Die Baustelle am Autobahnkreuz Mainz-Süd ist tatsächlich endlich Geschichte, doch nun verursacht die Rückkehr zur alten Verkehrsführung neue Probleme: In Fahrtrichtung Bingen ist damit jetzt nämlich auf die Nutzung des Seitenstreifens für die Abfahrt Richtung Mainz weggefallen, damit steht hier eine Fahrspur weniger zur Verfügung als zuvor. Die Autobahnpolizei Heidesheim registrierte prompt mehrere Dutzend Verstöße gegen die neuen-alten Regeln und warnt: Weil irritierte Autofahrer zwischen den Fahrstreifen hin- und herwechselten, komme es vermehrt zu gefährliche Situationen. Mainz&-Leser berichten sogar von mehreren Beinahe-Unfällen.

Die beiden maroden Autobahnbrücken der A60 über die A63 mussten erneuert werden, das dauerte deutlich länger als geplant. - Foto: gik
Die beiden maroden Autobahnbrücken der A60 über die A63 mussten erneuert werden, das dauerte deutlich länger als geplant. – Foto: gik

Die Großbaustelle am Autobahnkreuz Mainz-Süd war Anfang Oktober 2025 nach acht Jahren endlich beendet worden: Mit fünf Jahren Verzögerung hatte die Autobahn GmbH des Bundes die den Bau der beiden Brückenbauwerker de Autobahn 60 über die A63 fertiggestellt, damit wurden nun auch endlich die beiden geschlossenen Auffahrtsrampen wieder eröffnet. Die Baustelle hatte die Mainzer jahrelang echte Nerven gekostet, sie hatte für massive Staus auf dem Mainzer Ring sowie für vermehrten Stadtverkehr gesorgt.

Seit dem 8. Oktober 2025 ist die Baustelle am Autobahnkreuz Mainz-Süd nun vollständig zurückgebaut – doch damit entstand prompt ein neues Problem: Damit nämlich kehrte die Autobahn GmbH auch zur alten Verkehrsführung zurück. Und das heißt: In Richtung Bingen steht jetzt vor dem Autobahnkreuz eine Fahrspur weniger zur Verfügung. Die Autobahn GmbH hatte nämlich im Zuge der Baustelle und zur Verringerung der Staus eine eigene Abbiegespur für die viel befahrene Strecke in Richtung Alzey eingerichtet.

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Keine Nutzung des Standstreifens mehr in Richtung Mainz

Die Abfahrt in Richtung Mainz wiederum wurde über den Standstreifen geleitet, für viele Mainzer war das geradezu ein Segen: Sie fuhren elegant am Pendlerstau vorbei in Richtung Innenstadt. Doch genau damit ist es nun vorbei: In Fahrtrichtung Bingen stehen jetzt nur noch insgesamt zwei Fahrstreifen zur Verfügung, damit muss dort auch der Abbiegeverkehr in Richtung Alzey entlang. Der Standstreifen ist wieder gesperrt, die Abfahrt Richtung B40 und Mainz hat zwar weiter eine eigene Fahrspur, das ist aber eben jene dritte Spur, die bislang Richtung Alzey führte.

Die Baustelle Autobahnkreuz Mainz-Süd ist endlich fertig, die Rampen sind in alle Richtungen wieder geöffnet. - Foto: Autobahn GmbH
Die Baustelle Autobahnkreuz Mainz-Süd ist endlich fertig, die Rampen sind in alle Richtungen wieder geöffnet. – Foto: Autobahn GmbH

Und das sorgt offenbar für erhebliche Irritationen und Probleme: Kontrollen der Polizeiautobahnstation Heidesheim am Freitag, dem 10. Oktober 2025, zeigten nämlich, „dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer den Seitenstreifen fälschlicherweise als regulären Fahrstreifen nutzen“, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Innerhalb von nur 45 Minuten habe man mehr als 60 Verkehrsteilnehmer auf die geänderte Verkehrsführung hinweisen müssen, rügten die Beamten, und wiesen darauf hin: Das Befahren des Seitenstreifens ist grundsätzlich verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Verstöße werden mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 55 Euro bis hin zu einem Bußgeld in Höhe von 75 Euro sowie einem Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg geahndet. In diesem Fall kamen die Verkehrsteilnehmer mit mündlichen Verwarnungen davon, doch in Zukunft dürfte es hier auch Bußgelder geben. Der Seitenstreifen dürfe „ausschließlich zum Abstellen von Fahrzeugen bei einer Panne oder in einer Notsituation genutzt werden“, mahnen die Ordnungshüter. Und eigentlich seien die entsprechenden Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen auch deutlich angebracht und klar erkennbar.

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Reduzierung von Fahrstreifen sorgt für Beinahe-Unfälle und Stau

Dennoch irritierte die neue-alte Regelung offenbar viele Autofahrer: „Bei der Beobachtung des Autobahnabschnitts konnten die Beamten mehrere gefährliche Situationen beobachten“, so die Autobahnpolizei weiter. Denn Fahrzeuge hätten teilweise zwischen dem Seitenstreifen und dem Abbiegestreifen auf die B40 hin- und hergewechselt, dadurch hätten viele Verkehrsteilnehmer bis zum Stillstand abbremsen müssen. „In der Folge kam es insbesondere während der Feierabendzeit zu stockendem Verkehr“, so die Autobahnpolizei weiter.

Zur Vermeidung weiterer Gefahrensituationen appelliere man deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, sich auf die geänderte Verkehrsführung einzustellen und die geltenden Regelungen konsequent zu beachten. Bei der Autobahnpolizei hieße s am Mittwoch auf Mainz&-Nachfrage zudem, es sei ja verständlich, wenn Autofahrer nach „gefühlt zehn Jahren“ wieder eine Zeit bräuchten, um sich umzugewöhnen. Die Lage entspanne sich aber aus Sicht der Polizei, auch habe es nicht mehr Unfälle gegeben. „Wir beobachten das auch weiter“, fügte ein Sprecher hinzu.

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