Am Samstag ist es wieder so weit: Das legendäre Mainzer Markt-Frühstück startet in die Saison 2018. An 35 Samstagen bis Mitte November schenken dann wieder Mainzer Winzer am Rande des Mainzer Wochenmarkts ihre guten Tropfen aus – sehr zur Freude der Besucher: Der gemütliche Frühstückstreff wurde 2018 dermaßen als Kultveranstaltung überrannt, dass die Stadt zur neuen Saison eine Reihe Neuerungen einführt. Die wichtigste: Der Ausschank zieht um vor den Römischen Kaiser, den historischen Bau des Gutenberg-Museums. Hier sei mehr Platz für den Weinstand, auf der Apsis dafür dann mehr Platz für Tische und Bänke, argumentiert die Stadt. Die abziehenden Marktwagen müssen jedoch noch immer durch die Besucher hindurch – wie das wird, wird man sehen. Alle Termine, alle Infos hier bei uns.

Beliebter Kulttreff: Das Mainzer Marktfrühstück am Samstag auf dem Liebfrauenplatz, dem unteren Teil des Mainzer Markts. – Foto: gik

Seit April 1999 gibt es den Weinausschank der Mainzer Winzer an Samstagen auf dem Mainzer Markt, als der Kulttreff vor 19 Jahren startete, kamen ein paar Dutzend Mainzer, um neben oder nach dem Einkauf einen leckeren Schoppen zu genießen. Die Zeiten sind vorbei: Im Frühjahr 2017 kamen teilweise mehrere Hundert Besucher zum Weingenuss auf den Markt, das Marktfrühstück mit seiner einmaligen Atmosphäre lockt längst auch schon Besucher aus der ganzen Region an. Vergangenes Jahr führte das zu teils chaotischen Zuständen, auf dem Markt war kein Durchkommen mehr, die Besucher standen zwischen Weinstand und Römischem Kaiser dicht gedrängt. Damit musste sich auch der Abfahrtsverkehr des Wochenmarkts durch die Besuchermassen quälen – das Marktfrühstück drohte an seinem eigenen Erfolg zu ersticken.

Das Marktfrühstück werde zum Teil so gut angenommen, „dass wir ein paar Probleme gekriegt haben“, räumte der Mainzer Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) im November 2017 ein: „Zu Saisonbeginn war es an ein paar Tagen so voll, dass wir uns Gedanken über die Sicherheit machen mussten.“ Stadt Mainz und Mainzer Winzer reagierten: Erst wurden Ordner installiert, die für den Abfluss des Verkehrs sorgen sollten, Flyer wurden an Besucher verteilt und um Rücksicht gebeten. Doch die Menschenmassen waren nicht Jedermanns Sache: Es gebe doch einige ehemalige Besucher, „die sagen, die Aufenthaltsqualität hat gelitten, wir gehen da nicht mehr hin“, räumte Sitte ein. Dabei sei das Marktfrühstück „ein großer Erfolg für unsere Stadt, es liegt uns allen sehr am Herzen“, betonte der Dezernent.

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In diesem Jahr soll deshalb nun ein neuer Ort für die Weintheke die Besuchermassen entzerren helfen: Direkt vor dem Römischen Kaiser soll nun der Ausschank stehen, so gebe es mehr Platz für Tische und Bänke sowie für die Wein holenden Besucher. Die Sitzgelegenheiten auf der erhöhten Apsis sollen bleiben und sogar erweitert werden. „Man steht nicht mehr so gedrängt und hat bessere Chance, einen Sitzplatz zu bekommen“, argumentierte Sitte. Damit würden die Besucherströme entzerrt, die Aufenthaltsqualität werde sich erhöhen.

Volles Haus beim Mainzer Marktfrühstück: In diesem Jahr steht hier vor dem Römischen Kaiser der Weinausschank. – Foto: gik

„Wir hoffen, dass wir die verlorenen Besucher dadurch zurückgewinnen“, sagte Sitte. Auch der Wochenmarkt werde profitieren, die Situation vor allem beim Abbau durch die Fahrzeuge werde sich entschärfen, glaubt der Dezernent. Allerdings wird auch durch die Verlagerung der Platz auf dem Liebfrauenplatz nicht mehr werden, die Besucher müssten immer noch zwischen Römischem Kaiser und Sitzplätzen hin und her pendeln – genau über den Abfahrtweg der Marktbeschicker.

Stadt und Winzer diskutierten zeitweise sogar eine Verlagerung des Mainzer Marktfrühstücks, dem stellten sich aber die Mainzer Winzer entgegen – sie wollten ihre Kultveranstaltung nicht auf irgendeinen Platz verlegt sehen. „Ein Marktfrühstück ist für uns etwas, wo Metzger und Bäcker in der Nähe sind“, betonte die Vorsitzende der Mainzer Winzer, Sigrid Lemb-Becker, das bleibe jetzt gewährleistet. Nun werden die Besucher mit einem frischen Auftritt begrüßt, Theke und Wagen wurden erneuert und präsentieren sich im Design des Vereins. „Wir freuen uns, dass es wieder losgeht und sind gespannt, ob sich der neue Standort genauso etabliert wie der vorherige“, sagte Lemb-Becker,

Eine Einengung droht dem Markfrühstück in Zukunft dennoch – wenn denn der Bibelturm neben dem Römischen Kaiser gebaut werden sollte. Darüber entscheidet aber nun am 15. April das erste Mainzer Bürgerbegehren, der Ausgang ist bisher völlig unklar. Die Winzer jedenfalls hoffen auch 2019 auf reibungslosen Betrieb und viele zufriedene Gäste: „Unser Anliegen war es immer, den Mainzern den Wein nahe zu bringen“, sagte Lemb-Becker, “ das ist uns gelungen.“

Zum neuen In-Tipp der Mainzer Weinfreunde ist derweil längst eine andere Location geworden: Der Weinstand der Mainzer Winzer am unteren Ende des Fischtorplatzes, direkt am Rheinufer. Der Stand öffnet ebenfalls am 24. März seine Tore – und ist zur Alternative für Ruhe suchende Weintrinker geworden.

Info& auf Mainz&: Marktfrühstück der Mainzer Winzer jeden Samstag auf dem Liebfrauenplatz von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Mehr zu den Problemen mit dem Mainzer Marktfrühstück und zur Vorstellung der Lösung „Umzug vor den Römischen Kaiser“ lest Ihr hier bei Mainz&. Informationen über die Mainzer Winzer findet Ihr hier, alle Termine, alle Weingüter des Mainzer Marktfrühstücks natürlich hier bei uns, bitteschön:

 

 

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