Mein Gott, Leute – es weihnachtet sehr! Nächste Woche Donnerstag eröffnet der Mainzer Weihnachtsmarkt, am Freitag stellte die Stadt den endgültigen Stand der Dinge vor. Danach wird es auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr 96 Stände geben, darunter sind 17 Stände mit neuem Angebot. 11 davon sind allerdings Essens- oder Glühweinstände, die Geschenkeneuerungen halten sich also leider in Grenzen. Neu sind hingegen eine große Bühne am Dom und ein großer Weihnachtsbaum sowie neue Beleuchtung am Gutenbergmuseum. Und der Mainzer Polizeidirektor Achim Zahn gab ganz klar eine Losung aus: „Keine Angst haben, hingehen!“

Das war er, der Mainzer Weihnachtsmarkt 2014! - Foto: gik
Juchhu, der Mainzer Weihnachtsmarkt 2015 steht vor der Tür! – Foto: gik

Nach den schrecklichen Anschlägen von Paris vor einer Woche sind die Sicherheitsbehörden ganz klar angespannt. Experten wie das Bundeskriminalamt gehen davon aus, dass Paris Teil einer Anschlagsserie der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist – vielleicht nur der Anfang davon. „Paris hat auch Auswirkungen bis nach Mainz“, sagt Zahn.

Polizei: Präsent, aber nicht martialisch

Trotzdem: Wir wären nicht in Mainz, wenn die Polizei deshalb jetzt in Hektik und Panik verfallen würde. Im Gegenteil: „Die Sorgen um die Sicherheit hatten wir schon vor Paris, die haben wir eigentlich jeden Tag“, sagt Zahn. Die Terrorgefahr sei in Mainz aber doch eher eine „abstrakte Gefährdung“, in Mainz „sind wir nicht im Kernpunkt“, glaubt Zahn. Das heißt nicht, dass die Polizei nachlässig sei: „Wir werden präsent sein – in Zivil und Uniform“, verspricht Zahn: „Glauben Sie mir: Wir werden alles tun, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten.“

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Würde die Polizei aber martialisch aufmarschieren, „würden wir nur Ängste schüren“, glaubt der Mainzer Polizeidirektor, deshalb werde man „so dezent wie möglich, aber so effizient wie nötig“ vor Ort sein. Und Zahn bittet alle da draußen um Wachsamkeit: „Gehen Sie aufmerksam durchs Leben, und wenn Sie etwa Komisches sehen, sofort melden – das hilft uns.“ Ansonsten aber sei seine Bitte: „Das Leben leben nach Mainzer Art! Nicht hinzugehen – das wäre fatal.“

Stadt: Neuer Wettbewerb machte Markt attraktiver

Gehörte zu den Neuen 2014: der Flammlachsstand auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt – Foto: gik

„Wir freuen uns auf einen schönen, sicheren Weihnachtsmarkt“, betonte denn auch Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP). Der Markt sei so attraktiv wie nie, ein echter „Premiumsweihnachtsmarkt“. Das liege auch an der Neuausschreibung der Stände, die ja bekanntlich 2014 so richtig daneben ging. Die Stadt hatte mit einem undurchsichtigen Bewerbungsverfahren zahlreiche Altbeschicker aus dem Markt gekickt, das Mainzer Verwaltungsgericht stoppte das Verfahren schließlich – und übte harsche Kritik am intransparenten Auswahlverfahren.

Daraus habe man gelernt, versicherte der Leiter des Wirtschaftsamtes Hans Peter Brümmendorf: „Das Verfahren war hilfreich für den Wettbewerb“, betonte er, und der Wettbewerb wiederum habe „das Angebot enorm gesteigert“ und neue Ideen freigesetzt. Dazu gehörten vor allem neue, Mainz-affine Produkte wie ein Mainz-Leuchtstern oder eine neue Einkaufstüte.

