Der Ansturm auf die Booster-Impfungen ist auch in der hessischen Nachbarstadt Wiesbaden groß, die Stadt will nun nachbessern: Man werde die Impfkapazitäten in Wiesbaden “zeitnah deutlich ausbauen”, teilte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) am Montag mit – das Land Hessen hatte den Kommunen dazu nun neue Vorgaben gemacht. Das Problem der Wiesbadener: Dort wurde das große Impfzentrum im Kongresszentrum geschlossen, in Hessen wurden auch keine Impfzentren im Stand By-Betrieb gehalten – nun stellt sich die Lage in den hessischen Kommunen sehr unterschiedlich dar.

Das Wiesbadener Impfzentrum im Rhein-Main Congress Centrum wurde schon Ende September geschlossen, nun hat die Landeshauptstadt ein Problem. - Foto: gik
Das Wiesbadener Impfzentrum im Rhein-Main Congress Centrum wurde schon Ende September geschlossen, nun hat die Landeshauptstadt ein Problem. – Foto: gik

Wiesbaden hatte sein Impfzentrum bereits Ende September geschlossen, nachdem der Bund die Finanzierung gestrichen hatte, mit dem Anrollen der vierten Welle und den Booster-Impfungen steht die hessische Landeshauptstadt nun aber völlig ohne zentrale Impfeinrichtung da. Das führte prompt zu erheblichem Frust in der Bevölkerung – und einem Ansturm auf die eilends geschaffene neue Impfstelle in der DKD Helios Klink, die am Montag ihren Betrieb aufnahm. Die Einrichtung in der Helios Klinik stieß zudem auf harsche Kritik, weil das Impfzentrum im 5. Stock liegt, das sei für mobilitätseingeschränkte schlecht zu erreichen, kritisierten viele Wiesbadener.

Gleich am ersten Montag kam es prompt zu einem Ausfall: Gleich beide Aufzüge im Haus D der Klinik seien mutwillig außer Betrieb gesetzt worden, teilte die Stadt Wiesbaden mit. Davon sei nicht nur das Impfzentrum im 5. Stock, sondern auch weitere Fachbereiche der Klinik betroffen gewesen, der Schaden habe zeitnah behoben werden können. Die Polizei sei eingeschaltet worden, zur Vermeidung weiterer Zwischenfälle seien zudem die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden.

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Will zusätzliche Impfanlaufstellen in Wiesbaden schaffen: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPDS). - Foto: Stadt Wiesbaden
Will zusätzliche Impfanlaufstellen in Wiesbaden schaffen: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPDS). – Foto: Stadt Wiesbaden

Nun will Wiesbaden aber zudem weitere Impfkapazitäten schaffen: Der Verwaltungsstab habe am Montag beschlossen, den Ausbau der Impfaktivitäten zu beschleunigen, eine neu gegründete Arbeitsgruppe solle sich darum kümmern, sagte OB Mende – die Stadt plane nun in mehreren Stadtteilen stationäre Impfangebote. In einem ersten Schritt müssten dafür jetzt aber erst einmal geeignete Räumlichkeiten gefunden werden, wegen der knappen Zeit würden die neuen Impfangebote voraussichtlich vor allem in städtischen Liegenschaften eröffnet, hieß es weiter. Auch brauche man Personal für die Impfungen und die Verwaltung, Impfkabinen und IT-Infrastruktur müssten wieder aufgebaut werden.

Das Land Hessen hat nämlich inzwischen seine Kommunen angewiesen, ihre Impfkapazitäten wieder auszuweiten: Ab Sonntag, den 5. Dezember, müssen sie wöchentlich 2,5 Prozent ihrer Bevölkerung impfen können, in Wiesbaden entspreche das etwa 7.000 Impfungen pro Woche, sagte Mende weiter. Der OB kritisierte gleichzeitig gemeinsam mit Bürgermeister Oliver Franz (CDU) das Vorgehen des Landes deutlich: “Das Land vollzieht mit dem Erlass eine Kehrtwende”, kritisierten die beiden Wiesbadener: “Ursprünglich sollten wir als Stadt nur kleinere Impflücken schließen”. Jetzt hingegen  müsse und wolle man die Impfkapazitäten wieder deutlich ausbauen.

Wo geht's hier zum Impfzentrum? Die Einrichtungen sind gerade schwer gesucht. - Foto: Kreis Mainz-Bingen
Wo geht’s hier zum Impfzentrum? Die Einrichtungen sind gerade schwer gesucht. – Foto: Kreis Mainz-Bingen

In der DKD Helios Klinik wurden den Angaben zufolge vergangene Woche binnen vier Tagen bereits knapp 1000 Erst-, Zweit- und Drittimpfungen durchgeführt. Eine zusätzliche Sonderimpfaktion im Stadtteil Biebrich sei bereits ausgebucht, hieß es weiter.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den Booster-Impfungen und den Anlaufstellen dafür in Mainz  lest Ihr hier bei Mainz&. Bis die neuen Impfstellen ihren Betrieb aufnehmen, können sich Wiesbadener weiter in der DKD Helios Klinik in der Aukammallee 33 montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr impfen lassen – allerdings NUR mit Termin. Termine können montags bis freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr unter Telefon (0611) 319292, oder rund um die Uhr über ein Kontaktformular unter wiesbaden.de/impfzentrum oder per Mail unter impftermin@wiesbaden.de vereinbart werden. In den Mails muss eine Rückrufnummer angegeben werden. Eine Terminbuchung direkt über die DKD Helios Klinik ist nicht möglich.

Auch über die Servicehotline des Wiesbadener Gesundheitsamtes ist eine Terminbuchung nicht möglich. Die Stadt bittet darum, dass nur Personen einen Termin vereinbaren, die keine Ärzte kennen, die sie impfen, und die im Hinblick auf die Drittimpfung gemäß Stiko-Vorgaben im November oder Dezember an der Reihe sind. Für Erst- und Zweitimpfungen kann jederzeit eine Terminbuchung erfolgen. Aktuelle Informationen rund um das Thema Corona sowie Impfungen in Wiesbaden findet ihr hier bei der Stadt im Internet. Unter soziales.hessen.de findet Ihr zudem auf dieser Internetseite eine Liste der Impfzentren in anderen hessischen Städten, die derzeit noch oder wieder in Betrieb sind.

2 KOMMENTARE

    • Ist ja echt ärgerlich, das verstehen wir gut. Aber kommen Sie doch nach Mainz zum Impfen, da wird Sie sicher niemand zurückweisen! Oder schauen Sie mal nach Frankfurt oder Eltville, wenn Sie mobil sind – da gibt es offene Impfzentren.

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