Erneut müssen Mitarbeiter und Kunden um den Erhalt der Galeria Kaufhof-Filiale in Mainz bangen: Ende Oktober meldete das Unternehmen erneut Insolvenz an, mehr als 40 der verbliebenen 131 Filialen sollen nun geschlossen werden – seither bangen auch Mitarbeiter in Mainz um ihre Jobs. Nun schaltete sich die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) ein und appellierte an das Unternehmen, den Standort Mainz zu erhalten. „Unsere Stadt braucht auch in Zukunft ein großes Warenkaufhaus“, betonte Matz.

Der alte Karstadt in Mainz an der Ludwigsstraße ist bereits Geschichte. - Foto: gik
Der alte Karstadt in Mainz an der Ludwigsstraße ist bereits Geschichte. – Foto: gik

Schon 2020 hatte die letzte große Warenhauskette „Galeria Karstadt Kaufhof“ Insolvenz anmelden müssen, damals war in Mainz die Karstadt-Filiale auf der Ludwigsstraße den Schließungen zum Opfer gefallen. Nun schlingert das Unternehmen des Österreichers René Benko erneut: Am 31. Oktober meldete Karstadt-Kaufhof, man habe erneut Insolvenz anmelden müssen. Seither läuft ein Schutzschirm-Verfahren, ein Restrukturierer soll die Neuaufstellung der Warenhauskette leiten.

Bekannt wurden bislang nur wenige Details, eines darunter: Von den verbliebenen 131 Filialen sollen rund ein Drittel – also etwa 40 – neuerlichen Kürzungen zum Opfer fallen. Man plane „einen massiven Umbau“ der Warenhäuser und wolle das Unternehmen so wettbewerbsfähiger aufstellen, teilte Galeria Karstadt Kaufhof auf der eigenen Homepage mit. Hintergrund der jetzigen Probleme seien gestiegene Energiekosten und Nachfragerückgänge im Zuge der Inflation.

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Seither ist das Rätselraten groß, welche Filialen von Schließungen betroffen sein könnten – der Mainzer Kaufhof gehörte bislang eigentlich zu den mit am besten laufenden Häuser der Warenhauskette. Nun schaltete sich auch die Stadt Mainz ein: Die Stadt werde sich dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft den Kaufhof-Standort Mainz gebe, sagte Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU).

Der Mainzer Kaufhof galt bisher als wirtschaftlich eher erfolgreiches Haus. - Foto: gik
Der Mainzer Kaufhof galt bisher als wirtschaftlich eher erfolgreiches Haus. – Foto: gik

„Seit vielen Jahrzehnten hat Galeria Kaufhof einen festen Platz in unserer Stadt und ist ein wichtiger Anlaufpunkt“, betonte die Dezernentin: „Die Filiale wird seit jeher sehr gut frequentiert.“ Das liege zum einen am attraktiven Standort im Herzen der Innenstadt, zum anderen aber auch an den Angeboten, der Produktvielfalt, dem Engagement der mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der sehr guten Beratung. „Unsere Stadt braucht auch in Zukunft ein großes Warenkaufhaus“, betonte Matz.

Sie habe deshalb Kontakt zum Unternehmen Galeria Kaufhof aufgenommen, und in einem Schreiben an Geschäftsführer Miguel Müllenbach appelliert, am Standort Mainz festzuhalten, und diesem eine Zukunft zu ermöglichen, teilte Matz weiter mit. „Wenn man sich an den Fakten und an den Standortmöglichkeiten orientiert, dann kann es nur eine Entscheidung geben: den Erhalt der Mainzer Filiale“, betonte die Wirtschaftsdezernentin.

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Aus dem Wirtschaftsdezernat hieß es weiter, man habe bislang keinerlei Hinweise, dass eine Schließung der Mainzer Filiale beabsichtigt sei. Aber auch in Mainz machten sich viele Menschen Sorgen um die Arbeitsplätze und die Zukunft des Filialstandorts. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Kaufhof-Filiale in unserer Stadt sehr gute Zukunftschancen und Entwicklungsmöglichkeiten hat“, betonte Matz weiter. Das werde in den vielen Gesprächen, die sie zu dieser Thematik führe, stets sehr deutlich.

Die Fußgängerzone rund um den Mainzer Kaufhof: Bislang galt das Warenhaus stets als Anziehungspunkt für Kunden und Quotenbringer auch für die Umgebung. - Foto: gik
Die Fußgängerzone rund um den Mainzer Kaufhof: Bislang galt das Warenhaus stets als Anziehungspunkt für Kunden und Quotenbringer auch für die Umgebung. – Foto: gik

Die Landeshauptstadt Mainz sei wirtschaftlich erfolgreich und dynamisch, liege mitten im prosperierenden Rhein-Main-Gebiet und habe einen weiten Einzugsbereich bis tief nach Rheinhessen hinein – das seien gute Voraussetzungen, so die Dezernentin weiter. Auch würden die Mitarbeiter „mit großem Engagement ihrer Arbeit nachgehen, und sich mit dem Standort identifizieren.“ Zudem sei der Mainzer Kaufhof zuletzt immer wieder modernisiert worden.

Von Seiten der Warenhauskette hieß es, Renovierungen von Warenhäusern hätten bewiesen, dass dadurch mehr Akzeptanz und vor allem deutliche Umsatzsteigerungen erreicht werden könnten. Die in der Corona-Pandemie begonnenen hohen Frequenzverluste in den Innenstädten seien nun aber „durch die aktuell allgemeine Kaufzurückhaltung der Kunden infolge der Inflation massiv verschärft“ worden. Dazu belasteten im laufenden Jahr Energiepreissteigerungen im dreistelligen Millionenbereich das Unternehmen. Deshalb müsse man sich nun „auf das dauerhaft wirtschaftlich Sinnvolle“ fokussieren.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Aus des alten Karstadts in Mainz könnt Ihr noch einmal hier auf Mainz& nachlesen. Dort entsteht seither ein neues Einkaufszentrum, der „Boulevard LU“, mehr dazu lest Ihr hier bei Mainz&.

 

 

 

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