Das Jahr 2015 fängt gemütlich an – zumindest, was die Veranstaltungen angeht. Wahrscheinlich sind schon alle in den Narrensälen unterwegs. Aber da es ja bekanntlich ein Leben außerhalb der Fastnacht geben soll, haben wir zwei kleine Wochenendtipps für Euch herausgesucht: 28 Frauen um den Dichter Ringelnatz – und eine bissige Satire über den Gutmensch in uns allen. Nachd em Motto: Jeder rettet eine Afrikaner…

Asta Nielsen - Foto: Waldemar Titzenthaler
Asta Nielsen – Foto: Waldemar Titzenthaler

Samstag, 17. Januar, 9.00-14.00 Uhr „Die Frauen um Ringelnatz“

Eigentlich war der runde Geburtstag des Künstlers Ringelnatz, der vor allem durch seine Figur Kuttel Daddeldu bekannt ist, ja schon 2013 – da wäre er 130 Jahre alt geworden. Trotzdem wurde nun in Mainz eine Ausstellung zu Ehren des Jubilars eröffnet, nun sagen wir mal so: Weglaufen kann der Mann ja nicht mehr 😉 Interessant dabei ist aber: Die Ausstellung widmet sich nicht dem bewegtem Leben des Ringelnatz, sondern den Frauen, denen er auf seinen Wegen begegnet ist – und das waren einige. 28 um genau zu sein.

Das Leben von Ringelnatz war ja eigentlich aufregend genug um gleich mehrere Ausstellungen zu füllen. Doch in Wurzen, der Geburtsstadt des Künstlers, wollte man wohl etwas Neues: Wie hat ein solch bewegter Mensch sein Umfeld geprägt? Wer waren sie? Gerade beim weiblichem Geschlecht schien der kleine Mann mit dem markantem Gesicht beliebt gewesen zu sein.

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Es waren Frauen dabei wie Asta Nielsen, Stummfilmdiva, Maria und Tula Reemy, Geigerinnen, und seine Ehefrau Leonharda Pieper mit der er bis zu seinem verfrühtem Tod verheiratet war. Die Ausstellung porträtiert 28 dieser Frauen, die ihn auf seinen Wegen begleiteten, bewegten und inspirierten. Ergänzt wird das ganze mit Material des deutschen Kabarettarchivs und des Kulturamtes der Landeshauptstadt Mainz.

„Die Frauen um Ringelnatz“: Porträts von 28 Frauen aus dem Leben des Künstlers. Zu finden in der Rathausgalerie, ab dem 16.01. bis zum 28.02.2015. Mehr zu den Öffnungszeiten findet Ihr hier.

Mainzer Kammerspiele…

Jeder rettet einen Afrikaner (16. und 17.1. , 20 Uhr): Fünf Menschen proben eine Wohltätigkeitsveranstaltung für ein afrikanisches Hilfsprojekt. Sie sind nicht prominent – aber überaus motiviert. Es geht darum, Spendenbereitschaft zu wecken. Wie aber funktioniert das: unterhaltsam über Not und Elend in Afrika reden? Die Proben geraten nach und nach zu einem absurden Eiertanz um die eigene Eitelkeit und die political correctness… Eine der erfolgreichsten deutschen Komödien der letzten Jahre: Eine vergnügliche, polemische und scharfsinnige Satire über den Gutmensch in uns allen. Kosten: VVK 20, AK 23 Euro, Einlass 19.30 Uhr. Informationen und Tickets auf www.mainzer-kammerspiele.de.

Info& auf Mainz&: Sorry, Leute, es tut uns echt Leid – aber das Stück ist für dieses Wochenende schon ausverkauft… Haben wir erst jetzt gesehen. Für die nächste Aufführung gibt es aber noch Karten – das ist dann am 3. Februar 2015 um 20.00 Uhr.

Die Mainzer Kammerspiele sind ein aus der professionellen freien Szene entstandenes Privattheater, das seit 1986 ein breites Spektrum an zeitgenössischer Dramatik bietet.

Logo Mainzer Kammerspiele.Pro Spielzeit finden auf der Bühne im Fort Malakoff Park über 200 Vorstellungen statt und durchschnittlich 7 eigene Produktionen feiern Premiere. Momentan arbeiten 9 Ensembles an den Mainzer Kammerspielen und präsentieren dort regelmäßig ihre Vorstellungen, deren Spektrum vom traditionellen und experimentellen Sprechtheater, über zeitgenössisches Ballett und aktuelle Revuen, bis hin zu Musicals für Kinder reicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Vorstellung zeitgenössischer Autorinnen und Autoren, bei Erst- und Uraufführungen, sowie bei eigenen Erarbeitungen.

Dieses Programm wird ergänzt durch Auftritte bekannter Künstler und Ensembles im Rahmen von Festivals (Figurentheaterfestival, Kindertheaterfestival), Sondergastspiele (Chanson de Luxe) und Kooperationen mit anderen Initiativen und Institutionen.

Mainzer Kammerspiele im Fort Malakoff Park, Rheinstraße 4, Infos www.mainzer-kammerspiele.de

 

2 KOMMENTARE

  1. Und egal, wie Ihr zur Arbeit “hilfswilliger Menschen” steht – das Wort “Gutmensch” solltet Ihr ersatzlos aus Eurem Wortschatz streichen. Zumindest wenn Ihr Euch nicht mit Nationalsozialisten alter und moderner Herkunft gemein machen wollt.

    Im Januar 2012 erhielt das Wort bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz.

    Viele Grüße 🙂

    • Oh, das Wort war eigentich ironisch gemeint.. Aber den historischen Hintergrund kannte ich tatsächlich nicht! Wird ab sofort gestrichen 😉 Und natürlich ist es toll, wenn Menschen anderen in Not helfen – aber es gibt eben auch eine Form des frömmelnden Hilftuns, das weniger den anderen Menschen gilt als vielmehr dem eigenen Ego… Und dem darf Satire den Spiegel vorhalten. Vielen Dank für den Hinweis!

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