Von heute ab könnt Ihr Blumen aus städtischen Beeten klauen, und das ganz legal. Die Stadt Mainz tauscht nämlich kommendes Wochenende die Frühjahrsbepflanzung in den Beeten gegen Sommerblumen aus. Und weil die Frühjahrsblüher viel zu schade zum Wegschmeißen sind, dürfen die Mainzer sie mitnehmen. Die Abgabe ist nur für den Privatgebrauch gestattet, die Aktion gilt nur für Beete am Schillerplatz, auf dem Liebfrauenplatz hinterm Dom sowie den Beeten im Rosengarten.

Blumenbeete auf dem Schillerplatz mit Schillerdenkmal Die Aktion fand vergangenes Jahr erstmals statt und war gleich ein Erfolg. Auch in diesem Jahr müssen nun Stiefmütterchen und Goldlack Geranien, Begonien, Fleißigen Lieschen und Wandelröschen weichen. Die betroffenen Beete werden durch Schilder markiert, die auch noch einmal „plakativ auf die Erlaubnis der privaten Entnahme der Pflanzen hinweisen“, wie es bei der Stadt heißt. Bis einschließlich Sonntag, den 10. Mai, habt Ihr nun Zeit, Euch entsprechendes Pflanzenmaterial zu sichern. Danach werden die Beete durch die städtischen Gärtner komplett geräumt und neu bepflanzt. Also greift zu!

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4 KOMMENTARE

  1. Tolle Aktion der Stadt Mainz!
    Als ich gegen Mittag am Schillerplatz vorbei fuhr, hatte ich kaum Hoffnung abends noch Pflanzen zu bekommen. Als ich dann aber gegen 18.30 Uhr mit einer Nachbarin, kleiner Kiste und Schäufelchen ankam, war ich erstaunt wie viele Pflanzen, wenn auch nur noch dunkle Stiefmütterchen, noch da waren.
    Ich hatte auch den Eindruck, dass die SammlerInnen dieses Jahr viel „zivilisierter“ mit den Beeten umgegangen sind. Nichts war zertrampelt oder einfach achtlos rausgerissen, wie ich das letztes Jahr beobachtet hatte.
    Mein Schippchen habe ich dann noch mehrmals verliehen, weil viele Menschen erstaunt waren, was wir da machen, sich dann aber auch über die Blumenspende der Stadt freuten. 🙂
    Tina

  2. Auf den ersten Blick: Tolle Aktion! Auf den zweiten Blick spiegelt es die desolate Planwirtschaft der Stadt wider! Wie kann es sein, dass für mehrere Hundert oder gar Tausendende Euro Blumen gepflanzt werden, damit sie nach ein paar Wochen/Monaten wieder rausgerissen werden?!
    Auf der anderen Seite heißt es: wir müssen die Grundsteuer, Müllgebühr und Wasser/Abwassergebühr erhöhen! Es fehlt Geld um die Brunnen laufen zu lassen, es fehlt Geld für Polizei, Kitas, Schulen, Straßen (Brücken), es fehlt Geld für eine bessere Lehrerbildung, für angepasste Löhne im öffentlichen Dienst (Hausmeistergehälter usw), Feuerwehr usw usw usw.

    Blumen sind ja schön und gut – wenn die Stadt sie pflanzen möchte, soll sie auch bitte einen Sponsor dafür finden, der VORAB das Geld hinlegt. Ich hätte dann auch kein Problem damit, wenn dort ein Werbebanner stünde von „XY“.
    ODER: Der, der für Blumen ist, soll sie bitte auch vorab bezahlen. Dann sieht man wie knausrig auf unserer Vertreter doch sind….

    • Hallo INTUSSI,
      ich kann deine Wut verstehen. Ich pflanze in meine Beete und Kästen auch nie Frühblüher, weil ich das „rausreißen“ nach wenigen Wochen/Monaten auch nicht mag. Mainz ist aber u.a. eine Touristenstadt und bezieht daher auch Geld, welches in die Stadtkassen fließt um solche Beete zu bewirtschaften. Der Mombacher-Kreisel und der Kisselberg-Kreisel werden meines Wissens nach doch schon komplett fremdfinanziert, ebenso das große Beet am Pariser Tor. … Also alle „Einfallstore“ nach Mainz. Mainz ist pleite. Das wissen wir alle. Alle von Dir als nicht ausreichend finanzierten und wirklich wichtigen sozialen Strukturen und ausgewiesenen Behörden/Tätigkeiten sind damit vom Einkommen der Stadt Mainz abhängig.
      Für mich ist alles, wirklich alles was Mainz attraktiver macht (Blumen, Kräuter oder Gemüse am Schillerplatz, die neue Idee den Romano-Guardini-Platz mit „Färberpflanzen“ zu bepflanzen, das Cronopios in der Zanggasse, das Peng und, und und.. ) alles Ideen die zwar nicht „normgerecht“ erscheinen aber eben doch zur Infrastruktur der Stadt Mainz beitragen.
      … und… für meine Brunnenspende, hol ich mir dann auch mal ein paar nicht so sehr geliebte dunkle Stiefmütterchen vom Schillerplatz, weil ich eh den ArbeiterInnen dort die Arbeit ein wenig erleichtere, die sie sowieso tun müssen.
      Das Leben ist schön! Lasse es uns genießen. Auch und trotz der präkeren Situation der Stadt Mainz!
      Tina

  3. Das wird schon immer so gemacht, dass der Schillerplatz über das Jahr verteilt mit saisonalen Blumen bepflanzt wird. Ich glaub die Leute wollen das so. Mir wäre eine gammelige Wiese auch lieber, aber es gibt Leute die mögen Blumen.

    Es mag in deinen Augen Verschwendung sein ist aber eine übliche gärtnerische Serviceleistung der Stadt. Gerade in Städten, die auch Tourismus haben ist so was vermutlich auch wichtig.

    Ich finde auch, dass die Stadt mehr Geld ausgeben sollte und bin eine Gegner der aktuellen Sparpolitik, nur über ein paar Stiefmütterchen mag ich mich nicht aufregen.

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