Kippt der rheinische Karneval in den Hochburgen von Köln und Düsseldorf 2021 komplett? Wie der WDR berichtet, fordern die Chefs der Karnevalshochburgen von Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen ein komplettes Karnevalsverbot für die Kampagne 2021. Das wollten die Karnevalisten am Freitagnachmittag bei einem Gespräch mit der Landesregierung fordern, berichtete der Fernsehsender am Freitagmittag auf seiner Internetseite. Das würde den Druck auf die Mainzer Fastnacht erheblich erhöhen: In Mainz wurde bisher die Kampagne nicht generell abgesagt, der Mainzer Carnevals-Verein (MCV) plant bislang am Rosenmontag eine abgespeckte Präsentation seiner Motivwagen in der Mainzer Innenstadt.

Der Mainzer Rosenmontag kommt immer mehr unter Druck - im Rheinland fordern die Karnevalshochburgen die Absage der gesamten Session 2021. - Foto: gik
Der Mainzer Rosenmontag kommt immer mehr unter Druck – im Rheinland fordern die Karnevalshochburgen die Absage der gesamten Session 2021. – Foto: gik

Damit geht die Debatte um eine Fastnachtssaison 2021 in eine neue Runde: Bislang wollten die Mainzer Fastnachter die Kampagne 2021 nicht generell absagen. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) lud gar Ende Juli zu einer großen Pressekonferenz, auf der er offiziell verkündete: „Die Mainzer Fastnachtskampagne 2021 findet statt“, das sei Mainz als als Stadt der Lebensfreude gerade in schwierigen Zeiten schuldig.

Doch der Mainzer Beschluss kommt immer stärker unter Druck: Am Freitag berichtete der WDR, die Karnevalshochburgen von Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen forderten die komplette Absage des rheinischen Karnevals in Nordrhein-Westfalen. Die Karnevals-Chefs der so genannten ABCD-Städte wollten bei einer Besprechung mit Vertretern der Landesregierung die komplette Absage des Straßen- und auch des Sitzungskarnevals erreichen.

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Fastnachtssitzungen sind bereits abgesagt, die Realisierugnu der Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz" ist derweil noch unklar. - Foto: gik
Fastnachtssitzungen sind bereits abgesagt, die Realisierugnu der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ ist derweil noch unklar. – Foto: gik

Damit würden sämtliche Sitzungen und Straßenumzüge gestrichen, darunter auch die weltberühmten großen Umzüge in Köln und Düsseldorf. Der Mainzer MCV-Präsident Reinhard Urban hatte vergangene Woche einem Mainzer Rosenmontagszug bereits eine Absage erteilt, nicht jedoch sämtlichem Fastnachtstreiben auf den Straßen. Die Forderungen in NRW reichen aber noch weiter: Auf öffentlichen Plätzen und in Sälen solle in der kommenden Session keine einzige Karnevalsveranstaltung gefeiert werden, sogar ein Alkohol-und Verweilverbot in den Innenstädten werde von den Karnevals-Chefs gefordert, berichtet der WDR. Ansonsten habe man die Befürchtung, das Karnevalstreiben nicht kontrollieren und eindämmen zu können, so die Befürchtung, die Landesregierung solle deshalb ein generelles Verbot aussprechen – das Kabinett in NRW soll darüber kommende Woche beraten.

Motivwagen ja, Rosenmontagszug nein - so ist bislang in Mainz die Linie für Fastnacht 2021. - Foto: gik
Motivwagen ja, Rosenmontagszug nein – so ist bislang in Mainz die Linie für Fastnacht 2021. – Foto: gik

Damit wäre Mainz aber die letzte große Fastnachtshochburg, in der Fastnachtsveranstaltungen stattfinden würden, wenn auch unter Corona-Regeln. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte vergangene Woche Fastnachtsveranstaltungen generell ausdrücklich nicht verboten: So wird es in Rheinland-Pfalz zwar keine Präsenz-Sitzungen geben, ein Fastnachtsauftakt am 11.11. auf dem Mainzer Schillerplatz soll aber durchaus stattfinden können – ein generelles Veranstaltungsverbot für Fastnachtsevents gibt es bislang in Rheinland-Pfalz nicht. Die Fastnacht sei kreativ, derzeit entstünden viele neue Formate, es gebe Pläne für Live-Streams von Veranstaltungen, sagte Dreyer.

In Nordrhein-Westfalen heißt es dagegen, die Karnevalisten treibe „die Sorge um, ein möglicherweise ausuferndes Karnevalsgeschehen nicht in den Griff zu bekommen“, berichtet der WDR. Ein daraus resultierender bundes- oder sogar weltweiter Imageverlust gelte als gravierender als die Absage nur einer Session. Man brauche Planungssicherheit, eine breite flächendeckende Entscheidung sei nötig. Eine komplette Absage des Karnevals wäre ein schwerer wirtschaftlicher Schlag für viele Bereiche der Veranstaltungswirtschaft: Laut einer Wirtschafts-Studie wurde allein für den Kölner Karneval im Jahr 2018 eine Wertschöpfung von rund 600 Millionen Euro pro Session errechnet.

Info& auf Mainz&: Was die Mainzer Fastnacht bislang für die Kampagne 2021 plant, könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen, den Bericht von der Pressekonferenz der Stadt Mainz zur Kampagne 2021 gibt es hier. Unseren Bericht über die neuen Veranstaltungsregeln der 11. Corona-Verordnung in Rheinland-Pfalz findet Ihr hier. Was die Mainzer zum Thema Fastnacht denken, und was der MCV-Präsident zum Rosenmontagszug sagt, lest Ihr hier.

 

1 KOMMENTAR

  1. Fassenacht machen, im Stadtkern konzentrieren, währenddessen komplett abriegeln (Bundeswehr und BGS), dann 14 Tage Quarantäne vor Ort („Rabbeldibix Hauptsach mir habbe was devon!) – so wird Fassenacht möglich, so macht Fassenacht Spass! 🙂
    Oder noch besser ggf. ergänzend:
    Schiffsfassenacht, dann kann man gezielt isolieren und „Wir lagen vorm mainzer Rathaus und hatten die Pest an Bord!“ intonieren, vom Ufer begleiten die Hofsänger das touristische Treiben – ein pittoreskes, ja beinahe idyllisches Ensemble.

    Helau ihr NARREN!

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