Die Zahl der Coronainfektionen steigt seit Kurzem wieder an, nun meldet die Stadt Wiesbaden einen neuen Hotspot: Nach einem privaten Sommerfest mit mindestens 100 Personen sind 18 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Stadt am Montagnachmittag mit. 15 Personen kommen dabei aus dem Stadtgebiet Wiesbaden, weitere Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) mahnte eindringlich, nicht leichtfertig zu werden, sich an Abstandsregeln zu halten und Masken zu tragen.

Ein privates Sommerfest in Wiesbaden hat einen Corona-Hotspot ausgelöst - das Foto zeigt indes die Rheingauer Weinwoche von 2017. - Foto: gik
Ein privates Sommerfest in Wiesbaden hat einen Corona-Hotspot ausgelöst – das Foto zeigt indes die Rheingauer Weinwoche von 2017. – Foto: gik

Bei dem privaten Sommerfest hatten mindestens 100 Teilnehmer gemeinsam gefeiert, die Feier liege bereits einige Tage zurück, hieß es weiter. Doch nun sorgt das Fest für einen deutlichen Anstieg der Coronainfektionen in der Hessischen Landeshauptstadt: Bis Montagvormittag wurden bereits 18 positive Fälle gemeldet, davon stammen 15 Personen aus dem Wiesbadener Stadtgebiet. Weitere Tests wurden veranlasst, die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet. Bislang gehe es allen Infizierten, abgesehen von teilweise milden Symptomen, gut.

Die Stadt teilte am Montag mit, die betroffenen Gäste hätten am Wochenende zum Großteil bereits durch das Gesundheitsamt ermittelt, auf Covid-19 getestet und teilweise unter Quarantäne gestellt werden können. Die Nachverfolgung laufe auf Hochtouren, sei aber enorm aufwändig, „da seit der Feierlichkeit bereits einige Tage vergangen sind und die Gäste zum Teil bereits Urlaubsreisen angetreten haben.“ In diesen Fällen seien auch die Gesundheitsämter anderer Regionen informiert worden, um alle Lücken zu schließen.

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Zusätzlich werde auch überprüft, ob seitens des Veranstalters des Sommerfests ein schlüssiges Hygienekonzept vorgelegen habe und korrekt umgesetzt worden sei, hieß es weiter. In Wiesbaden müssen private Sommerfeste mit größeren Teilnehmerzahlen zwar nicht angemeldet werden, die Veranstalter aber dennoch ein Hygienekonzept vorhalten, erklärte die Stadt auf Mainz&-Anfrage. Es solle nun geprüft werden, ob ein schlüssiges Hygienekonzept vorlag und korrekt umgesetzt wurde.

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) mit Maske in seinem Wochenvideo auf Facebook. - Screenshot: gik
Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) mit Maske in seinem Wochenvideo auf Facebook. – Screenshot: gik

Der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) unterstrich, das Beispiel zeige, „dass ein Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln auch bei Feierlichkeiten enorm wichtig ist.“ Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken seien „keine Zumutung, sondern die Grundlage dafür, das Erreichte nicht zu gefährden“, betonte der Oberbürgermeister: „Sie schützen so nicht nur sich, sondern auch Ihre Mitmenschen. Die Erfolge der vergangenen Monate und die erreichte Eindämmung der Infektionszahlen dürfen jetzt nicht durch Leichtfertigkeit aufs Spiel gesetzt werden.“

Gerade in der vergangenen Woche waren bundesweit die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder deutlich angestiegen – auf bis zu 900 pro Tag bundesweit. In Mainz zählte das Gesundheitsamt in der vergangenen Woche insgesamt acht Neuinfektionen, am Montag meldete das Gesundheitsamt allein über das Wochenende zwei neue Fälle in der Stadt Mainz und drei im Landkreis Mainz-Bingen, davon ein Fall in Ingelheim und zwei in Nieder-Olm.

Das private Fest in Wiesbaden lässt nun auch die Fallzahlen in der Nachbarstadt wieder hochschnellen: Seit dem 25. Juli stieg die Zahl der Neuinfektionen von 520 um 56 auf insgesamt 576 Fälle am 2. August. Oberbürgermeister Mende und Bürgermeister Oliver Franz (CDU) appellierten vor dem Wochenende eindringlich an die Wiesbadener, sich weiterhin an die geltenden Hygieneregeln zu halten und Alltagsmasken so zu tragen, dass sie Mund und Nase bedecken.

„Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen hilft, die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 weiter einzudämmen, auch wenn keine Krankheitszeichen vorliegen“, betonten die beiden Politiker. Das sei aber nur der Fall, wenn Masken richtig angezogen würden und Mund sowie Nase gleichzeitig bedeckten. „Wir dürfen jetzt nicht leichtfertig werden“, mahnte Mende zudem in seinem Wochenvideo eindringlich. Es gelte unbedingt, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und Masken dort zu tragen, wo Menschen auf engem Raum zusammen seien. „Dann können wir auch fröhlich gemeinsam feiern“, fügte Mende hinzu.

Info& auf Mainz&: Informationen zum Coronavirus in Wiesbaden, den Fallzahlen sowie zu Hygieneregeln und sonstigen Bestimmungen zur Coronapandemie findet Ihr hier auf der Internetseite der Stadt Wiesbaden. Das Wochenvideo von OB Mende findet Ihr hier auf seiner Facebookseite. Dass Masken eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus sind, haben inzwischen zahlreiche Studien belegt – wir haben die Erkenntnisse in diesem Mainz&-Artikel zusammengefasst.

4 KOMMENTARE

  1. Wir müssen uns an die „Maulkörbe“ gewöhnen, so wie es die Asiaten schon immer halten – nicht nur wegen Corona sondern immer dann, wenn wir als erkältete oder unpässliche Keimschleudern unter Menschen gehen.

    • Es ist eben KEIN Maulkorb, denn die Maske hindert niemanden daran, seine Meinung frei zu äußern – sie schützt aber meine Umgebung vor möglichen Infektionen. Wir nennen das hier deshalb unseren Schutzschild, und seid versichert, liebe Leser: Der hindert weder beim Denken noch bei der Meinungsfindung und auch nicht bei der freien Meinungsäußerung.

  2. Maulkorb in Anführungsstrichen war doch nur scherzhaft gemeint. Sollte auf jeden Fall in Erkältungszeiten zur dauerhaften Gewohnheit für Infektionsträger werden – auch ohne Corona. Und ganz wichtig beim Sprechen (feuchte Aussprache).

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