„Durch Ausschreibung ist viel Kreativität freigesetzt worden“

Suppenküche Weihnachtsmarkt mit Personal
Kreatives neues Angebot 2014 war die wunderschön gestaltete Suppenküche – Foto: gik

Dazu habe auch beigetragen, dass alle Stände auf drei Jahre neu vergeben wurden: „Wer drei Jahre Planungssicherheit hat, kann sich Dinge vornehmen, die ein bisschen größer sind“, sagte Brümmendorf. Der Wettbewerb durch die Neuausschreibung habe „einen erheblicher Schub an Qualität bei Angebot und Gastronomie“ gebracht.

Das übrigens sehen auch die Schausteller so: „Durch die Ausschreibung ist viel Kreativität freigesetzt worden, die Händler kaufen mehr und höherwertigere Waren ein“, sagte Rolf Weiß, Sprecher der Schausteller auf dem Weihnachtsmarkt. Allerdings seien auch „bedauerlicherweise viele Kollegen durchs Raster gefallen“, die entweder die Ausschreibung nicht verstanden oder den Zug verpasst hätten, sagte Weiß – darunter seien auch viele angestammte Kollegen.

Alteingesessene Marktbeschicker alle wieder dabei

Allerdings müsst Ihr jetzt keine Angst haben: die traditionellen Stände wie der große Glühweinstand vor den Markthäusern oder der Reibekuchenstand sind natürlich auch in diesem Jahr wieder mit dabei. Die Stadt hat in der Tat aus dem verkorksten Jahr 2014 gelernt, die alteingesessenen Beschicker, die den Weihnachtsmarkt in 40 Jahren zu dem machten, was er ist, sind alle wieder da.

Hmmmm, Reibekuchen! - Foto: gik
Hmmmm, der große Reibekuchenstand ist auch 2015 wieder dabei – Foto: gik

„Wir haben Kundenkenntnis und Marktkenntnis als ein Kriterium bewertet“, verriet Brümmendorf Mainz& den Grund dafür. Inhaber geführte Stände, bei denen der Chef den Markt kenne, seien gut für den Weihnachtsmarkt, deshalb gebe es eben auch die Kategorie „bekannt und bewährt“. Und so sind auch unter den offiziell 17 neuen Ständen viele Altbekannte: Abbou Benalia ist mit seinen Wollwaren wieder dabei, einige der neuen Stände werden von alteingesessenen Schaustellern geführt. „Es geht doch um das Angebot“, sagte Brümmendorf dazu.

Raclette, Flammlachs – und der Dinnelestand kommt

Von den neuen Ständen 2014 könnt Ihr Euch denn auch wieder auf die Raclettehütte und der Flammlachsstand freuen, auch die Geschenke im Glas und die handgemachten Seifen kommen wieder, ebenso der Stand mit Fleischwurst und Grünkohl, von dem wir uns ja nicht wirklich sicher waren, ob er so gut ankam… Neu im kulinarischen Sektor ist vor allem auch der Dinnelestand, auf den wir uns sehr freuen: die flachen Fladen nach mittelalterlichem Rezept sind einfach köstlich und definitiv eine Bereicherung.

Satte 18 Essenssstände gibt es insgesamt auf dem Weihnachtsmarkt, von der Suppenküche bis zur Bratwurst findet da wirklich jeder was. Dazu kommen 22 Süßigkeitenstände – damit steht es 50 Essenstände zu 44 Geschenkeständen. Neu dabei ist eine Weihnachtsbäckerei, die Bio-Schokolade ist wieder da, eine Bio-Mandelmanufaktur gibt es auch.

Papierstand aus Berlin doch dabei – Neuer Standort

Martin Wolter mit Hund am Papierstand
Der Berliner Martin Wolter ist mit seinem beliebten Papierstand 2015 doch wieder dabei – Foto: gik

Freuen können sich auch die Freunde des Papierstandes von Martin Wolter aus Berlin: Der war erst bei der Ausschreibung abgelehnt worden, was wir nun wirklich gar nicht verstehen können, war Wolter doch der einzige Stand, der in der Stadt Gutenbergs Gedrucktes, Papierwaren und Schönes rund um Schreiben und Druck anbot. Mit Wolters Kritik an seinem wirklich gruseligen Standort vergangenes Jahr im Schatten des Gutenberg-Museums habe seine Ablehnung aber nichts zu tun gehabt, versicherte Brümmendorf.

Nun aber ist Wolter doch dabei – er rückte vor einer Woche für einen ausgefallenen Bewerber nach. Der Papierstand steht nun an der Heunensäule, die dunkle Ecke am Museum wurde nicht wieder vergeben. „Wir danken ihm sehr für die spontane Bereitschaft“, sagte Brümmendorf. Wir freuen uns!

Zwei neue rheinhessische Weingüter mit Winzer-Glühwein dabei

Winzer Huf mit Glühwein
Gewann mit sensationellem Glühwein 2014 den Mainz&-Glühweintest: Winzer Huf aus Ingelheim – Foto: gik

Neu dabei sind übrigens auch zwei rheinhessische Weingüter: Das Weingut Kissel aus Freinsheim und das Weingut Geisinger aus Ober-Olm verstärken die Riege der Winzer-Glühweine. „Man erwartet von uns, dass der Glühwein in der Great Wine Capital ein ganz Besonderer ist“, sagte Prümmendorf zur Erklärung. Uns stört das nicht – das Weingut Huf aus Ingelheim sahnte ja vergangenes Jahr gleich mal den ersten Platz im großen Mainz&-Glühweintest ab.

Dabei stellten wir auch fest: Die Qualität der Mainzer Glühweine auf dem Weihnachtsmarkt ist hervorragend, wenn dieser Trend so weiter geht, haben wir nichts dagegen 😉 Zumal der Ausrutscher vom Vorjahr, ein Billig-Glühwein-Stand in der Marktmitte, dieses Jahr nicht mehr dabei ist. Nicht dabei ist allerdings auch das Weingut der Stadt Mainz: Sitte bestätigte, dass die Bewerbung der Familie Fleischer zu spät abgegeben wurde. Nun wird es deren Glühwein am Schillerplatz geben – der dortige Weihnachtsmarkt soll aufgewertet werden.

Kritik von abgelehnten 2014er Neuen – Klagen alle abgewiesen

Die schönste Kulisse für einen Weihnachtsmarkt ist noch immer der Dom- Foto: gik
Weihnachtsmarkt-Pyramide, Dom – es gibt keine schönere Kulisse – Foto: gik

Nicht dabei sind aber auch der tolle Mosaiklampenstand vom Vorjahr sowie einige neue auswärtige Beschicker. Einige davon übten gegenüber Mainz& scharfe Kritik: Man habe 2014 viel Geld in die Hand genommen und in die eigens von der Stadt vorgeschriebenen Stände investiert, nun werde man im Regen stehen gelassen, schrieb ein Schausteller Mainz&.

Brümmendorf wehrt indes ab: Auch in diesem Jahr habe es zwar eine ganze Reihe von Klagen gegen die neue Ausschreibung gegeben, das Mainzer Verwaltungsgericht habe dieses Mal aber alle Klagen als ungerechtfertigt abgewiesen. „Das Gericht hat alles bis ins Detail überprüft und die Bewertung der Stadt bestätigt“, betonte der Amtschef gegenüber Mainz&: „Wir haben ein in sich schlüssiges, gerichtsfestes Ergebnis vorlegen können.“

40 Jahre Mainzer Weihnachtsmarkt – 10. schönster der Republik

Weihnachtsmarkt - Dom durch Lichterhimmel
Lichterhimmel im Schatten des Doms – die Atmosphäre macht Mainz zu einem der zehn schönsten Weihnachtsmärkte der Republik – Foto: gik

Und so kann nun kommende Woche die Eröffnung über die Bühne gehen. Dann wird sich am Höfchen wieder die große Weihnachtspyramide, eines der Wahrzeichen des Marktes, drehen, und der LED-Sternenhimmel im Schatten des Doms den Platz in weihnachtliches Licht tauchen. Vor dem Gutenberg-Museum gibt es einen neuen, zehn Meter hohen Weihnachtsbaum, die Fassade des Museums wird erstmals weihnachtlich beleuchtet.

Und es gibt zwei neue Kinderkarussels nostalgischer Art. Und von der neuen und größeren Weihnachtsmarktbühne am Dom werden Weihnachtslieder über den Markt klingen. Der Weihnachtsmarkt kann übrigens 40 Jahre feiern: der erste moderne Weihnachtsmarkt wurde 1975 im Schatten des Doms eröffnet. Heute gehört der Mainzer Markt zu den 10. schönsten der Republik.

Info& auf Mainz&: Der 41. Mainzer Weihnachtsmarkt öffnet am Donnerstag, dem 26. November um 11.00 Uhr seine Tore. Die offizielle Eröffnung findet um 17.00 Uhr auf der Bühne am Dom statt. Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt dann bis zum 23. Dezember um 19.00 Uhr, danach ist schneller Abbau angesagt. Öffnungszeiten: Sonntags bis Donnerstags 11.00 Uhr bis 20.30 Uhr, Freitags und Samstags 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Der Bundeschluss um 21.00 Uhr ist übrigens strikt – ein neuer Gong soll eine Viersteltunde vorher darauf hinweisen.

2 KOMMENTARE

  1. Bin mal gespannt, wie ehrlich Frau Kirschtein mit Kritik umgehen kann. Wird dieser Kommentar hier nicht veröffentlicht, so werde ich es eben in den sozialen Medien posten…

    Ausrutscher? Billig Glühwein? Jetzt würde mich mal interessieren welchen Stand die leicht polemische Frau Kirschstein meint. Nahe liegt der Stand gegenüber vom Sinn/Leffers, der seinen Glühwein für 1,50€ angeboten hat. Dieser war 30 Jahre lang Teil des Mainzer Weihnachtsmarktes und einer der Beliebtesten!
    Oder meint sie den Neubeschicker, der 2014 sage und schreibe an die 90.000€ (!!!) investierte?

    In allen Ehren: eine solch respektlose Aussage wie die ihre (nur weil ihnen der Glühwein beim sehr seriös durchgeführten Test 2014 nicht gemundet hat), würde ich nicht mal vom Axel Springer Verlag erwarten.

    • Hallo Manfred, klar genehmige ich kritische Kommentare! Bei Mainz& werden nur Kommentare nicht genehmigt, die hetzerisch, verleumderisch, rassistisch oder sonstwie gegen Grundgesetz oder Persönlichkeitsrechte verstoßen. Ich habe nämlich überhaupt nichts gegen Kritik.

      Was den Glühwein angeht: Lesen Sie doch bitte einfach den Mainz&-Glühweintest vom vergangenen Jahr – da steht klar drin, welcher Stand gemeint war: https://mainzund.de/weihnachtsmarkt-der-grosse-mainz-gluehweintest/

      Und der Glühwein hat mir nicht einfach nur „nicht geschmeckt“ – eine Jury von vier Personen mit völlig unterschiedlicher Herkunft und Geschmacksvorlieben ist einhellig zu dem Schluss gekommen, dass dieser Glühwein ein in Sachen Qualität leider negativer Ausrutscher nach unten war. Und ich finde Ausrutscher ein sehr nettes und höfliches Wort. Ich bin übrigens seit 1997 Weinjournalistin und habe diverse oenologische Seminare und sensorische Fortbildungen besucht und war zudem bereits Mitglied in Weinjuries – ich traue mir durchaus zu, die Qualität und Machart eines Weins zu beurteilen. Auch eines Glühweins.

      Auch als Leser hat man die Pflicht, sich zu informieren bevor man in die Gegend kommentiert!

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