Vor einem Jahr hatte die Stadt Mainz die Anschaffung von neun neuen Blitzanlagen angekündigt, nun ist die erste da: Seit Dienstag wird in Mainz eine mobile Geschwindigkeits-Messanlage eingesetzt, der weiße Trailer soll zunächst vor allem entlang der Rheinachse die Einhaltung von Tempo 30 überwachen. Die Stadt spricht von einem Zugewinn bei der Verkehrssicherheit sowie einer Reduktion von Schadstoffemissionen durch die verringerte Geschwindigkeit.

Der neue "Enforcement Trailer" in der Mainzer Rheinallee. - Foto: Landeshauptstadt Mainz
Der neue „Enforcement Trailer“ in der Mainzer Rheinallee. – Foto: Landeshauptstadt Mainz

Im September 2020 hatte die Stadt Mainz die Anschaffung von insgesamt neun stationären Blitzanlagen und einer mobilen Messstation angekündigt. Drei stationäre Anlagen sollen die Einhaltung von Tempo 30 in der Altstadt, in Höhe Zollhafen und an der Uniklinik überwachen, sechs weitere Anlagen an Kreuzungen Rotlichtverstöße einfangen. Rund 1,7 Millionen Euro sollen die Anschaffung insgesamt kosten, die Anlagen aber zugleich rund 1,744 Millionen Euro an Einnahmen generieren – und das pro Jahr.

Rund 1,5 Millionen Euro rechnet man bei der Stadt dabei allein durch Geschwindigkeitsüberschreitungen, und zu deren Ahndung dient vor allem das zehnte neue Gerät: Eine mobile Geschwindigkeits-Messstation, die seit Dienstag im Einsatz ist. Der „Enforcement-Trailer FM1“ hat ein weißes Gehäuse mit Kamera in seinem Inneren und kann ohne Personal und an verschiedenen Orten eingesetzt werden. „Mit dem Einsatz der neuen Messanlage steht eine maßgebliche Verbesserung zugunsten der Faktoren Verkehrssicherheit, Schulwegsicherheit, bei den Lärmwerten als auch der Umweltbelastung zu erwarten“, sagte die neue Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne).

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Der neue Blitzer soll vor allem Tempo 30 auf der Rheinachse und in der Kaiserstraße überwachen. - Foto: gik
Der neue Blitzer soll vor allem Tempo 30 auf der Rheinachse und in der Kaiserstraße überwachen. – Foto: gik

Als Einstieg sei vorgesehen, den Trailer alle zwei bis vier Tage an einem neuen Standort einzusetzen, um in der Bedienung eine effiziente Handhabung und den sicheren Einsatz des Trailers zu erproben, der rund 175.000 Euro in der Anschaffung kostete. „Mit der verstärkten Kontrolle zur Einhaltung von Tempobeschränkungen geht ein Zugewinn bei der Verkehrssicherheit als auch nachweislich eine Reduktion von Schadstoffemissionen einher“, betonte Steinkrüger. Mainz hatte zum 1. Juli 2020 eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen in den Innenstadt eingeführt, um das drohende Dieselfahrverbot abzuwenden.

Der neue Trailer soll deshalb auch vor allem dazu dienen, das Tempo 30 in Rheinallee, Rheinstraße, Kaiserstraße sowie Peter-Altmeier-Allee zu kontrollieren, man werde sich primär auf die Rheinachse fokussieren, sagte Steinkrüger weiter. Auf der Rheinachse sei wegen seines Charakters als Wohngebiet durchgehend „Tempo 30“ angeordnet, im Jahr 2020 stellte die Stadt hier Geschwindigkeitsüberschreitungen von gerade einmal 4,16 Prozent der Fälle fest. Im laufenden Jahr 2021 waren es bis zum 1. August nach Angaben der Stadt 4,32 Prozent, das sei mehr als der städtische Durchschnitt, der bei 3,31 Prozent liegt. Damit liegen Geschwindigkeitsverstöße im Mainzer Stadtgebiet bei deutlich unter fünf Prozent.

In Höhe Zollhafen ist ein stationärer Blitzer geplant. - Foto: gik
In Höhe Zollhafen ist ein stationärer Blitzer geplant. – Foto: gik

Ergänzend zur Rheinachse seien zudem weitere Kontrollen „in sensiblen Bereichen im Umfeld von Schulen und Kindergärten geplant“, sagte Steinkrüger weiter. Dazu würden derzeit sämtliche Messstellen im Stadtgebiet, einschließlich aller Vororte, für einen möglichen Einsatz des Trailers in Augenschein genommen und auf mögliche Aufstellpunkte geprüft. „Hier wollen und werden wir auf bereits vorhandene Messstellen aus der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung zurückgreifen und den Trailer auch in kürzeren Abständen einsetzen“, kündigte Steinkrüger an.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den geplanten Anschaffungen der Blitzeranlagen für Mainz lest Ihr hier bei Mainz&.

2 KOMMENTARE

  1. Was hat die Brückenfertigstellung der Rheinbrücke mit der Salzbachtalbrücke zu tun?
    Die Fertigstellung der Schiersteiner Rheinbrücke wurde bereits mehrfach verschoben und das bevor die Salzbachtalbrücke beschädigt wurde.
    Für die Verantwortlichen der Straßenbaubehörde ist das eine willkommene Gelegenheit, die dilettantische Planung und Kontrolle der Auftragsgerledigung zu verschleiern und auf vorgeschobene Sachzwänge zu schieben.
    Ich kenne kaum ein Straßenbauprojekt, welches mal rechtzeitig fertiggestellt wurde? Das Mainzer Autobahnkreuz lässt grüßen. Die Überbrückung der A3 für die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen vor 10 Jahren ist das einzige mir bekannte Projekt, was zügig innerhalb von Monaten über die Bühne lief und das auch noch ohne den Verkehr drastisch zu beeinflussen. Hier stand das Interesse der Fraport und der Politik dahinter. Aus all dem kann man nur den Schluss ziehen, dass das alles so gewollt ist, wie es ist.

  2. Die Verschleppung hat etwas Gutes. Denn der überbordende Massenverkehr muss unausweichlich zurückgefahren werden, vor allem auch der irrsinnige Gütertourismus wie italienisches Wasser nach Dänemark und Holsteiner H-Milch nach Österreich. Der überzogene Ausbau allerorten wird mittelfristig zur Fehlinvestition.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein