Die Firma m2a artitude Betriebs GmbH der Frankfurter Eventmanagerin Missy Motown hatte deutlich mehr Verträge zeitgleich mit dem Land, der Kreisverwaltung Ahrweiler und der landeseigenen Investitions- und Strukturbank ISB, als bislang bekannt. Insgesamt flossen dabei nach Mainz&-Recherchen bisher rund 3,14 Millionen Euro an Steuergeldern - bei einem potenziellen Vertragsvolumen von rund 5,5 Millionen Euro. Zudem räumte die ISB-Bank auf Mainz&-Anfrage ein: Es gab sehr wohl weitere Firmen, die sich ebenfalls für die Auftragsvergabe beworben hatten.

Die Frage, warum das Land Rheinland-Pfalz ausgerechnet die Firma der ursprünglich aus Frankfurt gekommenen Eventmanagerin Missy Motown mit hoch dotierten Aufträgen zur Besetzung der Info-Points im Ahrtal beauftragt hatte, hatte im April der Obmann der Freien Wähler im Untersuchungsausschuss des Mainzer Landtags zur Flutkatastrophe im Ahrtal, Stephan Wefelscheid, aufgeworfen. Mit einem hochgerechneten Betrag von 731.792 Euro wäre "ein solch durchaus lukrativer Vertrag auch für weitere Interessenten interessant gewesen", hatte Wefelscheid damals angemerkt - und die Frage nach der Vergabe der Verträge gestellt.
Nun stellt sich heraus: Die m2a artitude GmbH hatte nicht nur einen Vertrag zur Besetzung der Info-Points, sondern zeitweise sogar drei Verträge gleichzeitig - mit einem möglichen Auftrags-Gesamtvolumen von rund 5,5 Millionen Euro. Die Verträge wurden von der Dienstaufsicht ADD und der Investitions- und Strukturbank des Landes Rheinland-Pfalz (ISB) geschlossen, bis heute sind laut Antwort der beteiligten Institutionen insgesamt 3,14 Millionen Euro ausgezahlt worden - zum Großteil aus Mitteln des Staatshaushalts Rheinland-Pfalz.
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