Die Trinkwasserpreise in Mainz steigen und steigen: Nur ein Jahr nach der letzten Erhöhung der Wasserpreise, heben die Mainzer Netze die Preise nun erneut an. Ab dem ersten Januar werden statt derzeit 2,29 Euro je Kubikmeter dann 2,38 Euro je Kubikmeter fällig – das ist eine Anhebung um 9 Cent. Die Mainzer Stadtwerke, zu denen die Mainzer Netze gehören, argumentieren mit gestiegen Instandhaltungs- und Betriebskosten für die Wasserversorgungsinfrastruktur, speziell Material- und Personalkosten seien deutlich teurer geworden.

Das Trinkwasser in Mainz wird zum Jahreswechsel 2026 schon wieder teurer. - Foto: WVR
Das Trinkwasser in Mainz wird zum Jahreswechsel 2026 schon wieder teurer. – Foto: WVR

1. August 2022, 1. Juni 2023 und 1. Januar 2025 – quasi im Jahrestakt wird das Trinkwasser in Mainz teurer. Nun erfolgt die nächste Erhöhung: Ab dem 1. Januar 2026 steigt der Mengenpreis beim Trinkwasser in Mainz von 2,29 Euro auf 2,38 Euro brutto je Kubikmeter, das teilten die Mainzer Netz jetzt mit. Das ist eine Steigerung von 9 Cent pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser, der Grundpreis soll hingegen unverändert bleiben.

Die Anhebung sei „eine notwendige Maßnahme, um Versorgungssicherheit, Resilienz und Qualität der Wasserversorgung für Mainz und die Region weiter gewährleisten zu können“, betont das Tochterunternehmen der Mainzer Stadtwerke: Wie schon in den vergangenen Jahren seien die Instandhaltungs- und die Betriebskosten für die Infrastruktur deutlich und oberhalb der Inflationsrate gestiegen, das betreffe vor allem Material- und Personalkosten. Damit treiben die hohen Tarifsteigerungen, die die Gewerkschaften zuletzt für den Öffentlichen Dienst durchgesetzt hatten, die Preis weiter nach oben.

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Instandhaltungskosten, Betrieb und Personal treiben Wasserpreise

Die Mainzer Netze argumentieren zudem mit dem Klimawandel: Die extreme Trockenperiode in Frühjahr und Sommer 2025 habe „zahlreiche Wasserversorger in Deutschland vor große Herausforderungen gestellt“, heißt es weiter: „Durch die seit mehreren Jahren getätigten Investitionen in die Wasserinfrastruktur konnte die Mainzer Netze GmbH Einschränkungen der Wasserversorgung, im Gegensatz zu anderen Wasserversorgern, jedoch vermeiden.“ Der Klimawandel mit ausgeprägten
Trocken- und Hitzeperioden erfordere allerdings auch in Zukunft hohe Investitionen für eine Erhöhung der Resilienz der Wasserversorgungssysteme.

Waldschneise mit Trinkwasserbrunnen von Hof Schönau der Mainzer Netze. - Quelle: Imagefilm Mainzer Netze, Screenshot gik
Waldschneise mit Trinkwasserbrunnen von Hof Schönau der Mainzer Netze. – Quelle: Imagefilm Mainzer Netze, Screenshot gik

Für die Mainzer heißt das nun: Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 90 Kubikmeter (90 000 Liter) pro Haushalt ergebe sich damit 2026 eine Mehrbelastung von 8,10 Euro (inklusive Umsatzsteuer) pro Jahr. Wer allerdings mehr verbraucht, etwa weil er einen Garten hat, muss entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Trotz der Preisanpassung bleiben die Wasserpreise der Mainzer Netze GmbH aber „im regionalen Vergleich sowie im bundesweiten Vergleich mit Großstädten im Mittelfeld“, betont das Unternehmen weiter.

Tatsächlich sind die Wasserpreise in praktisch allen Kommunen deutschlandweit in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (kurz VEA) gab zuletzt für 2025 eine Preisspanne von 1,31 Euro/m³ bis 3,30 Euro/m³ an. Der Mittelwert aller Versorger lag in diesem Jahr demnach bei 2,18 Euro/m³ – Mainz lag da also auch schon 2025 drüber. Im Jahr 2002 hatten die Mainzer noch einen Verbrauchspreis von 1,78 Euro brutto gezahlt, im August 2022 stieg er auf 1,88 Euro angehoben, und im Juni 2023 auf 2,13 Euro je Kubikmeter.

 

Wiesbaden mit die teuerste Stadt bei Wasserpreisen, Mainz Mittelfeld

Das Dumme: Beim Wasserpreis hat man keine freien Wahl des Versorgers. Die beiden südlichen Mainzer Stadtteile Laubenheim und Ebersheim werden übrigens von der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz beliefert, hier kostete der Kubikmeter 2025 mit 2,14 Euro brutto leicht weniger als im Rest von Mainz. Auch die WVR hatte zum Januar 2025 die preise leicht angehoben, für 2026 liegt dazu noch keine Information vor. Das Nachsehen haben indes die Wiesbadener: Sie haben mit die höchsten Wasserpreise von ganz Deutschland – mit aktuell 3,42 Euro brutto Verbrauchspreis pro Kubikmeter.

Allerdings hatten interne Betriebsprüfer der Mainzer Stadtwerke im Frühjahr 2022 deutlich Mängel bei der Projektleitung der Brunnensanierung der Mainzer Netze aufgedeckt, und vor „möglicherweise überteuerten Leistungen“ gewarnt – mehr dazu lest Ihr ausführlich hier bei Mainz&.

Info& auf Mainz&: Mehr zu Thema Wasservergleich findet Ihr hier auf der Homepage des VEA.