–UPDATE: Einsatzbilanz–UPDATE– Es war Punkt 21.00 Uhr, als sich der Himmel über Mainz verfinsterte, ach was: Es wurde pechschwarz! Von allen Seiten zogen tiefschwarze Sturmwolken nach Mainz,und dann ging es blitzschnell: Binnen Sekunden zog ein rötlichgelber Sandsturm von den rheinhessischen Felder auf Hechtsheim zu – diemal ging die Welt wirklich unter. Auf dem Weinfest im Kirchenstück scharten sich die Gäste um die Schirme – und jeder hielt fest, was in seiner Nähe war. Binnen 30 Minuten stand das Weinfest nicht mehr – Mainz erlebt das heftigste Unwetter des Jahres.

Schwarze Wolke über Hechtsheim - Foto: gik
Hier geht gleich die Welt unter… – Foto: gik

„Hier geht erstens die Welt unter, und zweitens haben wir alle Hände voll zu tun“, hieß es von der Mainzer Polizei um kurz vor 22.00 Uhr. Im ganzen Stadtgebiet sei die Feuerwehr unterwegs, Äste kamen gleich reihenweise runter. In Hechtsheim hieß es bei der Straßenbahnlinie 52 am Schinnergraben: „Hier fährt heute nichts mehr!“ Die Gleise der Straßenbahn waren blockiert, zudem wurde der Strom abgestellt – zu gefährlich.

Auf dem Weinfest im Kirchenstück hatte kurz vor dem Unwetter eine Massenflucht eingesetzt, die deutliche Zeichen von Panik trug. Wer blieb, scharte sich um die Weinstände, hielt krampfhaft Schirme fest und duckte sich in den Windschatten. Selbst die Dächer der Weinstände mussten festgehalten werden – binnen Sekunden stand von dem Weinfest außer den hölzernenen Buden nichts mehr. Tische und Bänke am Boden, Schirme ebenfalls – es bot sich ein Blick der Verwüstung.

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Verwüstetes Fest  - Foto: gik
Vom Winde verweht: Weinfest im Kirchenstück – Foto: gik

„Hier sieht es aus wie in Amerika!“, rief eine Festbesucherin in ihr Handy – die Szenerie erinnerte tatsächlich an Bilder von einem Hurrikan. Gottseidank wurde niemand verletzt, soweit wir sehen konnten. Auch flog kein Schirm quer übers Fest, aber knapp war’s….

Der Sandsturm erwischte aber den Hechtsheimer Ortskern, binnen Sekunden war dort nichts mehr zu sehen, Sand knirschte sogar zwischen den Zähnen. Es wehte Ziegel von Dächern und Kaminabdeckungen, sogar ein Kinder-Planschbecken wirbelte durch die Luft.

Von der Hechtsheimer Höhe aus konnten man zudem gut in Richtung Messegelände sehen – dort fanden sich direkt eine ganze Reihe von Blaulicht-Wagen ein. Auf dem Gelände fand am Sonntag das Love Familiy Park Techno Fest statt, das durch das Unwetter ebenfalls ein abruptes Ende fand.

Das Festival sei abgebrochen worden, ein geordneter Rückzug sei eingeleitet, hieß es von Seiten der Polizei. „Die MVG organisiert jetzt Busse, um die Leute vom Gelände zu holen“, sagte ein Polizeisprecher. „Einige Personen haben sichere Zuflucht in einem Gastronomiezelt gefunden“, twitterte die Polizei wenig später: „Wir geben Bescheid, wenn wieder Shuttlebusse bereit stehen.“

Haltet den Schirm auf dem Weinfest - Foto: gik
Haltet den Schirm! Hat geklappt 😉 – Foto: gik

Dabei wütete das Unwetter heftig: „Das ging richtig ab hier, kann ich ihnen sagen“, berichtete ein Polizeisprecher, teilweise seien die Notrufnummern völlig überlastet gewesen. Bei der Feuerwehr hieß es, es hätten zusätzliche Notruftelefone besetzt werden müssen, um die Masse an Notrufen abarbeiten zu können. „Um 20.53 Uhr hatten wir den ersten Einsatz“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Rund 100 Einsätze fuhr die Mainzer Feuerwehr am Abend, im Einsatz war alles, was greifbar war: Etwa 120 Kräfte von Berufsfeuerwehr und sämtlichen freiwilligen Feuerwehren. Die mussten sich vor allem mit umgestürzten Bäumen und herabstürzenden Ästen beschäftigen. Am Kaiser-Wilhelm-Ring wurden nach Angaben der Polizei mehrere Fahrzeuge durch umstürzende Bäume und herabfallende große Äste beschädigt. Auch hier war zeitweise die Straßenbahn blockiert.

Die Feuerwehr berichtete dann noch von einem Sportboot auf dem Rhein, das offenbar zwischen Zollhafen und Theodor-Heuss-Brücke auf dem Fluss trieb und zu sinken drohte.Letztlich habe das Boot von Wiesbadener Seite auf hinter der Petersaue gesichtet und gesichert werden können, sagte der Sprecher. Im Zoll-und Binnenhafen stürzten mehrere Hochseecontainer durch den Sturm auf die Straße und beschädigten diverse Stromleitungen.

Ihr& auf Mainz&: Ihr habt eindrucksvolle Fotos vom Unwetter oder Erlebnisse im Sturm? Dann schickt sie uns unter oder@mainzund.de! Unsere schönsten Fotos seht Ihr schon mal hier:

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