit dem Schneemann zuende geht – findet Ihr in der Deutschen Gedichtebibliothek, genau hier.

Viel Spaß beim Bauen!

Info& auf Mainz&: Die Internetseite zum Welttag des Schneemanns findet Ihr hier. Und wenn Ihr Bilder von Euren Schneemännern habt – wir freuen uns und veröffentlichen sie!

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