Der Tag der Deutschen Einheit wird im Herbst die Innenstadt lahm legen, am Donnerstag informiert die Staatskanzlei die Anwohner über die Einschränkungen: Am 16. März 2017 um 18.00 Uhr präsentiert die Projektleitung den Anwohnern den aktuellen Planungsstand im Festsaal der Staatskanzlei Mainz. Das Großevent wird am 2. und 3. Oktober die gesamte Innenstadt mit einem großen Bürgerfest lahmlegen, dazu wird es Sperrungen rund um Dom und Rheingoldhalle während des offiziellen Festaktes geben. Auch die Aufbau- und Abbauarbeiten werden die Anwohner zu spüren bekommen. Dazu noch einmal unser Text zum Programm des Tags der Deutschen Einheit.

Mainz steht im Oktober mal wieder ein Großereignis bevor: Am 2. und 3. Oktober findet hier das Fest zum Tag der Deutschen Einheit statt. Rund 500.000 Besucher werden an den beiden Tagen erwartet, Mainz sieht es gelassen. Man sei ja Feste in dieser Dimension gewöhnt, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Montag in Mainz. Der Tag der Deutschen Einheit sei dennoch etwas Besonderes – zuletzt war Mainz 2001 Gastgeber für das Fest der Deutschen. Mainz will sich mit Weltoffenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft präsentieren, das Land Rheinland-Pfalz setzt als Ausrichter auf das Thema Zusammenhalt und freiheitliche Demokratie: Das Motto des Tages lautet „Zusammen sind wir Deutschland“ – und auch das Hambacher Fest spielt eine Rolle.

Dreyer und Ebling mit Plakat Tag der Deutschen Einheit Mainz kleiner - Foto gik
OB Ebling und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD) vor dem offiziellen Plakat zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz am 2. und 3. Oktober 2017 – Foto: gik

Es war 1832, als deutsche Freiheitskämpfer und Revolutionäre hinauf zum Hambacher Schloss in der Pfalz marschierten und für ein geeintes und demokratisches Deutschland eintraten. Sie schwenkten dabei eine Fahne, ihre Farben: Schwarz, Rot und Gold. Eine dieser Fahnen des Hambacher Festes hängt heute im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags – wenn er nicht gerade umgebaut wird. Genau mit diesem Symbol für die Demokratie will das Land in den Tag der Deutschen Einheit im Oktober in Mainz ziehen.

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„Wir möchten die Menschen animieren, sich bewusst zu werden, in welchem tollen Staatsgefüge wir leben“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag bei einer ersten Vorstellung des Programms in Mainz. Schwarz-Rot-Gold, das stehe „für freiheitliche Demokratie“, betonte Dreyer: „Ich will nicht, dass die Rechten unsere Symbole besetzen und missbrauchen.“ Es sei Zeit, dass die Menschen in Deutschland zeigten, dass sie dafür einstehen. Staat und Demokratie bräuchten die Unterstützung der Zivilgesellschaft, betonte Dreyer mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland und der Welt: „Die Kraft und die Stärke unserer Demokratie hängt davon ab, wieviel sich Menschen einbringen.“

Rheinland-Pfalz hat Ende 2016 turnusgemäß den Vorsitz im Bundesrat übernommen, deshalb findet das Einheitsfest in Mainz statt. 45 Jahre nach der Wiedervereinigung solle der Tag der Deutschen Einheit vor allem ein Fest des Zusammenhalts und Miteinanders werden, sagte Dreyer, die Besucher beim Fest aktiv mitmachen können. „Wir wollen zeigen, dass die Vielfalt in unserem Land selbstverständlich ist, dass Deutschland nicht denkbar ist ohne diese Vielfalt“, betonte die Ministerpräsidentin. Im Mittelpunkt stehe das Denken: „Gemeinsam sind wir Deutschland.“ Die Landeshauptstadt Mainz sei dafür ausgesprochen gut geeignet, betonte Ebling: Mainz sei eine weltoffene und junge Stadt, hier lebten Menschen aus 170 verschiedenen Nationen.

Der Mainzer Dom mit weißer Haube - echt scheee - Foto: gik
Dom und Umgebung werden am 3. Oktober 2017 kurzfristig zur Sperrzone, solange die offiziellen Feiern laufen – Foto: gik

„Wir wollen zeigen, was wir sind: ein Völkchen, das optimistisch nach vorne schaut und gerne feiert“, sagte Ebling. Mainz werde mit Zukunftsthemen und Tradition „zeigen, was Stadt und Land zusammenhält.“ Zur reichen Stadtgeschichte von Mainz gehöre schließlich mit der Mainzer Republik 1792 auch die erste demokratische Republik auf deutschem Boden, erinnerte Ebling. Schwarz-Rot-Gold seien „die demokratischen, nationalen Farben, die für Zusammenhalt und Vielfalt stehen“, damit müsse man nicht verschämt umgehen. „Wir wollen die Einheitsfeier zu einem informativen, fröhlichen und bunten Fest für alle machen und dabei für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgen“, sagte Dreyer.

