Jetzt wird’s aber richtig happig: Nach Rheinallee, Saarstraße, Koblenzer Straße und Weisenauer Brücke wird jetzt auch noch die Boppstraße zur Baustelle. Ab kommenden Montag, den 3. August, wird die Boppstraße zwischen Kurfürstenstraße und der Josefsstraße zur Einbahnstraße in Richtung stadtauswärts. Der Grund: Kanalarbeiten. Damit fällt die Boppstraße stadteinwärts als Zufahrtsstraße aus – und zwar für satte vier Wochen.

Motivwagen Pannenhilfe in der Boppstraße
Pannenhilfe für die Boppstraße – für die Baustellen bräuchte es auch eine… – Foto: gik

Der Grund: die Modernisierung des Mainzer Kanalnetzes. Da stehe nun der Bau des vorerst letzten von insgesamt sieben neuen sogenannten Scheitelschächten an, teilte der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Mainz am Donnerstag mit, und der entstehe zwischen Kurfürstenstraße und Josefsstraße in der Boppstraße. Dafür stehe an der Baustelle nur eine Fahrspur zur Verfügung, der Verkehr werde deshalb stadtauswärts hier entlang geleitet.

Wer stadteinwärts fahren will, muss einen großen Umweg machen: Der Verkehr wird über die Goethestraße und die Rheinallee und Kaiserstraße umgeleitet – Wahnsinn. Man habe den Großteil der Arbeiten bewusst in die Ferienzeit gelegt, heißt es beim Wirtschaftsbetrieb weiter: „wollen die Behinderungen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner so gering wie möglich halten und nutzen deshalb die Urlaubszeit“, sagte Betriebschefin Jeanette Wetterling, und bat „um Verständnis“ bei Anwohnern und Autofahrern.

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Umleitungsstrecke Boppstraße Kanalbau
Riesenumweg für stadteinwärts fahrende Autofahrer wegen Boppstraßen-Baustelle – Foto: gik

Das dürfte allerdings jetzt wirklich schwierig werden: Warum man jetzt auch noch die Boppstraße lahm legt, dürfte angesichts der Baustellen-Häufung mittlerweile auf wenig Verständnis stoßen. Auch uns bei Mainz& stellen sich da einige Fragen: Warum, zum Beispiel, führt man den stadteinwärts fahrenden Verkehr nicht durch die Boppstraße und leiten den Verkehr stadtauswärts über den Kaiser-Wilhelm-Ring?

Das wäre viel leichter machbar, und der Riesenumweg über die Rheinallee (!) wäre nicht nötig. Den Verkehr stadtauswärts wiederum könnte man auch über die Mombacher Straße hinterm Bahnhof entlang leiten. Zumal die Josefsstraße auch für den stadteinwärts fahrenden Verkehr erreichbar bleiben soll – schließlich ist das eine wichtige Zufahrt für viele Neustadt-Straßen. Die jetzt geplante Regelung erscheint uns da wenig durchdacht, und das war jetzt ein Kommentar 😉

„Letztendlich nämlich“, meint der Wirtschaftsbetrieb zudem, „lohnt sich das ‚Warten'“, denn nach Fertigstellung der neuen Schächte werde der Einstieg in die Kanalisation einfacher. Das spare in Zukunft Zeit bei der Reinigung und Instandhaltung“, betonte Wetterlings Vorstandskollege Michael Paulus. Das ist ja schön für die Wirtschaftsbetriebe – aber lohnt sich dafür das Warten der Autofahrer? Wir haben da so unsere Zweifel…

Info& auf Mainz&: Den Wirtschaftsbetrieb Mainz findet Ihr auf dieser Internetseite. Mehr zum Mainzer Baustellen-Chaos findet Ihr in dem Mainz&-Artikel Dezernentin Eder im Gespräch und in Autofahrer stinksauer – MVG im Gespräch.

4 KOMMENTARE

  1. Wieder einmal macht sich der Wirtschaftsbetrieb in Mainz zur Lachnummer. Die gute Frau Wetterling (nennt sich Betriebschefin) muss für die Fehler der Verkehrsdezernentin – eine Frau namens Eder- den Kopf hinhalten. Das Chaos kann man doch weglächeln. Immerhin spielt sich die Komödie in den Sommerferien ab. Mein Eindruck: Hier sind Amateure am Werk, eine geschlossene Gesellschaft, Transparenz und Bürgernähe ist unerwünscht. Die Grünen Spitzenpolitiker geben sich wirklich Mühe, im Landtagswahlkampf zu punkten. Es lebe die Ideologie. Sachverstand bleibt auf der Strecke.

  2. Ist das wirklich so ein Drama?
    Auf der Boppstrasse stadteinwärts ist doch kaum Verkehr.

    Und irgendwie verstehe ich das gejammer nicht wirklich. Es ist doch klar, dass nach der Sperrung der Schiersteiner Brücke einige Baustellen zeitlich verschoben wurden und das man Baustellen einfach mal so um ein paar Wochen nach den eigenen Vorstellungen planen kann, ist wohl ein etwas Laienhafte Vorstellung, wie Baustellen überhaupt geplant werden.

    Vor allem wenn mehrere Unternehmen beteiligt sind ist diese Art der Koordination wie sie momentan in dern Artikeln hier gewünscht werden sicher nicht plausibel. Also ob eine Firma nur darauf wartet, dass sie für die Stadt arbeiten darf und alle Maschinen nur dafür frei hält.

    Besser als es im Augenblick gemacht wird geht es wohl kaum. Aber es ist wohl wie beim Fußball, jeder denkt er wäre ein besserer Trainer auch wenn er sich kaum bewegen kann.

    • Besser geht es kaum? Woher weißt Du das? Wenn Du in die Planungen involviert bist – wir nehmen gerne ein Interview! Ansonsten erscheint uns: hier ist in Sachen Optimierung noch Luft nach oben oben. Und das sagt uns schlicht der gesunde Menschenverstand 😉

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