Es war die große Grönemeyer-Party am Donnerstagabend im Messepark in Mainz. Zwei Stunden und 40 Minuten rockte Grönemeyer die Bühne und die Messe, es war grandios, auch wenn nicht immer alles glatt ging. Ein paar schiefe Töne, verpatzte Übergänge, eine geplatzte Hose – alles egal. Herbie war back in Mainz, und rund 16.000 feierten mit ihm eine grandiose Party. Und die enthielt alles, was man so liebt: Mensch, Bochum, Flugzeuge im Bauch, Halt mich, Letzter Tag, Bleibt alles anders, Alkohol – ein Hit jagte den nächsten.

Grönemeyer - Start in blau näher
Los geht’s: Herbert Grönemeyer on stage im Mainzer Messepark – Foto: gik

Leider, leider steht die große Konzertbühne von Mainz ja nicht mehr am Zollhafen mit dem grandiosen Blick auf den Rhein, das Mega-Teil ist jetzt in den Messepark nach Hechtsheim gewandert. Auch wenn die Location nicht annähernd so schön ist – die Infrastruktur ist für so viele Menschen einfach günstiger. Gut eine Stunde vor dem Konzert herrschte auf den Autobahnen auf dem Weg nach Hechtsheim allerdings ordentlich Stau – nach AZ-Berichten kamen 16.000 Fans zum ersten Herbert Grönemeyer Open-Air dieses Jahres. Schon nachmittags waren die Fans in Scharen angereist – die Entega verteilte wegen der großen Hitze lustige gelbe Hüte, über die sich Herbert dann während des Konzerts ordentlich lustig machte…

Um Punkt 20.00 Uhr war es so weit: Herbert on stage! Er habe ja „vor etwa 200 Jahren zuletzt in Mainz gespielt“, bekannte er, damals in irgendeiner Halle – und auf dem Weg zur Bühne sei er gleich mal im Aufzug stecken geblieben. Ups. Dieses Mal habe er gesagt, er komme ja gerne, „aber ohne Aufzug, bitte.“ Aber gerne doch! Mainz& hat übrigens in guter Tradition mal wieder eine Zaunparty gefeiert – aus privaten Gründen waren wir nicht „inside“ -, es waren nicht wirklich viele Zaun-Zuschauer, die sich auf das Messegelände verirrt hatten.  Immerhin gab’s einen Getränkestand vor der Tür, ein bisschen Sicht und eine sehr nette Atmosphäre.

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Grönemeyer am Piano in rot
Setzte sich bei Balladen ans Piano: Herbert Grönemeyer romantisch – Foto: gik

Dann ging’s so richtig los: Mit „Unser Land“ setzte Grönemeyer gleich mal ein Zeichen: „Es ist ein wunderbares Land“, schwärmte Grönemeyer, und es sei ausgesprochen „wichtig, dass man dieses Land gegen alles verteidigt, was versucht, es in die rechte Ecke zu zerren.“ Grönemeyer war immer auch politisch und hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Ein wenig später sprach er sich dafür aus, die Atmosphäre in Sachen Flüchtlinge nicht kippen zu lassen. „Wir haben eine Geste angefangen, die sollten wir durchziehen“, sagte er – und weiter Flüchtlingen eine Heimat bieten. Sprach’s, und sang „Roter Mond“, ein Lied, in dem es um schwankende Planken und große Hoffnungen geht. Grandios.

Da hatte Grönemeyer schon fleißig alte und uralte Hits zum besten gegeben: Das legendäre „Flugzeuge im Bauch“, ganz als Ballade, allein am Klavier ganz vorne auf dem Steg, der mitten ins Publikum reicht. Gefolgt von „Der Weg“, das zu Herzen gehenden Lied, das Grönemeyer nach dem Tod seiner ersten Frau schrieb. Doch ebenso mühelos, wie er seine Fans mucksmäuschenstill bekam, brachte er sie dann wieder zum Tanzen und Feiern – mit „Musik, nur wenn sie laut ist“, „Mensch“, „Alkohol“ und „Bleibt alles anders“ direkt hintereinander. Was für ein Fest.

