Die Coronapandemie und der damit verbundene Shutdown wirbelt auch die Pläne vieler Studierender durcheinander. Gerade viele internationale Studierende können ihren Studienaufenthalt in Mainz nicht antreten, auch Studis aus anderen Städten und Bundesländern bleiben weg, weil die Hochschulen geschlossen und die Perspektiven für das Sommersemester 2020 unsicher sind. Und so gibt es ein ganz neues Problem auf dem Mainzer Wohnungsmarkt: Es gibt zu viele freie Zimmer in den Studentenwohnheimen. Das Studierendenwerk Mainz öffnet deshalb nun erstmals überhaupt seine Wohnheime auch für Nicht-Studierende. Azubis, Berufsanfänger, Jobwechsler oder alle, die sonst schnell eine Bleibe brauchen, können nun die möblierten Zimmer ebenfalls mieten.

Studentenwohnheim des Mainzer Studierendenwerks am Kisselberg. - Foto: Studierendenwerk
Studentenwohnheim des Mainzer Studierendenwerks am Kisselberg. – Foto: Studierendenwerk

“Für uns alle hat sich in kurzer Zeit extrem viel verändert: Nicht nur Studierende stehen plötzlich vor verschlossenen Türen – auch viele Auszubildende, Berufsanfänger, Jobwechsler oder Menschen, die eine neue Lebensphase beginnen wollen oder müssen, brauchen dringend eine neue Wohnung”, sagte Alexandra Diestel-Feddersen, Geschäftsführerin des Studierendenwerk Mainz: “Für diese Menschen öffnen wir für die kommenden Monate bis September 2020 unsere Wohnheime, und bieten ihnen damit eine schnelle und günstige Lösung.”

Nach Mainz kommen sonst viele internationale Studierende, doch angesichts von Einreisestopps und Grenzschließungen ist ihnen die Reise nach Deutschland derzeit verwehrt. Dazu sind inzwischen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Hochschulen bundesweit geschlossen, die Mainzer Johannes Gutenberg-Universität ging am 24. März in den Notbetrieb – Seminare, Forschungseinrichtungen und Bibliotheken sind geschlossen. Der Beginn des Sommersemesters wurde ebenfalls bereits verschoben, wann die Hochschulen öffnen können, ist bislang noch völlig unklar. Damit bleiben auch die Studierenden weg, die zum Sommersemester aus anderen Städten und Bundesländern nach Mainz gewechselt wären.

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Das hat auch Auswirkungen auf die Studentenwohnheime: Viele Zimmer stünden nun leer, räumte das Studierendenwerk ein, das sei auch ein wirtschaftliches Problem: “Nachdem schon alle Mensen und Cafeterien geschlossen sind, belasten die fehlenden Mieteinnahmen zusätzlich die finanzielle Lage des Studierendenwerks Mainz”, sagte Diestel-Feddersen, und warnte: “Wenn die Landesregierung nicht entschlossen für die Studierendenwerke an seinen Hochschulstandorten einsteht, wird diese Krise das Leben an den rheinland-pfälzischen Hochschulen über viele Jahre beeinträchtigen.”

Aus der Not will das Studierendenwerk nun eine Tugend machen, und die freien Zimmer an Menschen vermieten, die gerade dringend eine bezahlbare Bleibe suchen: “Wer jetzt seine Pläne schnell ändern muss, braucht Sicherheit, gerade finanziell”, sagte Tobias Meier, Leiter der Abteilung Studentisches Wohnen beim Studierendenwerk Mainz, und warb: “Unsere Komplettmieten beinhalten alles, von Wasser und Strom bis zum Hausmeisterservice – ohne teure Nebenkostenabrechnung am Ende des Jahres.” Auch dass die Zimmer möbliert und sofort bezugsfertig seien, komme sicher vielen Menschen sehr entgegen. Zur Auswahl stünden unterschiedliche Wohnformen in den neun Wohnanlagen in Mainz sowie einige Plätze im Wohnheim in der Innenstadt von Bingen.

Info& auf Mainz&: Wer sich für eines der Zimmer in einem Wohnheim interessiert, kann sich über das Mietportal des Studierendenwerks online für das Zimmer oder Apartment seiner Wahl bewerben. Die Preise liegen in der Regel zwischen 320,- und 420,- Euro. Eine Übersicht über alle Wohnheime und ihre Zimmer in Mainz findet Ihr hier im Internet. Mehr zum Shutdown der Mainzer Universität könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen.

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