Was hatten die Querelen um die Neuvergabe der Stände auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt im Vorfeld des Marktes die Stadt erschüttert, nun könnte man mit Shakespeare sagen: Viel Lärm um (fast) Nichts. Die Schausteller jedenfalls zogen am 22. Dezember im Gespräch mit Mainz& ein ausgesprochen zufriedenes Fazit: Markt gut angekommen, Probleme keine – am Ende war doch alles gut unterm Lichterhimmel im Schatten des Doms.

Daniela Sottile mit Geschenken im Glas - Foto: gik
Alte Schausteller, neue Ideen: Daniela Sottile mit Geschenken im Glas – Foto: gik

Mainz& aber meint: Ohne den Kampf um die neuen Stände wäre der Weihnachtsmarkt 2014 nicht so erfolgreich geworden, wie er war. Die Erschütterung mit dem geplatzten ersten Anlauf hat alle Beteiligten wach gerüttelt: Bei der Stadt musste man die manchmal seltsamen Kriterien auf ihre Anwendung der Realität abklopfen – und bei den Schaustellern wurden sich so viele Gedanken über neue Produkte und Angebote gemacht wie selten zuvor.

Machtprobe Stadt-Schausteller: 1 : 1

Anders ausgedrückt: „Die Machtprobe Stadt – Schausteller ist eins zu eins ausgegangen“, sagte Mainz& ein Insider, den wir lieber nicht nennen wollen – und nein, er kommt in diesem Text auch nicht mit Namen vor. 😉 Wenn es eine  Machtprobe war, dann war sie heilsam: „Wir brauchen uns gegenseitig, beide Seiten müssen an einem Strang ziehen“, sagte Georg Spreuer, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Rheinhessen, Mainz&: „Beschicker und Stadtverwaltung haben gelernt.“

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Schweinebraterei von und mit Markus Diestelkamp - Foto: gik
Schweinebraterei von und mit Markus Diestelkamp – Foto: gik

Ein schöner Markt 2014 sei am Ende dabei herausgekommen, sagen die Schausteller, man sei auf einem guten Weg, was die Verbindung von Altem und Neuem angeht. Der Markt sei „bis auf das Wetter positiv“ gewesen, sagte Spreuer denn auch. Heftige Regenfälle bereiteten den Standbesitzern deutliche Einbußen, teilweise schüttete es so sehr, dass die Besucher unter den Vordächern Schutz suchten.

Besucher da, Kaufkraft da, Touristen da

Trotzdem scheint der Umsatz den ersten Schätzungen zufolge zu stimmen: „Kaufkraft da, Besucher da, Touristen da“, fasste Alexander Eil die Lage zusammen. Schon am Eröffnungsabend strömten die Massen auf den Weihnachtsmarkt, als hätten alle nur darauf gewartet – wahrscheinlich war es ja auch so. 😉 Mit Wellenbewegungen ging das auch so weiter, dazu spuckten die großen Passagierschiffe am Rhein beinahe jeden Tag Touristengruppen aus. Sprachlich zumindest war es ein Multi-Nationen-Markt.

Spitzen-Glühwein von Winzer und Marktneuling Huf - Foto: gik
Spitzen-Glühwein von Winzer und Marktneuling Huf – Foto: gik

Allerdings klagten manche Standbetreiber über diverse Widrigkeiten: Die Glühweinstände klagten am Tag über Umsatzeinbußen, es war einfach zu warm für Glühwein. Die Verkaufsstände hingegen machten abends lange Gesichter, vor allem die, die von Glühweinständen umzingelt waren: Vor Menschentrauben fand den Stand dann keiner mehr, der noch einkaufen wollte.

Zu viel Glühweinstände – zu wenig Kunsthandwerk

Überhaupt die Glühweinstände: Sechs neue Stände auf dem Weihnachtsmarkt, da fragten sich nicht nur die Standbetreiber der alten Stände nach dem Sinn. Ein sattes Dutzend an Glühweinständen fand Mainz&, das scheint uns doch sehr üppig zu sein. Wobei wir uns nicht beschweren können: Beim großen Mainz&-Glühweintest fiel nur ein Stand durch – alle anderen punkteten mit Qualität vom Winzer und den verschiedensten Würzmischungen.

Schöner Blickfang: Stand mit Mosaiklampen auf dem Weihnachtsmarkt - Foto: gik
Schöner Blickfang: Stand mit Mosaiklampen auf dem Weihnachtsmarkt – Foto: gik

Positives Feedback gab es auch für die neuen Stände und manches neue Angebot an den althergebrachten: „Dem Publikum fehlte noch etwas mehr Kunsthandwerk“, sagte Marco Sottile, das könnte mehr sein. Dasselbe sagten Mainz& auch mindestens zwei weitere Standbetreiber, und auch wir finden, das würde dem Markt gut tun. Wo es bei der Mainzer Johannisnacht so eine üppige Vielfalt an kreativen Ständen gibt… Auch beim Schaustellerverband überlegen sie nun, wie das Kunsthandwerk gestärkt werden könne.

Längere Öffnungszeiten für 2015 ein Thema?

Ansonsten gelte aber für die neuen Stände: „Man muss sich sein Publikum erst erarbeiten“, sagte Spreuer, der selbst mit zwei neuen Ständen auf dem Markt vertreten war. So etwas dauere nun einmal ein paar Jahre. Dafür sei in diesem Jahr so viel auf bio und Fair Trade geachtet worden wie noch nie – der Neuausschreibung sei Dank.

Bei einem Thema aber gehen die Meinungen unter den Schaustellern auseinander: bei den Öffnungszeiten. Mainz& hatte mal in die Runde geworfen, ob der Markt nicht mal eine halbe Stunde oder Stunde länger gehen könne, also in der Woche bis 21.00 Uhr, am Wochenende bis 22.00 Uhr – andere Märkte wie Wiesbaden machen es vor. Da war die eine Hälfte strikt dagegen, die anderen aber sagten, wenn die Stadt längere Öffnungszeiten haben wolle, „würden wir uns dem nicht verschließen.“ Das bleibt also eine Aufgabe für 2015 😉

Fazit: Ein toller Weihnachtsmarkt 2014, der aber auch noch Luft nach oben hat – auf in die nächste Runde!

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