Grönemeyer Zeit dass sich was dreht
Geile Lightshow, afrikanische Trommeln: Grönemeyer und „Zeit, dass sich was dreht“ – Foto: gik

Und man merkte: Der Mann hat einfach seit 30 Jahren Hits produziert, von denen andere für ein Jahr träumen. Und die alten Songs haben nichts, aber auch gar nichts von ihrer Frische verloren, während die neuen Werke oft musikalisch ausgefeilter und vielfältiger daher kamen. So kamen bei der Fußball-Hymne „Zeit, dass sich was dreht“ auch afrikanische Musiker und Trommeln zum Einsatz, davor hatte Grönemeyer schnell noch das Lied vorgestellt, das der Nachfolge-Fußball-Hit werden soll: „Das ist das Leben“ heißt er, und eignet sich wunderbar zum Mitsingen und Mittanzen – was das Publikum beides zu Herbies Begeisterung ausgiebig tat.

„Schiffsverkehr“, das grandiose „Bochum“, und ein Medley von „Männer“ und „Was soll das“ jagten einander. Und danach bekannte Grönemeyer, der Übergang zwischen beiden Letztgenannten sei ja total schief gegangen…. „Ich singe ja sehr schön. So zwischendurch. Zwischen halb neun und 20 vor neun…“, offenbarte Herbie – und in der Tat: Das war die Phase, in der Töne schief gingen, ganze Passagen haarscharf neben den Harmonien lagen – Grönemeyer mies drauf?

Grönemeyer groß in rot
Hatte Spaß in Mainz trotz einiger Pannen: Herbert Grönemeyer – Foto: gik

„Die Premiere ist immer hart“, bekannte Grönemeyer, er sei jetzt ja länger nicht aufgetreten und müsse sich noch einsingen. Stimmte genau 😉 Und dann platzte auch noch Grönemeyers Hose – zum Glück hinten -, und der Sänger nutzte eine Pause zwischen zwei Sets, um das Malheur schnell zu beheben. Vielleicht war es ja diese verlängerte Pause, denn ab 21.45 Uhr Uhr begann ein wahrere Exitus in Richtung Ausgang. Immer mehr Zuschauer strömten schon mal Richtung Busse und Parkplatz, vor allem nachdem Herbie um kurz vor 22.00 Uhr die ersten Zugaben gegeben hatte und sich – scheinbar – mit „Danke schön! Die ganze Welt: Danke schön!“ verabschiedete.

Doch weit gefehlt – danach ging es erst richtig los, Grönemeyer griff noch mal ganz tief in die Hitkiste und sang sich warm. „Land Unter“, „Letzter Tag“, der Park-Mambo, um kurz nach 22.00 Uhr tobte das Konzert auf dem Höhepunkt, und Herbie war jetzt so richtig heiß. Und auch die Bühnenshow drehte jetzt noch einmal so richtig auf. „Fang mich an“ kam als schnell-fette Version mit cooler lila Show daher, und das finale „Halt mich“ fast schon als Techno-Version mit großartiger grün-weißer Lightshow mit blitzenden Quadraten – grandios.

Wer da schon den Platz verlassen hatte, verpasste das beste. „Es war ein wunder-, wunderschöner Abend“ dankte am Ende ein überwältigter Herbert Grönemeyer: „Tschüss Mainz!“ Tschüss Herbert! Und warte bitte nicht so lange, bis Du das nächste Mal wieder kommst…

Und zum Schluss noch unsere Fotoshow zum Event:

 

2 KOMMENTARE

  1. „Des einen Freud ist des anderen Leid“ könnte man dieses Event auch nennen, denn der Veranstaltungsort „hoch oben über“ Mainz hat leider den Fehler, dass man, ob man will oder nicht, mithören muss, selbst wenn man am anderen Ende , hier : Gonsenheim, wohnt.
    ES ist schon beachtlich, dass man trotz Doppelverglasungsfenster die Tagesschau mit Grönemeyer „unterlegt“ bekommt und man erst mal die Nachbarn verdächtigt… Nichts gegen Events, aber da sollte man doch noch mehr darauf achten, dass man denen, die nicht dabei sein können oder wollen, etwas mehr Respekt zollt. Da wird sich über alles Mögliche aufgeregt wie Flugzeuglärm, Tante Ju etc. , aber das sind „Peanuts“ gegen 160 Minuten Dauerbeschallung! Sicherlich mag das jetzt sehr subjektiv sein und auch die Wetterlage trägt nicht unerheblich zu diesem Phänomen bei, aber da das nicht zum ersten Mal der Fall war, sollten die Verantwortlichen bitte über eine Lösung nachdenken, die möglichst für Alle akzeptabel ist, denn: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

    • Hallo Frau Neumann – sie haben allen Ernstes in Gonsenheim Grönemeyer gehört? Live durch die Luft? Das ist ja ein Ding! Das hätte ich ja nicht gedacht! Thema ist gemerkt und wird bei Gelegenheit aufgegriffen! Liebe Grüße!

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