Die Fastnacht ist nicht nur ein Stimmungsaufheller in trüben Wintertagen, sie wirkt auch als Booster für die Wirtschaft: Die Händler und Gastronomen in den Karnevalshochburgen in Deutschland können in diesem Jahr mit einem Umsatz von mindestens zwei Milliarden Euro allein durch die Narretei rechnen, das hat jetzt eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln ergeben. „Wenn in Mainz gefeiert wird, sichert das Arbeitsplätze – vom Taxifahrer bis zur Servicekraft, vom Hotelier bis zum Bäcker“, freut sich der Sprecher der Mainzer Fastnachtsgenossenschaft, Markus Perabo.

Wenn Mainz bei der Rosenmondnacht um den Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz tanzt, dann klingen auch die Kassen der Gastronomie. - Foto: gik
Wenn Mainz bei der Rosenmondnacht um den Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz tanzt, dann klingen auch die Kassen der Gastronomie. – Foto: gik

Die Mainzer Narren wissen es ja schon lange, und schreiben auch in diesem Jahr dem staunenden Rest der Republik ins Stammbuch: Es sind Humor, Witz und Ironie, die den Irrsinn des Weltgeschehens mit Krisen und Kriegen überhaupt nur erträglich machen – zu sehen und zu hören ist das heute Abend in der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ gleich von mehreren Rednern. Doch nicht nur die Stimmung steigt durch das Lachen über die Mächtigen – in der Wirtschaft lassen Karneval und Fastnacht auch kräftig die Kassen klingeln.

„Karneval schafft für ein paar Tage Abstand von den schlechten Nachrichten und rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt“, sagte nun der Ökonom Marc Scheufen vom Kölner Institut für Wirtschaft (IW). Das sei aber nicht nur gut für das eigene Wohlergehen, sondern auch für die Wirtschaft. Und das hat das IW nun noch ein mal ganz genau ausgerechnet: Nach einer neuen Studie des IW können die Karnevalshochburgen und auch kleinere Städte in diesem Jahr allein durch die närrischen Kampagnen mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro rechnen – mindestens.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

 

Hochburgen des närrischen Umsatzes: Millionen für Schobbe

Hochburg des närrischen Umsatzes ist dabei natürlich die Millionenmetropole Köln: Mit rund 850 Millionen Euro Umsatz, sei Köln „auch das wirtschaftliche Herz des Karnevals“, konstatiert das IW. Für Kölsch, Alt oder einen Meenzer Schobbe würden die Jecken tief in die Taschen greifen: Allein rund 900 Millionen Euro fließen in die Gastronomie, weitere rund 400 Millionen Euro in Kostüme und Kamelle. Weitere 162 Millionen Euro fließen in Tickets oder den Wagenbau.

Die närrischen Tage lassen auch Millionen in Kostüme, Kamelle und Verpflegung fließen. - Foto: gik
Die närrischen Tage lassen auch Millionen in Kostüme, Kamelle und Verpflegung fließen. – Foto: gik

Für Bus und Bahn geben Narren der Studie zufolge rund 290 Millionen Euro aus, für Übernachtungen rund 210 Millionen Euro. Dabei aber zeigen sich erneut deutliche regionale Unterschiede: Während in Köln eine Übernachtung während der Hauptkarnevalstage im Schnitt fast 90 Euro mehr kostet als sonst, ein Aufschlag von rund 66 Prozent -, sinken die preise für Hotelbetten in Düsseldorf und Mainz hingegen – in Mainz allerdings nur leicht um zwei Prozent. Tatsächlich berichteten Hotelmanager gegenüber Mainz&, man sei während der Straßenfastnachtstage keineswegs ausgebucht – das war in früheren Zeiten schon einmal anders.

Laut der Studienmacher liegt es unter anderem daran, dass Düsseldorf und Mainz „vor allem Besucher aus der Region anziehen, während Köln zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichnet.“ Für Einbußen sorgt in diesem Jahr zudem, dass die Fastnachtskampagne ausgesprochen kurz ist: Weil sie nur 100 Tage betrug statt 115 wie im Vorjahr, liege der Umsatz mehr als 100 Millionen Euro unter dem des letzten Jahres, so die Studienmacher.

 

Mainzer Fastnacht: Brauchtum ist „Kulturgut und Konjunkturpaket“

Die Mainzer Fastnachtsgenossenschaft sieht sich dennoch bestätigt: „Das Brauchtum ist Kulturgut und Konjunkturpaket zugleich“, saget Sprecher Markus Perabo: „Wenn in Mainz gefeiert wird, sichert das Arbeitsplätze – vom Taxifahrer bis zur Servicekraft, vom Hotelier bis zum Bäcker.“ In Mainz bedeuteten die Fastnachtstage volle Weinstuben, ausgelastete Kneipen und Hochbetrieb bei den Standbetreibern der Straßenfastnacht.

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei die Fastnacht damit „ein Stabilitätsanker für den lokalen Mittelstand.“ Mainz als eine der traditionsreichsten und größten „Karnevalshochburgen“ Deutschlands profitiere maßgeblich von dieser Wertschöpfung. Gerade in der närrischen zeit positioniere sich Mainz „als attraktives Reiseziel, das Tradition mit Gastfreundschaft verbindet“, unterstrich Perabo. Diese stärke den Tourismusstandort Mainz nachhaltig, auch über die tollen Tage hinaus.

Info& auf Mainz&: Die ganze Studie des IW zu Wirtschaftsfaktor Karneval findet Ihr hier im Internet. Was Euch in den kommenden Tagen an Parties und Umzüge auf den Straßen von Mainz erwartet, lest Ihr hier bei Mainz& – Bericht zum Rosenmontagszug folgt.

Mainz geht uff die Gass: Die Straßenfastnacht startet! – Umzüge, Parties, Guggemusik – Glasverbot, Waffenverbot und Sperrzonen