Anfang Oktober 2025 wurde die Dauerbaustelle am Autobahnkreuz Mainz-Süd nach acht Jahren endlich beendet – doch seither herrscht vor genau diesem Kreuz auf der A60 aus Richtung Darmstadt Dauerstau statt freie Fahrt. Grund ist die Rückkehr zu der alten Verkehrsregelung, bei der nun noch zwei Fahrspuren auf das Kreuz zuführen, eine eigene Abbiegespur in Richtung Alzey aber wegfiel. Die CDU wollte nun im Mainzer Stadtrat wissen, ob sich die grüne Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger denn bei der Autobahn GmbH des Bundes für die Rückkehr der Baustellen-Regelung einsetze?

Seit dem 8. Oktober 2025 ist die Baustelle am Autobahnkreuz Mainz-Süd nun vollständig zurückgebaut – doch damit kehrte die zuständige Autobahn GmbH des Bundes auch zur alten Verkehrsführung zurück. Und das heißt: In Richtung Bingen steht jetzt vor dem Autobahnkreuz eine Fahrspur weniger zur Verfügung, weil der Standstreifen nun wieder als Standstreifen genutzt wird, anstatt als Hilfsabfahrt in Richtung Mainz. Das sorgt seither für erhebliche Staus vor allem im Berufsverkehr und für jede Menge genervte Pendler – die Mainzer CDU griff das Thema nun im Stadtrat auf.
Die Verringerung der Fahrspuren führe nun regelmäßig am Nachmittag zu Staus auf der A60, der aber führe zu Umgehungsverkehr via Ausfahrt Hechtsheim-Ost und die Geschwister-Scholl-Straße zum Pariser Tor. Dort aber bildet sich an der Linksabbiegerspur in Richtung Autobahnauffahrt Mainz-Süd regelmäßig ein kilometerlanger Rückstau, der oft bis zur Berliner Siedlung reicht, und auch den Verkehr in Richtung Mainzer Innenstadt samt Bussen behindert.
Rückstau auf der Autobahn: Lange Staus am Pariser Tor
„Je nach Verkehrsaufkommen werden auch Teile der Oberstadt und Hechtsheims belastet, was weder aus ökologischen Gesichtspunkten noch für die Anwohnerinnen und Anwohner zumutbar ist“, kritisierte die CDU. Man wolle doch nun vom Verkehrsdezernat wissen, mit welchen Maßnahmen sie denn Abhilfe schaffen wolle, und ob sich die Stadt denn beim Landesbetrieb Mobilität dafür einsetzen wolle, die Standspur zwischen der Ausfahrt Hechtsheim Ost bis zum Kreuz Mainz Süd aufzulösen, um Abhilfe für den Verkehr zu schaffen?

Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) wiegelte indes ab, und zeigte sich zudem uninformiert: Die Stadtverwaltung Mainz habe „keine Befugnisse im geschilderten Verkehrsabschnitt“, zuständig sei die Autobahn GmbH. Man habe aber die Autobahn GmbH „auf die geschilderten Verkehrsbelastungen hingewiesen, und um Prüfung sowie geeignete Maßnahmen gebeten“, teilte Steinkrüger in ihrer Antwort mit.
CDU-Stadtrat Torsten Rohe reichte das nicht: Die Dezernentin habe die Frage unbeantwortet gelassen, ob sie sich für eine Umwidmung der Standspur einsetzen würde – Steinkrüger zeigte sich uninformiert: „Ich weiß nicht, ob die Verwaltung der Meinung ist, dass das eine sinnvolle Lösung ist“, sagte Steinkrüger, „die Antwort würde eher Nein heißen.“ Dabei diskutiert Mainz seit Monaten über das Thema, zudem verwies die CDU darauf, dass es während der Bauphase der Standstreifen als Fahrbahn genutzt wurde, ohne dass es zu Unfallhäufigkeiten gekommen sei.
BAST: Temporäre Nutzung von Seitenstreifen bewährtes Mittel
Bei der Autobahn GmbH wiederum sieht man sich an geltendes Baurecht gebunden, solange das Autobahnkreuz Baustelle gewesen sei, habe es eine Ausnahmeregelung gegeben, die man aber dann beenden musste, erklärte ein Sprecher im November gegenüber Mainz&. Abhilfe könne nur der Ausbau des Mainzer Rings schaffen, dafür gebe es zwar Pläne, aber kein Baurecht – vor allem die Grünen stemmten sich bisher gegen jeden Autobahnausbau.
Bei einem Ausbau sei indes genau eine solche weitere Fahrspur an dieser Stelle vorgesehen, verriet der Sprecher noch – am Zuge sei dafür jetzt die Landesregierung: Sie müsse Baurecht für einen Ausbau schaffen. Dabei gäbe es sogar eine kurzfristige Lösung: der Seitenstreifen könnte auch kurzfristig umgenutzt werden, von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BAST) wird das sogar empfohlen – und zwar genau für solche Fälle: „Die Freigabe des Seitenstreitens für den fließenden Verkehr hat sich auf einzelnen Autobahnstrecken als bewährtes Mittel erwiesen, um angesichts langer Planungsvorläufe kurzfristig auf Kapazitätsengpässe reagieren zu können“, heißt es dort in einer Studie.
Info& auf Mainz&: Unseren ausführlichen Bericht zu dem Thema mit Hintergründen und Optionen lest Ihr hier auf Mainz&.
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