Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus verschärft die Stadt Mainz die Corona-Maßnahmen weiter: Ab Donnerstag gilt eine Maskenpflicht an Schulen auch im Unterricht ab der 5. Klassenstufe, die erlaubte Personenzahl bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wird auf 50 Personen reduziert – und das gilt ab dem 22. Oktober auch für Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen. Bei Privatveranstaltungen sind sogar nur noch zehn Personen gleichzeitig erlaubt. Die Stadt appelliert zudem, keine Martinsumzüge durchzuführen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist mit dem Coronavirus infiziert – und auch der rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf begab sich in Quarantäne.

In Mainz gilt weiter Alarmstufe Rot: Die Corona-Infektionen bleiben hoch. - Foto: gik
In Mainz gilt weiter Alarmstufe Rot: Die Corona-Infektionen bleiben hoch. – Foto: gik

Die zweite Welle der Corona-Pandemie überrollt Europa derzeit mit Macht: In Europa wurden am Mittwoch knapp 95.800 neue Corona-Infektionen gezählt, Europa überholte damit inzwischen sogar die USA. Und europaweit starben allein von Dienstag auf Mittwoch 1.062 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion, besonders die Schweiz meldet derzeit hohe Infektionsraten (plus 5.596 Infektionen allein am Mittwoch), auch in Italien schnellen die Zahlen wieder hoch (+15.1999 Infektionen). Tschechien verhängte am Mittwoch einen Lockdown, Rekordwerte melden auch Österreich und die Niederlande.

Deutschland überschritt am Mittwoch auch im bundesweiten Schnitt von 50 beim 7-Tages-Inzidenzwert. Das Virus breitet sich zunehmend unkontrolliert aus, am Mittwoch wurde bekannt: Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Spahn sei am frühen Mittwochnachmittag positiv auf das Coronavirus getestet worden und habe sich umgehend in häusliche Isolation begeben, teilte sein Ministerium mit. Bisher habe der Minister aber nur Erkältungssymptome, wo sich der Minister angesteckt habe, wurde nicht mitgeteilt. Das Bundeskabinett müsse aber nicht in Quarantäne – obwohl Spahn noch am Vormittag an seiner Sitzung teilnahm, wie der Spiegel berichtet.

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Wurde positiv auf das Coronavirus getestet und zeigt auch Krankheitssymptome: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). - Screenshot: gik
Wurde positiv auf das Coronavirus getestet und zeigt auch Krankheitssymptome: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). – Screenshot: gik

Seit Samstag befindet sich bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in häuslicher Isolation, weil sich ein Personenschützer des Präsidenten mit dem Coronavirus infiziert hat. Steinmeier wurde seither zweimal negativ getestet. Auch in Rheinland-Pfalz trifft es inzwischen hochrangige Politiker: CDU-Fraktionschef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl habe sich am Mittwoch „vorübergehend vorsorglich selbst isoliert“, teilte seine Pressestelle mit: Baldauf sei vom Gesundheitsamt Trier-Saarburg darüber informiert worden, dass er eine Veranstaltung besucht habe, an der auch eine inzwischen positiv getestete Person teilgenommen habe. Baldauf habe alle Termine bis einschließlich Freitag abgesagt und inzwischen einen Coronatest vorgenommen. Der CDU-Politiker sei wohlauf, zeige keinerlei Krankheitssymptome und werde am Samstag einen zweiten Test machen.

In Corona-Quarantäne: CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf. - Foto: CDU RLP
In Corona-Quarantäne: CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf. – Foto: CDU RLP

In Mainz stieg die 7-Tages-Inzidenz am Mittwoch leicht weiter auf mittlerweile einen Wert von 85, die Stadt Mainz verschärft daraufhin ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Ansteckungswelle. Ab dem 22. Oktober gelten deshalb folgende Änderungen:

  • Veranstaltungen im Freien sind anstatt wie bisher mit 250 Personen nur noch mit bis zu 100 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig.
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur noch mit bis zu 50 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig. Wichtig dabei auch: „Die Möglichkeit der erhöhten Personenanzahl bei Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen wurde aufgehoben“ – das dürfte nun auch alle Kultureinrichtungen wie Theater und Kino treffen.
  • Privatveranstaltungen, zum Beispiel Hochzeiten oder Geburtstage, sind statt wie bisher mit 20 Personen nur noch mit bis zu 10 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig, das gilt auch für angemietete/zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten oder Flächen.
  • Maskenpflicht in Schulen: An allen Schulen in der Stadt Mainz gilt während der gesamten Schulzeit, einschließlich des Unterrichts, eine Maskenpflicht. Ausgenommen davon sind Grundschulen, die Primarstufe an Förderschulen sowie Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung oder motorische Entwicklung.
  • Martinsumzüge: Die Stadt appelliert zudem
    an alle Veranstalter, keine Martins- oder Laternenumzüge in diesem Jahr durchzuführen – sie wären derzeit wohl auch nicht genehmigungsfähig.
  • Freisportanlagen im Stadtgebiet: Auch der Freizeitsport wird weiter eingeschränkt, auf „Freisportanlagen“ wie städtische Bolzplätze, Basketballplätze, Bouleplätze etc. dürfen nur noch von maximal 5 Personen oder zwei Hausständen zeitgleich benutzt werden.

Damit nähert sich Mainz schon wieder stark den Regelungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr, der größte Unterschied: Die Geschäfte und Restaurants bleiben geöffnet, für Letztere gilt aber weiter eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr – mehr zu den bisher schon geltenden Einschränkungen lest Ihr hier bei Mainz&. „Die Infektionslage bleibt angespannt, wir bleiben auf einem sehr hohen Infektionsniveau“, betonte Sozialdezernent Eckart Lensch (SPD), der aktuell den Verwaltungsstab der Stadt leitet. Die Situation müsse weiter „als sehr ernst bezeichnet werden“, betonte Lensch. Die Stadt wolle mit den neuen Maßnahmen dort ansetzen, „wo es uns als zwingend und sinnvoll erscheint: Bei Feierlichkeiten, bei Veranstaltungen im Innen- und Außenbereich, sowie auch absehbar in den Schulen“, sagte Lensch weiter.

Er appelliere nachdrücklich an die Mainzer: „Halten Sie sich an die Vorgaben, nehmen Sie Rücksicht auf Ihr Umfeld, halten Sie Abstand, vermeiden Sie größere Zusammenkünfte und reduzieren Sie weit möglichst Kontakte“, sagte Lensch. Nur so könne man sowohl sich selbst, als auch die nächsten Angehörigen und Familien geschützt werden. „Wir sind alle zu verantwortungsvollem Handeln aufgerufen, helfen Sie mit, das Infektionsgeschehen zu reduzieren“, mahnte Lensch: „Wir haben es alle weiterhin gemeinsam in der Hand!“

Info& auf Mainz&: Alle weiteren Infos zum Corona-Hotspot Mainz sowie den Einschränkungen lest Ihr hier bei Mainz.

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