Als Mainz 2001 zum bislang ersten Mal die Einheitsfeier ausrichtete, waren wenige Wochen zuvor die Anschläge aufs World Trade Center in New York – 9/11 genannt – passiert. Die Aufregung damals war groß, die Sicherheit exorbitant – Mainz meisterte die Herausforderung gelassen und ohne Probleme. Auch in diesem Jahr werden die Sicherheitsvorkehrungen hoch sein, die konkreten Sicherheitskonzepte würden derzeit entwickelt, hieß es heute. Eine abgesperrte Sicherheitszone soll es aber nur einmal und nur für einen kleinen Bereich geben: Rund um den Dom, das Gutenberg-Museum und die Rheingoldhalle, wenn am 3. Oktober hier die offiziellen Feierlichkeiten stattfinden.

Ab 9.30 Uhr geht es am offiziellen Feiertag der Deutschen los mit einem Empfang im Gutenberg-Museum samt Eintrag ins Goldene Buch für die Promis – zu Gast wird dann etwa der neue Bundespräsident sein, der voraussichtlich Frank Walter Steinmeier (SPD) heißen wird und jetzt noch Außenminister ist. Im Anschluss gibt es einen ökumenischen Gottesdienst im Mainzer Dom gefolgt vom offiziellen Festakt in der Rheingoldhalle. Mehr zum Programm wollte Dreyer nicht verraten, „wir wollen Sie ja überraschen“, meinte sie. Auch das Bühnenprogramm steht noch nicht fest, Details soll es dazu im Sommer geben.

Weinköniginnen Tag der Deutschen Einheit kleiner
Weinköniginnen in der Fotobox des Landes zum Tag der Deutschen Einheit: „Wie ihr seht, gab es Schwierigkeiten 7 Weinköniginnen auf 1,5 Quadratmetern unterzubringen“, postete dazu die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder auf Facebook. Spaß hat’s wohl gemacht…. – Foto: Staatskanzlei Mainz

Ansonsten aber wird in Mainz am 2. Oktober ab 11.00 Uhr ein gigantisches Bürgerfest gefeiert. Quer durch die ganze Innenstadt entsteht dabei die größte Festmeile, die Mainz je gesehen hat: vom Hauptbahnhof über den Schillerplatz und die Ludwigsstraße bis zu Fischtor und Rhein, auf der Rheinpromenade zum Kaisertor und die Kaiserstraße wieder hinauf zum Hauptbahnhof. Traditionell präsentieren sich am Tag der Deutschen Einheit die 16 Bundesländer sowie Bundesinstitutionen auf den Meilen, und dabei gebe es immer viel Gutes zu essen, verriet Dreyer. Für das Fest können sich noch Gastronome und Einzelhandel mit Ständen bewerben, eine Informationsveranstaltung dazu findet am 6. März um 14.30 Uhr in der Mainzer Staatskanzlei statt.

Im Übrigen wird vor allem gefeiert: Winzer aus den sechs rheinland-pfälzischen Weinanbaugebieten werden vertreten sein, Mainz will sich mit seiner lebendigen Kunst- und Kulturszene präsentieren, wie Ebling sagte. Dazu zählte der OB vor allem die Hochschule für Musik und das Konservatorium, aber auch das Mainzer Staatstheater, junge Künstler sowie die Sparte Kleinkunst. Geplant sind außerdem Auftritte von Mine, Hanne Kah oder Comedian Sven Hieronimus. Den Abschluss bildet dann am 3. Oktober eine große Abendshow auf dem Rhein, bei der mit Licht, Animation und Musik die deutsche Geschichte inszeniert werden soll.

Die Kosten trägt freundlicherweise das Land, das 2,8 Millionen Euro an Haushaltsmitteln allein 2017 bereit stellt. Davon entfallen zwei Millionen Euro auf das Bürgerfest, dazu kommen noch Gelder von Sponsoren. „Wir freuen uns auf diesen Tag“, betonte Ebling. Und was die Organisatoren unter „Mitmachen“ verstehen, konnte man bereits beim Vorgängerfest in Dresden am 2. Oktober 2016 besichtigen: Eine Fotobox, in der man Selfie-Schnappschüsse machen kann – schwarz-rot-goldene Brillen inklusive.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober 2017 in Mainz findet Ihr hier im Internet. Eine Informationsveranstaltung für Anwohner des Festes gibt es am 16. März 2017, 18.00 Uhr, im Festsaal der Mainzer Staatskanzlei. Die Internetseite rund um die Präsidentschaft von Rheinland-Pfalz im Bundesrat findet Ihr hier.

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