Das wird ein pralles, rundes Programm bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“! Die 71. Ausgabe der großen Fernsehsitzung kommt in diesem Jahr vom ZDF, und das holt eine spannende Mischung aus Alt, Jung und Newstars auf die Bühne. Da ist das 25. Jubiläum von „Ernst Lustig“ Jürgen Wiesmann, der 100. Geburtstag der Mainzer Hofsänger und der anrührende Abschied von Altstar „Hobbes“ Hansi Greb. Junge Bands wie „Handkäs“ rocken die Bühne – und endlich kommen auch die Frauen: Mit Chrissy Grom wird erstmals eine Frau das Protokoll halten! Und: Der „Hollebutz“ mit seiner „Helga“ ist auch dabei!

Vergangenes Jahr hatte die Mutter aller Fernsehsitzungen ihr 70. Jubiläum gefeiert, es wurde eine durchwachsene Feier: Der Südwestrundfunk bekam seine Tonprobleme nicht in den Griff, ein Signalausfall sorgte am Freitag für einen Blackout, und auch der Mix der Sendung zündete nicht Recht: Die Quote stürzte auf nur noch 3,85 Millionen Zuschauer ab – das war ein neuer Tiefstwert in der Geschichte der großen Mainzer Fernsehsitzung.
Umso spannender war die Frage: In welche Richtung würde das in diesem Jahr ausrichtende ZDF das alte Mutterschiff steuern? Am Sonntag veröffentlichte das ZDF die Teilnehmerliste, und da wird klar: Der Generationswechsel bei „Mainz bleibt Mainz“ vollzieht sich gewaltig, eine höchst kreative Riege jüngerer Fastnachter hat das Steuer fest im Griff – und dem ZDF gelingt es, neue Trends ebenso abzubilden, wie sich vor verdienten Allstars zu verneigen. Vor allem aber: Die Frauen kommen!
Grom als erste Frau im Protokoll, „Frauengold“ aus dem Museum
Jahrelang kam die Mainzer Fernsehsitzung ohne eine einzige Frau auf der Bühne aus, nun ist das endgültig passé: Zum ersten Mal in der Geschichte von „Mainz bleibt Mainz“ überhaupt wird eine Frau die ehrwürdige Rolle der Protokollerin übernehmen. Chrissy Grom hatte 2025 das Amt beim Gonsenheimer Carneval Verein (GCV) von ihrem Vater Erhard Grom übernommen, und einen furiosen Einstand hingelegt. In diesem Jahr zeigte sich: Ein Protokoll aus dem Hause Grom ist einfach eine Klasse für sich.

Mit viel Schwung und perfekten Reimen, elegantem Charme, aber gleichzeitig politischem Biss serviert Chrissy Grom einen närrischen Jahresrückblick mit Klartext, geißelt Fehlbesetzungen und Nieten im politischen Berlin, klagt über einen gewissen Fraktionschef mit „Spahn-Vorstellungen“ und teuren Maskendeals, und konstatiert: „Dass in Berlin die Energie seit Langem fehlt, das war uns allen hier im Land – schon vor dem Stromausfall bekannt.“ Standing Ovations begleiten die New-Protokollerin, an der nun auch das ZDF nicht vorbei kommt.
Es ist nicht die einzige Frauenpower, die der GCV beisteuert: Nach der sensationellen Polit-Kita im Vorjahr, kommen in diesem Jahr die Influencerinnen aus dem Museum – eine optisch brillante Satire auf Frauen-Bilder aus den Jahrhunderten mit Greule, Lea Heymann, Marie Döngi und Laura Heinz, die in der Fastnacht sonst eher als Sängerin bekannt ist. Da fehlen dann nächstes Jahr ja nur noch die „Schobbesisters“ als Frauenchor…
Hollebutz und die Helga, Till, Moguntia und Thomas Becker
Die Musik bleibt aber bei „Mainz bleibt Mainz“ (vorerst) fest in Männerhand: In einem Medley rocken Oliver Mager und DobbelBock den Saal – flankiert von dem Fastnachtshit der Song, „Bei die Helga“. Shootingstar Marvin Hollederer hat damit gleich in seiner ersten Saison seine Premiere auf der Fernsehbühne, coole Musik gibt es außerdem von „Handkäs un sei Mussig“ sowie Thomas Neger, der mit seinen HUMBAS um die Mainz-Hymne „Im Schatten des Doms“ nicht drumherum kommt. Zur Eröffnung stehen außerdem die „Schnorreswackler“ vom GCV auf der Bühne.

