Schock am Donnerstagnachmittag im alten Ortskern in Mainz-Hechtsheim: Binnen Minuten zogen dichte Rauchwolke durch die Gassen, dicke Rußflocken verteilten sich in den Hinterhöfen. In einem Innenhof eines Einfamilienhauses in der Klauerstraße brannte es – ausgelöst wurde der Brand durch den defekten Akku eine E-Bikes. Durch ihr schnelles Eingreifen konnte die Feuerwehr ein Übergreifen des Brandes auf das komplette Wohngebäude und die Nachbarschaft verhindern. Eine 22 Jahre alte Frau, die sich im Haus befand, konnte sich selbst retten, sie blieb unverletzt.

Der Brand an einem Wohnhaus in Mainz-Hechtsheim wurde durch den defekten Akku eines E-Bikes ausgelöst. - Foto: Feuerwehr Mainz
Der Brand an einem Wohnhaus in Mainz-Hechtsheim wurde durch den defekten Akku eines E-Bikes ausgelöst. – Foto: Feuerwehr Mainz

Der Brand brach am Donnerstagnachmittag gegen 15.00 Uhr aus, Ort: die Klauerstraße im alten Hechtsheimer Ortskern. Der Brand entwickeltes sich nach Angaben von Anwohnern rasant, auch für die Feuerwehr war die starke Rauchentwicklung schon auf der Anfahrt sichtbar. Auslöser für den Brand: der Akku eines im Innenhof des Hauses abgestellten E-Bikes. Wie die Polizei am Freitag mitteilte  stellten Brandsachverständige im Nachgang fest, dass es mit dem Fahrrad zuvor einen Sturz gegeben hatte: ein wohl durch einen Sturz ausgelöster Vorschaden am Akku habe zu der Entzündung geführt.

Der brennende Akku setzte dann offenbar im Hof gelagerte Gegenstände oder auch Teile der Hausfassade in Brand, auf dem Foto der Feuerwehr ist ein hölzernes Rankgitter zu sehen, das in Brand geriet. Die Feuerwehr konnte zwar ein Übergreifen des Brandes auf das komplette Gebäude verhindern, musste aber das Dach sowie diverser Decken und Verkleidungen öffnen, um Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Die Löscharbeiten zogen sich deshalb hin, mehrere Trupps gingen gleichzeitig unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung in den Innenhof und das Gebäude. Das Haus wurde stromlos geschaltet und war zeitweise durch die Brandeinwirkung unbewohnbar.

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Die Brandursache durch einen Akku ist an sich nichts Neues: Immer wieder entzünden sich Akkus von E-Bikes und lösen Brände aus, so etwa im Dezember 2018 in Frankfurt in einem Fahrradgeschäft. Bei der Mainzer Polizei heißt es aber auch, so ein Brand sei „eine sehr, sehr seltene Sache“ und zumindest von einem E-Bike in Mainz bisher noch nicht vorgekommen. „Wir gehen ganz klar von einem technischen Defekt aus“, betonte Polizeisprecher Rinaldo Roberto. Hinweise auf ein Fremdverschulden oder eine Brandstiftung hätten sich nicht ergeben. Durch die Vorschädigung des Akkus könne sich ein technischer Defekt bilden, der zur Zündung des Akkus führen könne.

Bei dem Fahrrad handelte es sich den Angaben zufolge um ein Großserienmodell mit einem Akku eines namhaften Herstellers. Lithium-Ionen-Akkus, wie sie auch in Handys verbaut werden, gelten schon länger als brandgefährdet: „Lithium-Ionen-Batterien und Lithium-Metall-Batterien reagieren mit vielen Stoffen, neigen zu Überhitzung und können in Brand geraten“, warnt etwa der TÜV Rheinland, und rät jedes Jahr zur Sommerzeit erneut davor, Handys oder Tablets in der Sonne liegen zu lassen. Hintergrund sind die in den Akkus eingesetzten Chemikalien, die im Fall der Beschädigung des Gerätes miteinander in Kontakt geraten und dann einen Kurzschluss auslösen können.

Gefahr droht denn auch vor allem, wenn ein Akku-enthaltendes Gerät durch einen Sturz beschädigt wurde – womöglich ohne, dass dies von außen sichtbar ist. Die Polizei warnt denn auch explizit davor, selbst an Akkus herumzuschrauben oder Reparaturen durchführen – dien komplizierten Geräte könnten dabei beschädigt werden.

Info& auf Mainz&: Wir werden dem Problem Brand durch Akku an einem E-Bike noch weiter nachgehen und mit Experten sprechen – die Vorstellung ist allzu gruselig…

 

 

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