Das schwere Unwetter vom Sonntagabend hat auch in der Nachbarschaft Wiesbaden etliche Bäume umgestürzt und Äste herunter geweht. Die Stadt meldete am Montagabend schwere Schäden auf dem Nordfriedhof und dem Freizeitgelände Alter Friedhof, der Kletterpark auf dem Neroberg ist vollständig verwüstet, der Stadtwald sollte vorerst nicht betreten werden. Da haben wir uns doch gefragt: was ist mit der angeblich so unsicheren Lesselallee? Nun – nichts!

Lesselallee nach dem Sturm - Foto privat
Die Lesselallee auf der Maaraue nach dem Sturm – Foto privat

Es ist ja kaum zu glauben, aber der Sturm des Jahres hat in der Lesselallee auf der Maaraue überhaupt gar nichts an Schäden verursacht. Nach Bildern, die Mainz& vorliegen, wurden zwar Blätter von den Bäumen gerissen, aber lediglich ein wirklich kleiner Ast fand den Weg auf den Fußboden. Die mehr als 100 Jahre alten Kastanien stehen wie eine Eins.

Unwetter gibt Baumexperte Weihs Recht

Das finden wir – sorry – mehr als peinlich für die Stadtverwaltung und die Fraktionen der Großen Koalition aus CDU und SPD, die ja gerade noch ausdrücklich betont hatten, wie unsicher die Lesselallee sei, wie krank die Bäume, und dass man am Fällen festhalte.

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Das Unwetter scheint ja eher dem Baumexperten Ulrich Weihs Recht zu geben, der vergangene Woche im Umweltausschuss ausführlich erklärt hatte, dass sich Bäume einer Allee gegenseitig schützten und gerade dadurch nicht windanfällig seien. Hm….

Friedhof gesperrt, Stadtwald nicht betreten

Im Stadtgebiet Wiesbaden wurden jedenfalls zahlreiche Bäume „schwer geschädigt oder abgeknickt“, wie die Stadt mitteilte. Besonders betroffen seien die Stadtgebiete Mitte, Nord und Nordost, der Nordfriedhof und das Freizeitgelände Alter Friedhof seien mindestens für diese Woche gesperrt, auch die Grillplätze. „Bis auf Weiteres sollte sicherheitshalber der Stadtwald nicht betreten werden“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Astbruch Mainz-Kostheim außerhalb Lesselallee - Foto privat
Ein Astbruch in Mainz-Kostheim – außerhalb Lesselallee – Foto privat

Mann, Mann, liebe Wiesbadener, was habt Ihr denn für wackelige Bäume?!? Wir fragen morgen in Mainz nach, ob das hier auch so war, versprochen! Denn wenn nicht, dann sieht es ja fast so aus, als hätte Wiesbaden ein echtes Baumproblem – überall außer in der Lesselallee 😉

Achtung: Äste hängen noch in Bäumen

Die Stadt teilte jedenfalls mit, dass rund 200 Mitarbeiter des Amtes für Grünflächen, Landwirtschaft und Forsten gemeinsam mit externen Baumpflegefirmen im Einsatz seien und dabei acht Hubsteiger im gesamten Stadtgebiet einsetzten. Durch Sonderkontrollen des Baumbestandes sollen aktuell alle Schäden erfasst werden.

Astbruch Mainz-Kostheim außerhalb Lesselallee - Foto privat
Und noch ein Mords-Ast down – außerhalb der Lesselallee – Foto: privat

„In etlichen Baumkronen hängen noch Äste, die Baum für Baum entfernt werden müssen“, hieß es weiter: „Alle betroffenen Bäume und Flächen, die nicht unmittelbar abgearbeitet werden können, bleiben abgesperrt.“ Die Beisetzungen auf den Wiesbadener Friedhöfen würden aber wie geplant stattfinden können.

Geschlossen blieben am Montag auch das Opelbad und das Freizeitgelände Unter den Eichen , ebenfalls wegen Sturmschäden. Beides soll am Dienstag aber wieder geöffnet sein. Nur das mit den Bäumen dauert in Wiesbaden offenbar länger….

Info& auf Mainz&: Mehr zum Unwetter über Mainz findet Ihr hier, mehr zur Lesselallee hier und hier.

1 KOMMENTAR

  1. Ich war am Morgen danach auch in der Aue und habe große und kleine Äste nur außerhalb der Allee finden können. Erwartungsgemäß.
    Und wer die Expertise Prof. Weihs gelesen hat, wird die überragende Qualifikation des Mannes neidlos anerkennen und mir zustimmen.
    In den Gutachten der Stadt steht dagegen leider Vieles, was auch Laien bei aufmerksamer Lektüre durchaus und gerechtfertigterweise anzweifeln dürfen. Mit ein wenig Fachkenntnis könnte man über Herrn Denglers Ausführungen sogar lachen wenn es nicht so traurig wäre.

    Für die Schamlosigkeit der Fraktionen von CDU/SPD ist der Begriff “Peinlich” noch mild gewählt.
    Es fragt sich nämlich, WEM es nützt, dass Bäume mit einem schätzungsweisen Sachwert von rund 3Mio.€ erst abgeholzt und dann mit 1/4Mio.€ Steuermitteln wieder aufgepflanzt werden sollen?

    Sollte mich jedenfalls in der Aue jemals ein Sturm überraschen, werde ich mich in der Allee unterstellen und sonst Nirgends. Jedenfalls so lange sie noch steht.

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