Interessant: Die sensationellen Showtanzformationen der Mainzer Fastnacht lässt das ZDF komplett außen vor, der einzige Auftritt in der Sparte Ballett geht an die Rot-Weissen Funken aus Frickhofen – offenbar weil die laut ZDF „Fernsehklassiker wie ‚Wetten dass..?‘ und ‚Das Traumschiff‘ auf die Bühne zaubern.“ Für jede Menge Schwung sorgt zudem erneut Markus Schönberg, der in diesem Jahr das Mainzer Marktfrühstück „wieder richtig“ macht, und damit rauschende Erfolge in den Narrhallen feiert.
Die Politik wird in diesem Jahr von insgesamt vier Rednern vertreten, neben Chrissy Grom sind das der „Till“ vom MCC alias Florian Sitte sowie die erneut starke „Moguntia“ von Johannes Bersch. Thomas Becker soll zudem als „Zeitgeist“ einen Blick „auf die schnelllebigen Entwicklungen des aktuellen Weltgeschehens“ liefern, heißt es beim ZDF – im vergangenen Jahr kippte der SWR den Gonsenheimer Chef der Schnorreswackler kurzerhand einen Tag vor der Sendung aus dem Programm.
Schmitt: Trotz Wahlkampf in die Bütt – Wiesmann mit Jubiläum
Zurück ist auch Andreas Schmitt: Der höchst gewichtige Sitzungspräsident musste vergangenes Jahr aus Gesundheitsgründen pausieren und wurde sehr würdig durch Adi Guckelsberger vertreten. In diesem Jahr ist Schmitt zurück an der Schelle, und darf zudem als „Obermessdiener“ den Schlussvortrag halten – die Entscheidung des ZDF ist durchaus überraschend, denn Schmitt befindet sich derzeit als SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl in seiner Heimatgemeinde Nieder-Olm mitten im Wahlkampf.

Für viele Narren hat das durchaus ein Geschmäckle: „Ein MCC-ler sprach vor Jahren: Der Mainzer Narr ist stets neutral“, mahnte bereits im November 2025 Protokoller Gunther Raupach, und schimpfte mit Blick auf Schmitt: „Wahlkampf aus einer Bütt? Ihr Narren, das gehört sich nit!“ Das ZDF ficht das nicht an: Pauschale Auftrittsregeln gebe es bei so etwas nicht, teilte das ZDF auf Mainz&-Anfrage mit: „Nach den Regeln des ZDF steht die Bürgermeisterkandidatur von Andreas Schmitt in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, die im Übrigen nicht Gegenstand der ZDF-Berichterstattung sein wird, seiner Rolle als Sitzungspräsident nicht entgegen.“
Die klassische Kokolores-Abteilung hält derweil Jürgen Wiesmann hoch: Der MCC-Vize feiert sein 25. Bühnenjubiläum bei „Mainz bleibt Mainz“, seine Fortsetzungs-Soap rund um „Ernst Lustig“ und dessen Familie ist bei „Mainz bleibt Mainz“ nicht mehr wegzudenken und regelmäßig ein Highlight der Sitzung. Nostalgisch wird es indes bei einem Altstar: Hansi Greb, als „Hobbes“ lange eine der Markenfiguren der Meenzer Fastnacht, verabschiedet sich aus der Bütt von seinem Publikum, und schwingt dafür ein letztes Mal die weißen Handschuhe.
Bleibt noch das große Jubiläum der Kampagne: Die Mainzer Hofsänger feiern den 100. Geburtstag des legendären Fastnachtschores und tun das natürlich mit ihrem eigenen Geburtstagsständchen sowie dem großen Finale.
Info& auf Mainz&: Wie „Mainz bleibt Mainz“ 2026 wird, erzählen wir Euch kommenden Donnerstag, nach der Närrischen Generalprobe – wie es 2025 war, könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.





